Lebensdaten
1750 bis 1821
Geburtsort
Blasewitz bei Dresden
Sterbeort
Ansbach
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116908823 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Naumann, Friedrich Gotthard

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Zitierweise

Naumann, Friedrich Gotthard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116908823.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann George;
    M Anna Rosina;
    B Johann Gottlieb (s. 1);
    Ansbach 1792 Anna Barbara (1766–1811), Wwe d. N. N. Heindel; kinderlos;
    N Carl Friedrich (s. 3).

  • Leben

    N. besuchte seit seinem 17. Lebensjahr die Dresdner Kunstakademie, wo er Schüler von Giovanni Battista Casanova war. 1772 unternahm er zusammen mit seinem Bruder eine Italienreise zur Weiterbildung. Über München und Venedig gelangten beide nach Rom, wo N. im Atelier von Anton Raphael Mengs arbeitete und zeitweise auch in dessen Haus lebte. 1775 lernte er in Rom den Markgrafen Alexander von Ansbach (1736–1806) kennen, der ihn in seine Dienste übernahm, ihm jedoch vorerst noch eine Verlängerung seines Studienaufenthalts in Rom bewilligte.

    1781 zog N. schließlich nach Ansbach, wo er den Titel eines Hofmalers und die ungewöhnlich hohe Besoldung von 1000 Gulden pro Jahr, zuzüglich Naturalien, erhielt. Er war nun überwiegend als Porträtist tätig. Neben Angehörigen des Hofes malte er – wohl aus freien Stücken und ohne Auftrag – mit genauer Beobachtungsgabe und sorgfältiger Ausführung auch einfache Leute aus den Dörfern um Ansbach. Beim Fürsten stand er in hohem Ansehen, bei seinen übrigen Zeitgenossen war die Qualität seiner Werke, vor allem seiner religiösen Bilder, umstritten. 1789/90 begleitete N. die Bayreuther Markgräfinwitwe Sophie Caroline Marie (1737–1817) auf einer Italienreise. Seit 1790 unterrichtete er an der Univ. Erlangen Malerei und Zeichnen. Mit dem Übergang der Fürstentümer Ansbach und Bayreuth an das Kgr. Preußen endeten die Aufträge des ehemaligen Hofes, doch war N. für Friedrich Wilhelm II. von Preußen als Kunsteinkäufer und Gutachter tätig. Hierbei gelang es ihm u. a., zu verhindern, daß Teile des damals Albrecht Dürer zugeschriebenen Schwabacher Hochaltares entfernt und verschenkt wurden. Daneben erteilte er Privatunterricht im Zeichnen und Malen. Seine Besoldung und seine Räume im Ansbacher Schloß standen ihm weiterhin zur Verfügung, auch als 1806 Ansbach an Bayern fiel. Er blieb zwar finanziell abgesichert, erhielt aber nur noch gelegentlich kleinere Aufträge von Privatpersonen. Vereinsamt und als Künstler längst nicht mehr gefragt, erschoß er sich in seinen Räumen im Ansbacher Schloß. Sein künstlerischer Nachlaß wurde versteigert, sein Vermögen kam laut testamentarischer Bestimmung einem Armenfonds zugute.

  • Werke

    Christus am Ölberg, 1784 (Pfarrkirche, Großhaslach);
    Christus am Ölberg, 1787 (Pfarrkirche, Unterschwaningen);
    Frau Schawesberger (Amme d. Mgf. Carl Alexander v. Brandenburg-Ansbach), 1781 (Residenz, Ansbach);
    Alter Mann blickt aus e. Butzenscheibenfenster;
    Mädchen in fränk. Tracht, gen. „Die Schöne von der Silbermühle“, 1788 (beide Markgrafenmus., Ansbach).

  • Literatur

    M. Krieger, Die Ansbacher Hofmaler d. 17. u. 18. Jh., in: Jb. d. Hist. Ver. f. Mittelfranken 83, 1966, S. 368-403 (W-Verz., Abb., L);
    ThB.

  • Portraits

    Selbstbildnis in Öl (Markgrafenmus., Ansbach).

  • Autor/in

    Sylvia Habermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Habermann, Sylvia, "Naumann, Friedrich Gotthard" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 764 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116908823.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA