Lebensdaten
1797 bis 1872
Geburtsort
Halle/Saale
Sterbeort
Greifswald
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Physiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116900679 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grunert, Johann August

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Grunert, Johann August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116900679.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Frdr. Aug. (* 1769), Buchdruckerherr in H., S d. Ratsbuchdruckerherrn Frdr. Aug. in H. u. d. Joh. Dorothea Berger;
    M Dorothea Charl., T d. Joh. Gottfr. Krünitz, Bgm., Kauf-u. Handelsmann in H.;
    1) Halle 1825 Amalie Therese (* 1801), T d. Joh. Carl Erdmann Bergener (1770–1813), Prof. d. Med. in H., u. d. Joh. Christiane Louise Büchling (1774–1851), verdient um d. soz. Fürsorge (s. L), 2) N. N.; mindestens 1 S, 2 T.

  • Leben

    G. war Schüler des Pädagogiums der Franckeschen Stiftungen in Halle, wo bis 1811 K. B. Mollweide den Unterricht in Mathematik und Physik gab. Er studierte in Halle (seit 1815) bei Johann Friedrich Pfaff, dann in Göttingen bei C. F. Gauß (Promotion Halle 1820). Bis zur Berufung an die Universität Greifswald (1833) war er Gymnasiallehrer in Torgau (bis 1828) und dann in Brandenburg. Seit 1838 unterrichtete er auch an der Landwirtschaftlichen Anstalt in Eldena. – G. war ein sehr beliebter Lehrer. Um den Mathematiklehrer auch nach dem Studium mit seiner Wissenschaft in Kontakt zu halten, gab er das von ihm selbst 1841 gegründete „Archiv der Mathematik und Physik“ heraus, das eine Verbindung zwischen Schule und Universitätsmathematik herstellen und die Begeisterung der Gymnasiallehrer für die Wissenschaft wachhalten sollte; diese Zeitschrift – bis zu seinem Tod kamen 54 Bände heraus – trug ihm namentlich anfangs viel Anerkennung ein und erwarb ihm viele Freunde. Er verfaßte selbst zahlreiche größere und sehr viele kleinere Abhandlungen. Hervorzuheben ist die Vollendung des von G. S. Klügel begonnenen, von Mollweide fortgesetzten Mathematischen Wörterbuches (1831–36). – Durch Veröffentlichungen in seinem Archiv und durch Veranlassung der Oberlausitzschen Gesellschaft zu Görlitz zur Stellung einer Preisaufgabe über E. W. Tschirnhaus (1863, Wiederholung 1865) hat G. die Forschung über die fast völlig vergessenen Leistungen Tschirnhausens als Mathematiker wieder in Gang gebracht.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina, d. Ak. d. Wiss. in München, Wien, Stockholm, Uppsala, Pest u. a.; Geh. Reg.Rat.

  • Literatur

    ADB X;
    M. Curtze, in: Bull. des sciences mathématiques et astronomiques 3, Paris 1872, S. 285-87;
    ders., in: Archiv d. Math. u. Physik 55, 1873, S. 1-3;
    A. Schrötter, in: Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien 23, 1873, S. 145-47;
    O. Volk, in: E. W. v. Tschirnhaus u. d. Frühaufklärung in Mittel- u. Osteuropa, 1960, hrsg. v. E. Winter, S. 265;
    Pogg. I, III. - Zu Schwieger-M J. Ch. L. Bergener: H. A. Niemeyer, in: Hallesches Patriot. Wbl. v. 15.2.1851.

  • Portraits

    Gem. v. W. Titel (Greifswald, Univ.), Abb. in: O. Schmitt u. V. Schultze, W. Titel u. seine Bildnisse d. Greifswalder Professoren, 1931.

  • Autor/in

    Otto Volk
  • Empfohlene Zitierweise

    Volk, Otto, "Grunert, Johann August" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 231 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116900679.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Grunert: Johann August G., Mathematiker und Physiker, geboren am 7. Februar 1797 zu Halle, am 7. Juni 1872 in Greifswald, war der Sohn eines Buchdruckers. Er besuchte das berühmte Pädagogium des Waisenhauses seiner Vaterstadt, an welchem der gelehrte Mollweide bis 1811 den Unterricht in der Mathematik und Physik ertheilte. Zu ihm scheint G. in einem näheren Verhältnisse gestanden zu haben, welches nach 20 Jahren sich äußerlich dadurch kennzeichnete, daß G. die Vollendung des von Mollweide fortgesetzten mathematischen Wörterbuches von Klügel und die Ausarbeitung zweier Supplementbände zu demselben (1831—36) übernahm. Die Universität bezog G. 1815, und zwar um Architekt zu werden, doch die Vorlesungen von Pfaff in Halle, von Gauß in Göttingen bestimmten ihn, sich einzig der Mathematik zu widmen. Nachdem er am 20. October 1820 in Halle doctorirt hatte, wurde er um Ostern 1821 am Gymnasium zu Torgau, 1828 zu Brandenburg als Lehrer der Mathematik und Physik angestellt. Im Herbste 1833 folgte er einer Berufung an die Universität Greifswald, welcher er fast 39 Jahre lang als ordentlicher Professor der Mathematik, zuletzt mit dem Titel Geh. Regierungsrath angehörte. Als Lehrer war er sehr geschätzt wegen seiner großen Klarheit. Weniger nachhaltig war seine Bedeutung als mathematischer Schriftsteller, wenn gleich die|Zahl seiner größeren und kleineren Erzeugnisse sich auf 500 beläuft. Am Bekanntesten dürfte sein schon genannter Antheil an dem mathematischen Wörterbuche bleiben. Seit 1841 gab G. 54 Bände einer mathematischen, namentlich für das wissenschaftliche Bedürfniß der Gymnasiallehrer sorgenden Zeitschrift unter dem Titel „Archiv der Mathematik und Physik“ heraus, in deren Redaction R. Hoppe ihn nach seinem Tode ersetzt hat. Viele gelehrte Gesellschaften ernannten G. zum Mitgliede, so die Akademien von Wien, München, Stockholm, Upsala, Pest etc.

    • Literatur

      Vergl. Nekrolog von M. Curtze in dem Bulletin des sciences mathématiques et astronomiques, Paris 1872.

  • Autor/in

    Cantor.
  • Empfohlene Zitierweise

    Cantor, Moritz, "Grunert, Johann August" in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 50-51 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116900679.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA