Lebensdaten
1835 bis 1914
Geburtsort
München
Sterbeort
Großlichterfelde bei Berlin
Beruf/Funktion
Dichter ; Generalsekretär der Deutschen Schillerstiftung
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116981385 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mayer, Hans (bis 1845)
  • Hopfen, Hans (1845-1888)
  • Hopfen, Hans Ritter von
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Zitierweise

Hopfen, Hans Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116981385.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V (anerkannt 1845) Simon H., Kaufm. in M., S d. Handelsmanns Mayer Sußmann H. u. d. Sarah Seligmann;
    M Angelotta (1807–80, kath.), T d. k. k. Oberarztes Dr. med. Karl Mayer v. Lindenthal u. d. Wilhelmine Therese Ronchi Edle v. Löwenfeld;
    1) Heiligenstadt b. Wien 1866 Auguste (1846–78), T d. Dr. iur. August Frhr. v. Wehli ( 1866), k. k. WGR, Sektionschef, Präs. d. Donau-Regulierungskomm., Mitgl. d. Herrenhauses, u. d. Leopoldine Linden, 2) Breslau 1882 Mary (1858–1905), Opernsängerin (als Mary Milton) in Berlin u. Wien (s. Kosch, Theater-Lex.), T d. W. A. Müller-Milton in Chicago;
    2 S, 1 T aus 1), u. a. Otto Helmut (1870-n. 1914), Dr. phil., Landwirt u. Schriftsteller (s. Kosch, Lit.-Lex.), Lili ( Franz Schalk, 1863–1931, 1. Kapellmeister an d. Wiener Hofoper, s. MGG XI), 1 T aus 2).

  • Leben

    H. studierte in München 1853-58 Rechtswissenschaft und unter dem starken Einfluß Sybels Geschichte. Nach dem juristischen Vorbereitungsdienst kurze Zeit im bayerischen Staatsdienst tätig, verzichtete er auf die Beamtenlaufbahn. Eine Bildungsreise führte ihn 1862 nach Venedig. Im gleichen Jahr trat er, von Geibel gefördert, der Münchener Dichtergruppe bei. 1863 hielt er sich in Paris auf, von 1864 an in Wien, wo er sich der Freundschaft Grillparzers und Halms erfreute. Nach der Promotion zum Dr. phil. durch die Universität Tübingen (1864, in absentia) wirkte er 1865/66 als Generalsekretär der Deutschen Schillerstiftung. Seit der anschließenden Übersiedlung nach Berlin lebte er als|freier Schriftsteller. Er starb kurz vor der endgültig geplanten Rückkehr nach Bayern.

    H. war ein eklektischer, Zeitströmungen geschickt verarbeitender Epigone im Stile Halms, Heyses, Dahns. Hohes Formgefühl bezeugte er in der Meisterung der Stanzen des kleinen, in China spielenden Epos „Der Pinsel Mings“ (1868), das zugleich Satire auf die Münchener Dichtergruppe ist. H.s Lyrik steht im Banne Geibels, das von Heine mitgeprägte ironische Element bildet jedoch ein Gegengewicht. Die Vorliebe für Münchner Details teilt er mit Dingelstedt, in der Anlehnung an französische Realisten weist er zum Naturalismus hin. Als Dramatiker ist er bedeutungslos. In einigen Erzählungen ist er durch Vertrautheit mit der Vaterstadt, scharfe Beobachtungsgabe, knappe, aber sichere Milieuerfassung der farbige Schilderer Altmünchner Studententums, in den erstmals im Dachauer Flachlande spielenden Dorfgeschichten der bedeutendste Vorläufer Thomas. Höhepunkt seines Schaffens bleibt die wuchtige Meisterballade „Die Sendlinger Bauernschlacht“. Durch Tagesfron verflachte H. in der Spätzeit zum berufsmäßigen Vielschreiber von Gesellschaftsromanen. Sein Schwanken zwischen leidenschaftlichem Temperament und sehr kritischem Verstand, zwischen Bismarckkult und Bayerntreue, zwischen kirchlicher Skepsis und unbewußter Katholizität erhebt ihn zur typischen Figur seiner Epoche.

  • Werke

    Weitere W u. a. Romane: Peregretta, 1863;
    Verdorben zu Paris, 1867;
    Die Heirat d. Herrn v. Waldenberg, 1879;
    - Erzz. u. Novellen: Der Böswirth, in: Münchner Dichterbuch, 1862;
    Bayer. Dorfgeschichten, 1877;
    Der alte Praktikant, 1878;
    Die Geschichten d. Majors, 1879;
    Kleine Leute, 1880;
    Tiroler Geschichten, 1884/85;
    Der letzte Hieb, 1886;
    Mein erstes Abenteuer, 1886;
    Die fünfzig Semmeln d. Studenten Taillefer, 1891;
    Hotel Köpf, 1896;
    - Streitfragen und Erinnerungen, 1876;
    Gedichte, 1883;
    Zur Hundertjahrfeier Ludwigs I., Festspiel, in: Westermanns Mhh., 1888;
    Die erste Nordlandfahrt d. „Augusta Viktoria“, 1895;
    Festprolog z. Eröffnungs-Festvorstellung d. Prinzregententheaters, 20.8.1901.

  • Literatur

    P. Benedix, Die Bauernschilderung in d. altbayer. Erz.lit. bis auf Ludwig Thoma, o. J. (Typoskript München, Stadtbibl.);
    H. Sudermann, Das Bilderbuch m. Jugend, 1922, S. 234 ff.;
    H. Habersbrunner, H.s Gedichte, Diss. München 1925;
    BJ IX (W, L);
    Kosch, Lit.-Lex. (W, L);
    Kosch, Theaterlex. (dramat. W, L). - Eigene Archivstud.

  • Portraits

    Kupf. v. D. Raab (München, Stadtmus., Maillinger Bilderchronik);
    Zeichnung v. F. Werner, 1890, Abb. im Kat. d. Handzeichnungen, Aquarelle u. Ölstudien in d. kgl. Nat.gal. v. L. v. Donop, Berlin 1902.

  • Autor/in

    Karl Schindler
  • Empfohlene Zitierweise

    Schindler, Karl, "Hopfen, Hans Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 610-611 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116981385.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA