• Genealogie

    V Asmus Franz Adolph (1800–53), Zigarrenfabr., S d. Schneidermeisters Jochim Gottfried u. d. Anna Cath. Brinckmann;
    M Anna Cath. Margarete (1801–65), T d. Leimsieders Joh. Jochim Harmsen u. d. Cath. Magdalena Gläser;
    Elberfeld 1858 Maria (* 1837), T d. Seidenmanufakturisten Friedrich Hauser u. d. Joh. Charlotte Wülfingh.

  • Leben

    Nach Besuch des Lübecker Katharineums studierte H. 1847-49 in Leipzig, wo er zu den Revolutionären des Jahres 1848 gehörte, 1849-51 in Berlin klassische Philologie. Aufgrund der von Trendelenburg angeregten Preisarbeit „De principiis ethicis politicorum Aristotelis“ wurde er 1851 zum Dr. phil. promoviert. Im selben Jahr legte er auch sein Oberlehrerexamen ab. 1852 wurde H. Lehrer, vor allem des Französischen, an seiner eigenen ehemaligen Schule, an der er mit Ausnahme eines Direktorats in Gera 1868 und der Leitung der Schulverhältnisse in Elsaß-Lothringen (1871) bis 1876 verblieb. Für H.s wissenschaftliches Werk war der Einfluß seiner Berliner Lehrer A. Böckh, E. Curtius, vor allem aber der Rankes bestimmend; sie haben sein Interesse besonders auf die Geschichtsschreibung gelenkt. Die Beschäftigung mit dem antiken Sizilien wurde sein zentrales Forschungsthema; Münzkunde und Topographie waren dabei stets die Grundlagen seiner Arbeiten. Noch in Lübeck konnte H. die ersten beiden Bände seiner „Geschichte Siciliens im Altertum“ (1870/74) abschließen, die ihm 1876 den Ruf als außerordentlicher Professor für Geschichte an der Universität Palermo brachten (1878 ordentlicher Professor); 1883-96 war er Professor für alte Geschichte in Neapel. Seine letzten Jahre verbrachte er in Freiburg im Breisgau. H.s italienische Tätigkeit war der Höhepunkt seines Lebens; in diesen Jahren entstanden nicht nur topographische Einzeldarstellungen wie die erste große Topographie von Syrakus, die er zusammen mit Saverio und Cristoforo Cavallari verfaßte, sondern seine Forschungen ermöglichten es ihm auch, 1898 den 3. Band seiner „Geschichte Siciliens im Altertum“ abzuschließen, der nicht zuletzt der in ihm enthaltenen Geschichte des sizilianischen Münzwesens wegen noch heute von Bedeutung ist. Seine in Neapel entstandene „Griechische Geschichte“ (4 Bände, 1884–91) verherrlicht ebenso wie die von Curtius die griechische Polis, deren Bedeutung er auch für die nachklassische Zeit hervorgehoben hat. Aber nicht dieses Werk, das von der beginnenden wissenschaftlichen Umwälzung am Ende des 19. Jahrhunderts noch unberührt war, sondern H.s Forschungen über sizilianische Geschichte und Landeskunde fügen ihn in die Reihe der großen Historiker des 19. Jahrhunderts ein.

  • Werke

    Weitere W u. a. Btrr. z. Berichtigung d. Karte d. alten Siciliens, in: Progr. d. Katharineums in Lübeck, 1866;
    Das alte Catania, ebd., 1873;
    Neue Entdeckungen in Selinus, in: Archäolog. Ztg. 32, 1875, S. 143-47;
    Topografia archeologica di Siracusa, 1883;
    Ricerche sulla storia antica della Campania, in: Archivio storico per le provincie Napoletane 11, 1886, S. 21-64, 285-329;
    Lübeck, die freie u. Hansestadt, 1900.

  • Literatur

    F. v. Duhn, in: Bursian-Jberr. 111, 1901, Nekr., S. 49-111 (W);
    J. E. Sandys, A hist. of classical scholarship III, 1958, S. 231 f.;
    H. Bengtson. Griech. Gesch. v. d. Anfängen b. in d. röm. Kaiserzeit, = Hdb. d. Altertumswiss., begr. v. I. v. Müller, III 4, 41969, S. 7;
    BJ V.

  • Autor/in

    Gerhard Baader
  • Empfohlene Zitierweise

    Baader, Gerhard, "Holm, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 546 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116965053.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA