Lebensdaten
1876 bis 1960
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Astronom ; Astrophysiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11691792X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hnatek, Adolf
  • Hnatek, Adolf Anton

Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Hnatek, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11691792X.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf (1847–1914), Rechnungsbeamter, S d. Schneidermeisters Max in Währing u. d. Karoline Buchelt;
    M Antonie (1843–1901), T d. Mehlhändlers Johann Strauß in Znaim/Mähren u. d. Anna Teply;
    1) 1899 Bertha (1868–1911), 2) Wien 1912 Elisabeth (* 1870), beide T d. Geschäftsführers Joh. Frdr. Lehrer u. d. Anna Matalik;
    1 T aus 2).

  • Leben

    H. trat 1895 nach dem Schulbesuch in den technischen Postdienst ein, beschäftigte sich aber daneben mit astronomischen Privatstudien, die es ihm ermöglichten, die Berechnung von Kometenbahnen in Form definitiver Bahnbestimmungen durchzuführen. Diese wurden in den Berichten der Wiener Akademie veröffentlicht (SB der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse, Abteilung IIa, 107, 1898, 110, 1901, und Denkschrr. 77, 1905, 87, 1912). 1911 konnte er als wissenschaftlicher Beamter in den Dienst der Universität-Sternwarte Wien übernommen werden. Neben ausgedehnter Beobachtungstätigkeit führte er jetzt ein ordnungsgemäßes Hochschulstudium durch (1914 Dr. phil., Wien), habilitierte sich 1926 und wurde 1932 außerordentlicher Professor.

    H. gehört zu den bedeutendsten Astrophysikern Wiens in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts Ein ebenso geschickter Praktiker, am Fernrohr und im Laboratorium, wie ein glänzender Theoretiker, hat er das Gebiet der klassischen Astronomie wie dasjenige der Astrophysik beherrscht. Seine großen Erfahrungen bei der Untersuchung des Wiener Coudé-Spektrographen und den damit ausgeführten ausgedehnten Beobachtungen von Radialgeschwindigkeiten von Sternen legte er in dem umfangreichen Beitrag „Spektralanalyse der Gestirne“ nieder (Enzyklopädie der mathematischen Wissenschaften IV, 2, 1930). Zahlreiche Arbeiten widmete er den Problemen der Astrophotographie, der photographischen Photometrie und Photochemie. Als ein Starleiden ihn zur Aufgabe der Beobachtungstätigkeit zwang, wandte er sich der theoretischen Astrophysik zu. Dieser Zeit entstammen seine Arbeiten über Bedeckungsveränderliche, über den inneren Aufbau von Fixsternen und zur Statistik der extragalaktischen Sternsysteme.|

  • Auszeichnungen

    Medaille d. Österr. Photogr. Ges. (in Silber 1949, in Gold 1951).

  • Werke

    Weitere W u. a. Versuche z. Anwendung strenger Selektivfilter b. spektralphotometr. Unterss., in: Zs. f. wiss. Photogr. 15, 1915/16, 22, 1923;
    Die Ermittlung von Sternhelligkeit auf photograph. Wege, in: Astronom. Kal. d. Univ.-Sternwarte Wien 44 für 1925, 1924;
    Verteilung d. effektiven Temperatur u. Leuchtkräfte unter d. Milneschen Sternmodellen, in: Astronom. Nachrr. 251, 1934;
    Relativist. vollst, entartete Modelle weißer Zwerge mit vorgegebener Verteilung d. Energiequellen, ebd. 256, 1935;
    Bestimmung d. Randverdunkelg. b. Bedeckungsveränderlichen I, ebd. 261, 1937, II, 272, 1942;
    Zusammenhang zw. d. Dichte e. entwickelten Schicht u. d. Zahl u. Größe d. in ihr befindl. Silberkörner sowie d. Art ihrer Verteilung in d. Schicht, in: Photograph. Korr. 88, 1952;
    Helligkeitsverteilung in d. sich b. Momentaufnahmen bewegter Gegenstände ausbildenden Zone d. Randunschärfe, ebd.

  • Literatur

    O. Helwich, in: Photograph. Korr. 92, 1956;
    ders., ebd. 96, 1960 (W);
    Pogg. V-VII a.

  • Autor/in

    Thomas Widorn
  • Empfohlene Zitierweise

    Widorn, Thomas, "Hnatek, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 279 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11691792X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA