Lebensdaten
1861 bis 1922
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Journalist
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116884029 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Leipziger, Leon
  • Leipziger, Leo
  • Leipziger, Leon
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Zitierweise

Leipziger, Leo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116884029.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Rentier, S d. Joseph Moritz (1794–1863), Kaufm. in Breslau, seit 1840 Kaufm. u. Bankier in Berlin, u. d. Caroline Bruch;
    M N. N.;
    Julia (* 1866), T d. Schriftstellers Julius Stettenheim (1831–1916) in Berlin u. d. Maria Schweitzer.

  • Leben

    L. besuchte 1874-81 das Franz. Gymnasium in Berlin. Mehr außerschulisch interessiert, verbrachte er drei Jahre in der Prima, bestand aber das Abitur 1881 als Zweitbester seines Jahrgangs. Anschließend studierte er in Leipzig und Heidelberg Jurisprudenz. Nach der 2. Staatsprüfung schloß L. seine Ausbildung als Assessor am Amtsgericht I in Berlin ab und ließ sich 1893 als Rechtsanwalt nieder. L. konzentrierte sich bald auf Literatur und Journalistik. Er erwarb „Das Kleine Journal“, das der Finanzier Bethel Henry Strousberg 1879 gegründet hatte. Das täglich erscheinende Blatt zeichnete sich durch pikante Gesellschaftsplaudereien und einen aktuellen Börsen- und Handelsteil aus. In der Sonntagsbeilage erschienen aus der Feder Julius Stettenheims „Wippchens Beityträge“. L. wandte sich mit seinem Blatt, das besonders am Montagmorgen gefragt war, an die „jeunesse dorée“ seiner Zeit. In den 90er Jahren trat er mit zahlreichen Veröffentlichungen hervor (Berliner Revue, 1893; Die Ballhaus-Anna, Ein Berliner Sittenroman, 1895, neubearb. u. d. T. Mascotte, 1920; Die neue Moral, Berliner Roman, 1898). Nach der Jahrhundertwende benutzte er das Pseudonym „Roland von Berlin“ (Berliner Leben, 1902; Knipke, Scenen aus dem Berliner Leben, 1903). 1903 gründete L. die Wochenschrift „Roland von Berlin“, die er als Chronist und durch seine zahlreichen Beiträge prägte. Mit liberaler Grundhaltung berichtete die Zeitschrift vom politisch-gesellschaftlichen Leben der Zeit, kritisierte dessen Auswüchse, deckte Skandale auf (Frdr. v. Holstein, Bernh. v. Bülow, Anschlag auf Maximilian Harden) und bot einen umfangreichen Börsenteil. Gelegentliche Konflikte mit der Zensur steigerten die Bekanntheit von Blatt und Autor. 1921 wurde der Titel der Wochenschrift auf „Roland“ verkürzt. Der Versuch Franz Bleis, nach dem Tod L.s die Zeitschrift 1924 als „Magazin“ in ein stärker literarisches Fahrwasser zu führen, scheiterte nach wenigen Monaten.

  • Werke

    Weitere W Gräfin Lametta, 8 Tage aus d. Leben d. Berliner Hochfinanz, 1904;
    Berliner Lieder, 1906;
    Aus einer Närrin Tagebuch, 1907;
    Aus eines Narren Tagebuch, 1907;
    Der Rettungsball, Berliner Roman, 1912;
    Rolandlieder (1914–15), 1915;
    Der Berg-Hirsch, Ein Börsen-Roman, 1922;
    Die neuen Linden, Berliner Roman aus d. letzten Friedensjahren, 1920.

  • Literatur

    Programme des cours du Collège royal français [Berlin], 1882;
    G. Dahms, Das litterar. Berlin, 1895;
    Brümmer;
    Wi. 1922;
    DBJ IV (Tl.);
    Kürschner, Lit.-Kal., Nekr. 1901–35.

  • Autor/in

    Bodo Rollka
  • Empfohlene Zitierweise

    Rollka, Bodo, "Leipziger, Leo" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 152 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116884029.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA