Lebensdaten
1852 bis 1920
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Graz
Beruf/Funktion
Anatom
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116961589 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Holl, Moritz
  • Holl, M.

Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Holl, Moritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116961589.html [17.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1812–98), Schneidermeister, S d. Schneidermeisters Augustin in W. u. d. Anna Bauer;
    M Barbara Pawelka aus Sloupno/Böhmen;
    Graz 1902 Mandana, T d. Landwirts Boža Milutinović in Slawonien u. d. Alexandra Stefanovits;
    2 S.

  • Leben

    H. studierte in Wien Medizin und wurde schon 1872 Demonstrator im Anatomischen Institut unter Hyrtl, dann weitere 2 Jahre unter dessen Nachfolger C. von Langer und im Physiologischen Institut bei E. W. von Brücke. 1875 publizierte er seine erste wissenschaftliche Arbeit „Über den Bau der Spinalganglien“ (SB der Akademie der Wissenschaften Wien 72, mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, 2. Abteilung) und kam zu dem Ergebnis, daß die Zahl der Nervenfasern eines Stammes gleich der Summe der Fasern seiner Wurzeln ist, daß die Ganglienzellen also bipolar sein müssen. Nach seiner Promotion 1876 wurde H. für 2½ Jahre Operationszögling in der I. Chirurgischen Klinik unter J. von Dumreicher, ohne seine anatomischen Arbeiten zu unterbrechen. Dann wandte er sich ausschließlich der Anatomie zu und wurde Assistent bei Langer. In dieser Zeit beschäftigten ihn – wohl unter dem Einfluß seiner vorangegangenen klinischen Tätigkeit – vor allem die Mißbildungen. Auch „Die Operationen an der Leiche“ (1883) gehören in dieses Grenzgebiet. 1881 habilitiert, wurde er noch im gleichen Jahr als Supplent der Anatomie nach Innsbruck berufen, 1882 wurde er dort Ordinarius. Er gilt als der Begründer der modernen Anatomie in Innsbruck. Neben seine bisherigen, vorwiegend präparatorischen Arbeiten treten solche der tierischen Histologie, der Anthropologie und der vergleichenden Anatomie. 1889 folgte er einem Ruf nach Graz; auch hier entfaltete er eine reiche Tätigkeit, so schrieb er über den Bau des Zellkörpers und des Kernes der Eizellen, über die Anatomie des Beckenausganges. Mehrere Publikationen galten der Inselregion, in der er einige bisher unbekannte Details finden konnte. Seit 1905 beschäftigte sich H. auch mit der Geschichte der Anatomie, insbesondere mit den anatomischen Werken Leonardo da Vincis. Auch die Anatomie des Vesal wurde von ihm eingehend analysiert. Zu seinen Schülern zählten: J. Bubenik, H. von Haberer, M. Hofmann, A. Jarisch, W. Kraus, H. Merlin, M. Pfaundler.|

  • Auszeichnungen

    Korr. Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Wien (1916); 1906 Rektor.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Insel d. Menschen- u. Affengehirns in ihrer Beziehung z. Schläfenlappen, ebd. 117, 1908;
    Über bisher unbek. Bildungen im hintersten Inselgebiete d. Menschen- u. Affenhirnes, ebd. 118, 1909;
    Über d. in Tirol vorkommenden Schädelformen, in: Mitt. d. anthropolog. Ges. in Wien 14, 1884, 15, 1885, 17, 1887;
    Über d. bildl. Darst. d. Lage d. menschl. Beckens, Ein hist.-anatom. Exkurs, 1894;
    Über d. Insel d. Menschen- u. Anthropoidengehirnes, in: Archiv f. Anatomie u. Physiol., 1902, Abt. Anatomie;
    Leonardo da Vinci u. Vesal, ebd., 1905;
    Die Anatomie d. Leonardo da Vinci, ebd.;
    Ein Biologe aus d. Wende d. XV. Jh., Leonardo da Vinci, 1905;
    Die Kraniologie Vesals, in: Archiv f. Gesch. d. Med. 4, 1911.

  • Literatur

    Wiener med. Wschr. 70, 1920, S. 2231;
    Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien 71, 1921;
    H. Rabl, in: Anatom. Anz. 55, 1922 (W-Verz., Verz. d. Werke s. Schüler unter s. Leitung, P);
    Fischer;
    ÖBL.

  • Portraits

    Phot. im Rektorenalbum d. Univ. Innsbruck.

  • Autor/in

    Marlene Jantsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Jantsch, Marlene, "Holl, Moritz" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 533 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116961589.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA