Lebensdaten
1854 bis 1934
Geburtsort
Dorpat
Sterbeort
Meiningen
Beruf/Funktion
Schauspieler ; Theaterleiter ; Schriftsteller
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116879483 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grube, Max

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Zitierweise

Grube, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116879483.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eduard (s. 1);
    1879 Marie Leisch, Schauspielerin; kinderlos.

  • Leben

    Ohne je Theater gesehen zu haben, faßte G. schon mit 12 Jahren den Entschluß, Schauspieler zu werden. Er konnte ihn aber erst nach dem Besuch des Gymnasiums in Breslau verwirklichen, wobei die Freundschaft mit Karl von Holtei bedeutsam wurde. Das 1. Engagement bei den Meiningern (1872) prägte lebenslang seine künstlerische Tätigkeit im Sinne eines „schönen“ historischen Realismus. 1875 wechselte er zu dem ehemaligen Meininger Kollegen P. Borsdorff an das Detmolder Hoftheater über, das auch Osnabrück, Pyrmont und Münster bespielte sowie Tourneen nach Bielefeld, Dortmund und Lübeck|unternahm. Schon hier spielte er große Charakterrollen und führte auch zeitweise die Oberregie. Mit Borsdorff ging G. dann ganz nach Lübeck, wo er Geibel kennenlernte. 1879 folgte Bremen, wo er zu H. Bulthaupt Beziehung gewann. Über Leipzig (1882) und Dresden (1884) kehrte er 1886 als 1. Charakterspieler zu den Meiningern zurück. 1887 gastierte er in München, wo sich sein Shylock mit dem E. von Possarts maß. 1888 wurde er an das Königliche Schauspielhaus in Berlin als Darsteller verpflichtet und 1890 zum Oberregisseur ernannt. Studienreisen nach Paris und Wien hatten seinen Gesichtskreis erweitert. Neben dem vorwaltenden klassischen Drama, mit Shakespeare im Mittelpunkt, hatte er auch die Uraufführung von „Hanneles Himmelfahrt“ von Gerhart Hauptmann zu inszenieren (1893). Das hinderte nicht, daß er immer wieder als literarischer „Reaktionär“ angegriffen wurde. Dabei bemühte er sich, die Bühne für Hebbels Dramen zu gewinnen, und fand die Unterstützung des Kaisers. Daß Wildenbruch G.s lebhafte Pflege fand, vermerkten die fortschrittlichen Kritiker besonders übel. Nach dem Auftakt einer rheinischen Goethe-Feier (1899) leitete G. die sommerlichen Festspiele des „Rheinischen Goethe-Vereins“ im Stadttheater Düsseldorf. Nach Meiningen kehrte er 1909 zurück, um bis 1913 die erste Intendanz des neuen Theaters zu übernehmen. 1913-18 leitete er das deutsche Schauspielhaus in Hamburg. Den Lebensabend verbrachte er in Meiningen, zuweilen zum Beispiel als Shylock, Riccaut und zuletzt als Kardinal („Don Carlos“) gastierend. – Als Darsteller vertrat G. einen gemäßigten Realismus mit feinen Einzelzügen des gebildeten, „denkenden“ Schauspielers. Seine literarischen Veröffentlichungen sind zum großen Teil für das Theater bestimmt oder theatergeschichtlichen Themen gewidmet.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Hofrat.

  • Werke

    Im Bann d. Bühne, 1901 (Gedichte);
    Adalbert Matkowsky, 1909;
    Im Theaterland, 1910;
    Jugenderinnerungen e. Glückskindes, 1917;
    Am Hofe d. Kunst, 1918;
    O Theater, 1921 (Roman);
    Komödiantenkind, 1923 (Roman). - Dramen: Strandgut, 1886;
    Hanns im Glück, 1886 (mit Koppel-Ellfeld);
    Wer siegt? (Ms. Köln, Inst. f. Theaterwiss.);
    Der Kardinal, 1908 (mit L. Lothar). - Bühnenbearb.:
    Scribe, Das Glas Wasser, 1907;
    Antonius u. Cleopatra, 1907;
    Grabbe, Die Herrmannsschlacht (Ms. Köln, Inst. f. Theaterwiss.). - Hrsg.: Rollenhh. C. Seydelmanns, = Schrr. d. Ges. f. Theatergesch. 25, 1915;
    6 Handzeichnungen Hzg. Georgs II. (mit Geleitwort), 1922. - Nachlaß, Köln, Inst. f. Theaterwiss.

  • Literatur

    F. J. Verron, M. G. als Schauspieler u. Regisseur (unvollst. Diss. um 1940, Ms., Köln, Inst. f. Theaterwiss.);
    Rhdb. (P);
    Eisenberg;
    Kosch, Theater-Lex. (L).

  • Autor/in

    Carl Niessen
  • Empfohlene Zitierweise

    Niessen, Carl, "Grube, Max" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 174-175 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116879483.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA