Lebensdaten
1883 bis 1956
Geburtsort
Rostock
Sterbeort
Greifswald
Beruf/Funktion
Historiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11695230X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hofmeister, Adolf
  • Hofmeister, Adolf Ludwig Eduard
  • Hofmeister, Adolfus
  • mehr

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Zitierweise

Hofmeister, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11695230X.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adolph (1848–1904), Dr. phil., Univ.bibliothekar in R. (s. L), S d. Adolph (1818–94), Schriftsteller u. Redakteur (s. Brümmer), u. d. Ida Giers;
    M Marie Bernhöft (1856–1938);
    1914 Irmgard, T d. Amtsgerichtsrats Hermann Crusen in Hannover u. d. Marie Hetzer;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    H. studierte in Rostock, Halle und Berlin Geschichte, Historische Hilfswissenschaften und alte Sprachen. Neben Eduard Meyer waren besonders Dietrich Schäfer und Michael Tangl seine Lehrer. 1905 wurde er auf Grund der als Preisschrift gekrönten Arbeit „Markgrafen und Markgrafschaften im italischen Königreich (774–962)“ zum Dr. phil. promoviert. Über die Geschichte Italiens (Capri, Amalfi, Salerno, Tarent), Burgunds und der mittelmeerischen Welt sind zahlreiche historische und textkritische Untersuchungen gefolgt, die ihn auch als einen Meister der mittellateinischen Philologie ausweisen. Seit 1905 war H. als hauptamtlicher Mitarbeiter, 1913-21 als Direktorialassistent der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Historica (MG) tätig. Eine Reihe mustergültiger Textausgaben wie die Chroniken Ottos von Freising, Ottos von Sankt Blasien, Mathias' von Neuenburg, die Prüfeninger Vita des Bischofs Otto von Bamberg und mehr als drei Dutzend Quellen im Band 30 der Reihe Scriptores der MG machten ihn zu einem anerkannten Editor. 1927-35 war er Mitglied der Zentraldirektion der MG. 1909 hatte er sich an der Universität Berlin habilitiert. 1913 wurde ihm der Titel Professor verliehen, 1920 ein spezieller Lehrauftrag für Genealogie, Heraldik und Sphragistik erteilt. Seit 1921 hat er als Ordinarius in Greifswald gewirkt.

    Die Arbeiten H.s umfassen in gleicher Intensität Quellenkunde und Textkritik (Zur Überlieferung von Cassiodors Variae, in: HV 26, 1931), Geistesgeschichte (Der Bildungsgang Ottos von Freising, in: NA 37, 1912), Verfassungsgeschichte (Die Jahresversammlung der alten Sachsen zu Marklo, in: HZ 118, 1917), Kirchengeschichte (Zum Krönungsrecht des Mainzer Erzbischofs, in: HV 15, 1912) und Personengeschichte (Genealogie und Familienforschung als Hilfswissenschaft der Geschichte, ebenda; Puer, juvenis, senex. Zum Verständnis der mittelalterlichen Altersbezeichnungen, in: Festschrift P. F. Kehr, 1926) vom frühen bis zum späten Mittelalter in einer meist die verschiedenen Aspekte verbindenden Weise, zum Beispiel in der für die Symbolforschung grundlegenden Abhandlung über die Heilige Lanze oder in der Untersuchung über das Wormser Konkordat. Von den 30er Jahren an trat die Beschäftigung mit der pommerschen Landes- und Universitätsgeschichte (darunter zahlreiche Arbeiten zur Genealogie des pommerschen Herzogshauses) und die Mitarbeit in der Historischen Kommission für Pommern in den Vordergrund. Auch diese Richtung knüpft an frühere Arbeiten ( Kaiser Lothar und die große Kolonisationsbewegung des 12. Jahrhundert, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 43, 1913; Die Ahnentafeln der Markgrafen von Brandenburg, in: FBPG 33, 1920; Heinrich der Löwe und die Anfänge Wisbys, in: Zeitschrift des Vereins für Lübecker Geschichte 23, 1926) und an die zeitweilige Tätigkeit als Mitarbeiter des Hansischen Geschichtsvereins und als Archivar am Lübecker Archiv (1919) an. Zugleich wandte sich sein Interesse der frühmittelalterlichen Archäologie zu, der er mit seinen Untersuchungen zur Vineta-Frage (Wollin) und zu den slawischen Burgen in Mecklenburg (Teterow) wertwolle Hinweise vermittelte.

  • Werke

    s. DW;
    Verz. v. H. Ziegler in: Festschr. A. H. z. 70. Geburtstage, hrsg. v. U. Scheil, 1955 (P);
    Festschr. z. 500-J.feier d. Univ. Greifswald II, 1956, S. 92-115 (P). - Neudr.: Der Kampf um d. Ostsee v. 9.-12. Jh., 3. erw. Aufl. hrsg. v. R. Schmidt, 1960;
    Das Wormser Konkordat, Zum Streit um s. Bedeutung. Mit einem Vorwort zur Neuauflage v. dems., 1962;
    Dtld. u. Burgund im früheren MA, Eine Studie üb. d. Entstehung d. Arelat. Reiches u. s. pol. Bedeutung, 1963;
    Über d. älteste Vita Lebuini u. d. Stammesvfg. d. Sachsen, in: Entstehung u. Vfg. d. Sachsenstammes, hrsg. v. W. Lammers, 1967, S. 1-31. -
    Zu V Adolph: Geschichtl. Bibliogr. v. Mecklenburg, bearb. v. W. Heeß, 1944.

  • Literatur

    G. Carlsson, in: (Svensk) Historisk Tidskrift, 1956;
    R. Schmidt, in: Wiss. Zs. d. Ernst-Moritz-Arndt-Univ. Greifswald 6, 1956/57 (P);
    ders., in: Zs. f. Gesch.wiss. 5, 1957;
    E. Aßmann, in: Balt. Stud. NF 44, 1957 (P);
    F. Baethgen, in: DA 13, 1957;
    F. Herberhold, in: HJb. 76, 1957. - Zu V
    | Adolph: A. Vorberg, in: Zbl. f. Bibl.wesen 22, 1905;
    ders., in: BJ IX;
    E. Dragendorff, Zur Erinnerung an A. H. u. K. Koppmann, in: Btrr. z. Gesch. d. Stadt Rostock IV, H. 3, 1906 (P).

  • Autor/in

    Roderich Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Roderich, "Hofmeister, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 469 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11695230X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA