Lebensdaten
1861 bis 1935
Geburtsort
Arni bei Biglen Kanton Bern
Sterbeort
Bern
Beruf/Funktion
Versicherungsmathematiker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 116937211 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Moser, Christian

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Zitierweise

Moser, Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116937211.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bendicht (1831–72), Landwirt, S d. Christian (1799–1867) u. d. Anna Lehmann (1802–68);
    M Elisabeth (1838–1909), T d. Christian Fankhauser aus Eggiwil Kt. Bern;
    Bern 1890 Anna Maria (1874–1953) aus Landiswil Kt. Bern, T d. Ulrich Wyss aus A. u. d. Anna Maria Schweizer;
    4 S, 2 T, u. a. Eduard Christian (1900–49), Farmer in Kalifornien, Hans Friedrich (1903–78), Dr. iur., Fürsprecher in Bern, Alfred Bernhard (1906–87), Dr. med., Zahnarzt in Bern, Emma Maria (1897–1981), Dr. med., Ärztin in Bern.

  • Leben

    M. wurde zum Schullehrer ausgebildet und erwarb 1880 das Primarlehrerpatent. Den Lehrerberuf übte er zwei Jahre in Bramberg b. Laupen Kt. Bern aus. Anschließend begann er ein Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften Seine Lehrer an der Univ. Bern waren L. Schläfli, G. Sidler und J. J. Schönholzer. Nachdem er 1884 das Sekundarlehrerpatent und 1885 das Gymnasiallehrerpatent erworben hatte, studierte er ein Semester in Berlin. 1886 promovierte er bei Schläfli mit einer Arbeit „Über Gebilde, welche durch Fixation einer sphärischen Curve und Fortbewegung des Projectionszentrums entstehen“. Danach setzte er sein Studium in Paris fort, wo er sich insbesondere für die Astronomie interessierte. 1887 erfolgte die Habilitation in Mathematik und Physik in Bern.

    Entscheidend für seine Laufbahn war 1891 seine Wahl zum Mathematiker des Eidgenössischen Industriedepartements, wo er die Unfall- und Krankenversicherung mathematisch bearbeiten sollte. In den folgenden Jahren wurde M. zu einem international anerkannten Experten dieses Versicherungszweiges. Als Delegierter des schweizer. Bundesrates nahm er an den ersten internationalen Versicherungskongressen (Brüssel 1895, London 1898, Paris 1900, New York 1902, Berlin 1906) teil. Er legte Denkschriften zur Hilfskasse des eidgenössischen Personals (1901), zur Schaffung einer Instruktorenversicherung (1902) und über Militärpensionen (1903) vor. Neben dieser Tätigkeit lehrte er weiterhin an der Univ. Bern. Aufgrund seines wissenschaftlichen Ansehens wurde er 1901 zum Extraordinarius ernannt und gründete 1902 das Mathematisch-Versicherungswissenschaftliche Seminar der Univ. Bern. M. war 1905 Gründungsmitglied der Vereinigung Schweizer. Versicherungsmathematiker, in deren Vorstand er bis 1935 tätig war.

    1904 wurde M. zum Direktor des Eidgenössischen Versicherungsamts gewählt. Als er 1915 zum Ordinarius der Versicherungswissenschaften an der Univ. Bern berufen wurde (1916/17 Rektor), reichte er seine Demission als Direktor der Versicherungsamts beim Bundesrat ein, da die Doppelbelastung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ratsam erschien. Seine Entlassung erfolgte allerdings erst Ende 1915. Er setzte sich weiterhin für das Versicherungswesen ein und gründete mit J. J. Graf eine Witwen-, Waisen- und Alterskasse für Professoren. Gleiches leistete er auch bei anderen Versicherungskassen, sowohl bei Alterskassen, bei Personalfürsorgekassen wie auch bei Krankenkassen. 1895-1931 gehörte M. dem Zentralvorstand der Krankenkasse des Kantons Bern an und arbeitete 1921-29 als Experte für den Völkerbund. 1931 trat er in den Ruhestand.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Lausanne 1931).

  • Werke

    Theoret. Arbeiten, Denkschrr. u. Gutachten versicherungswiss. Inhalts;
    Die Intensität d. Sterblichkeit u. d. Intensitätsfunktion, 1906;
    Der Zeichenwechselsatz, 1914;
    Über sich erneuernde Gesamtheiten, 1926.

  • Literatur

    Festgabe M. z. 70. Geb.tag, 1931;
    W. Lorey, in: Bll. f. Versicherungs-Math. 3, 1935, S. 304-18;
    W. Friedli, in: Mitt. d. Naturforschenden Ges. Bern, 1935, S. 95-97;
    ders., in: Mitt. d. Vereinigung schweizer. Versicherungsmathematiker 30, 1935, S. 33-76 (W-Verz.);
    H. Schmid, Die Vorlesungen v. Prof. Dr. Ch. M. 1891-1931 an d. Univ. Bern, ebd. 86, 1986, S. 153-88;
    Schweizer. Zeitgenossen-Lex. 21932, S. 624 f.;
    Pogg. IV, VI, VII a.

  • Autor/in

    Jürg Hüsler
  • Empfohlene Zitierweise

    Hüsler, Jürg, "Moser, Christian" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 185 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116937211.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA