Lebensdaten
1888 bis 1950
Geburtsort
Reichenbrand bei Chemnitz
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Historiker ; Genealoge
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 11695776X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hohlfeld, Johannes
  • Reichenbrand, Johann von

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Zitierweise

Hohlfeld, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11695776X.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes (1857–1912), Pfarrer, S e. Amtsgerichtsrats in Wolkenstein;
    M Käthe (* 1864), T d. sächs. Generalarztes Dr. Edmund Meißner u. d. Ida Eleonore Kirchhübel;
    Urur-Gvm Heinrich Meißner (1755–1813), Prof. d. oriental. Sprachen in L.;
    - Döbeln 1914 Margarethe (* 1889), T d. Drogenhändlers u. Stadtrats Ernst Otto Busch in Döbeln u. d. Marie Dathe;
    1 S.

  • Leben

    Als Student in Leipzig wurde H. von Karl Lamprechts kulturgeschichtlicher Forschungsmethode angeregt. Die Schriftleitung der 2. Auflage von Helmolts Weltgeschichte und die Abfassung zahlreicher Artikel zur neueren Geschichte für Meyers Lexikon, auch die Mitarbeit und Herausgabe einer Geschichte Amerikas führte ihn freilich immer stärker auf das Gebiet der politischen Geschichte. Schon 1919 veröffentlichte er eine Darstellung der Kriegszielbewegungen und Friedensschlüsse des 1. Weltkrieges, dann folgten eine „Geschichte des Deutschen Reiches 1871-1924“ (1924, 21926) und eine „Deutsche Reichsgeschichte in Dokumenten 1849-1926“ (1927, 31934), die nach dem 2. Weltkrieg, sachlich erweitert und zeitlich bis zur Gegenwart geführt, wiederum außergewöhnlich starke Verbreitung fand. Nach dem 1. Weltkrieg sah H. sein politisches Programm in der Abwehr monarchistisch-konservativer Reaktion und in der Zusammenführung liberaler Geistestradition mit sozialistischem Aufbauwillen, um den von innen und außen bedrohten Bestand der Weimarer Republik zu retten. 1948 konnte er noch eine Geschichte der deutschen Revolution 1848/49 vorlegen. Beschwörend bekannte er, der als überzeugter und aufrechter Demokrat während der NS-Herrschaft manche Behinderung und Diffamierung hatte hinnehmen müssen, zu Zugeständnissen aber niemals bereit gewesen war, sich in diesem letzten Buch zur Freiheit und zur Einheit der deutschen Kultur. Daneben verfaßte er Firmengeschichten großer Leipziger Buchhandelshäuser. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte, die er seit 1924 wissenschaftlich leitete. Von immer neuen Forschungsansätzen her hat er in vielen methodisch wichtigen Einzeluntersuchungen die Zusammenhänge der Genealogie mit der allgemeinen Geschichte aufzuhellen sich bemüht und dieser historischen Disziplin durch die von ihm herausgegebenen „Familiengeschichtlichen Blätter“ (1927-45), „Beiträge zur deutschen Familiengeschichte“ (1925-44), „Ahnentafeln berühmter Deutscher“ (1929-44) und nicht zuletzt durch die einzigartige Organisationsleistung der „Familiengeschichtlichen Bibliographie“ eine unanfechtbare wissenschaftliche Grundlage geschaffen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Stadtrechnungen als hist. Qu., Diss. Leipzig 1912;
    Der Kampf um d. Frieden 1914–19, 1919;
    Gesch. d. dt. Volkes, 4 Bde., 1921 f.;
    20 J. dt. Ringen (1914–33), 1934 (unter Ps. Johann v. Reichenbrand);
    Dokumente d. dt. Pol. u. Gesch., 8 Bde., 1952 ff. (mit K. Hohlfeld).

  • Literatur

    Klaus Hohlfeld [S], J. H., Leben u. Werke, in: Fam. u. Volk 3, 1954 (P);
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Herbert Helbig
  • Empfohlene Zitierweise

    Helbig, Herbert, "Hohlfeld, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 506 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11695776X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA