Lebensdaten
1885 bis 1946
Geburtsort
München
Sterbeort
Golfe du Lion (Flugzeugabsturz)
Beruf/Funktion
Dirigent ; Komponist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116933259 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hoeßlin, Franz von

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Zitierweise

Hoeßlin, Franz von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116933259.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1854–1925), Dr. med., Leibarzt v. Kg. Ludwig III. v. Bayern, S d. Großhändlers Theodor in Augsburg u. d Emilie Heinzelmann;
    M Maria (1861–1932), T d. Nikolaus Rüdinger (1832–96), Prof. d. Med. in M. (s. ADB 53), u. d. Auguste Ruhmandl (oder Fohringer);
    Ov Georg (1851–1923), Prof., Maler (s. ThB; DBJ V, Tl. 1923, L);
    B Walter (* 1889), Pianist, Prof. a. d. Ak. d. Tonkunst in M.;
    - 1) 1909 ( 1921) Marie Pflaum (1890–1944), T d. Oberst Ludwig Rr. v. Pflaum u. d. Helene Wenz, 2) 1921 Erna Liebenthal (1889–1946), Sängerin, Kaufm.-T;
    2 S, 1 T aus 1), 1 T aus 2).

  • Leben

    Auf Grund früh hervortretender musikalischer Begabung wurde H. nach Absolvierung des Gymnasiums Schüler von M. Reger (Komposition), F. Berber (Violine) und F. Mottl (Dirigieren), die ihm außer dem handwerklichen Rüstzeug die während seines ganzen Wirkens bewährte lautere Kunstgesinnung vermittelten. Die Dirigentenlaufbahn begann er in Danzig und Sankt Gallen (1907–11), hierauf war er Konzertdirigent in Riga. Soldat im 1. Weltkrieg, nahm er 1919 die Dirigententätigkeit in Lübeck wieder auf,|ging 1920 nach Mannheim und wurde, nach kurzem Wirken an der Berliner Volksoper, 1923 Generalmusikdirektor in Dessau, 1926 in Wuppertal, wo er zugleich die Barmer Konzertgesellschaft leitete. Berufener Wagnerdirigent, wirkte er 6 Sommer lang bei den Bayreuther Festspielen, wo man ihm die Leitung des „Rings des Nibelungen“ sowie des „Parsifal“ anvertraute. Auch in Frankreich genoß er großes Ansehen, seit er 1930 die erste Aufführung des „Rings“ in deutscher Sprache in Paris zustandegebracht hatte. 1932-36 war er Chef der Breslauer Oper und betreute zudem die Konzerte der Schlesischen Philharmonie. Er begnügte sich nicht nur mit der Pflege klassischer und romantischer Werke, sondern war auch eifriger Sachwalter des zeitgenössischen Schaffens. Wegen seiner jüdischen Frau verließ er 1936 aus Überzeugungsgründen Deutschland und ließ sich in Florenz nieder, kam von dort ausländischen Gastspielverpflichtungen nach und fand vermehrte Muße für die schöpferische Tätigkeit: Lieder, Chöre, Kammermusik und Orchesterwerke gediegen spätromantischer Prägung. Auf dem Rückflug von einem Konzert in Barcelona wurde er 1946 mit seiner Frau Opfer einer Flugzeugkatastrophe in dem Augenblick, da sich ihm neue Möglichkeiten für ein Wirken in der Heimat eröffnet hätten.

  • Literatur

    C. S. Benedict, Gedenkwort f. F. v. H., in: Neue Musikztg. I, H. 2, 1947;
    Rhdb. (P);
    Riemann (W).

  • Autor/in

    Wilhelm Zentner
  • Empfohlene Zitierweise

    Zentner, Wilhelm, "Hoeßlin, Franz von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 369 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116933259.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA