Lebensdaten
1870 bis 1940
Geburtsort
Ansbach
Sterbeort
Berlin-Charlottenburg
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116951702 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hofmann, Karl Andreas

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Zitierweise

Hofmann, Karl Andreas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116951702.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhard (1834–1915), Oberstlandesgerichtsrat in München, S d. Andreas (1787–1850), Oberappellationsgerichtsrat, u. d. Wilhelmine Keyl;
    M Sophie (1833–89), T d. Karl Aug. Uibeleisen (1788–1874), Brauereibes., u. d. Friederike Rothaus;
    München 1900 Emma (1875–1947), T d. Carl Chrstn. v. Burger (1834–1905), Oberkonsistorialrat, u. d. Helene Augusta Puchta;
    2 S, 3 T, u. a. Ulrich (* 1903), Prof. f. anorgan. Chemie.

  • Leben

    H. studierte unter A. von Baeyer an der Universität München Chemie und promovierte 1892 mit einer Arbeit über Seltene Erden. 1895 habilitierte er sich und wurde 1898 außerordentlicher Professor. 1910 nahm er den Ruf auf die ordentliche Professur für anorganische Chemie an der TH Berlin an. 1935 wurde er dort emeritiert. – H. war ein außerordentlich vielseitiger anorganischer Chemiker. Er hat viele neue Aufgaben entdeckt, allerdings diese selten abgeschlossen, sie vielmehr Nachfolgern zur endgültigen Ausarbeitung überlassen. Er beschäftigte sich mit den Prusso- und Prussisalzen als Beispielen 6zähliger Komplexe im Sinne der Wernerschen Koordinationslehre. Er entdeckte die Merkurierung organischer Verbindungen und das Mercarbid als Überträger bei der Bildung von Acetaldehyd aus Acetylen, ebenso das radioaktive Blei-Isotop. Er untersuchte das Oxonium- und das Nitrosylperchlorat, stellte das Erbium rein dar und bestimmte dessen Atomgewicht, das erst 1937 von Hönigschmid in den Dezimalen verbessert wurde. Er klärte die Ursache der Farbvertiefung im Uran-cer-blau und im Berliner Blau durch den Wechsel der Wertigkeit auf und hat mit der Entdeckung des Glanzkohlenstoffes die Untersuchung des elementaren Kohlenstoffes eröffnet. 1903 erschien seine Schrift über „Die radioaktiven Stoffe“ (21904). Ein Begriff für den Studierenden war H.s „Lehrbuch der anorganischen Chemie“ (1918, 91941, 191966 herausgegeben von U. Hofmann), aus dem eine Generation von Chemikern die anorganische Chemie gelernt hat.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1906), d. Preuß. Ak. d. Wiss. (1925) u. d. Leopoldina, 1933-35 Präs. d. Dt. Chem. Ges.

  • Werke

    Weitere W u. a. Nitroprussidnatrium, in: Zs. f. anorgan. Chemie 11/12, 1896;
    Einwirkung v. Acetylen auf Mercurinitrat, in: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 31, 1898;
    Mercarbid, ebd. 33, 1900;
    Radioactives Blei u. radioactive seltene Erden, ebd.;
    Neo-Erbium, ebd. 41, 1908;
    Nitrosyl-perchlorat, ebd. 42, 1909;
    Oxoniumperchlorate, ebd. 43, 1910;
    Glanzkohle, e. bes. Form d. kristallinen Kohlenstoffs, ebd. 56, 1923 (mit C. Röchling);
    Glanzkohlenstoff als Anfang d. schwarzen kristallinen Kohlenstoffreihe, ebd. 59, 1926;
    Spektra d. Erbiumverbindungen, in: Zs. f. physikal. Chemie 71, 1910;
    ca. 200 Publ. in Fachzss. -
    Hrsg.: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 1919–37.

  • Literatur

    A. Schleede, in: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 74 (A), 1941;
    M. Bodenstein, in: Jb. d. Preuß. Ak. d. Wiss. 42, 1941 (W-Verz., P);
    W. Hieber, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1944/48: Rhdb. (P);
    Pogg. IV-VII a.

  • Autor/in

    Ulrich Hofmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hofmann, Ulrich, "Hofmann, Karl Andreas" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 457 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116951702.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA