Lebensdaten
1814 oder 1815 bis 1888
Geburtsort
Königsberg (Preußen)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Schauspieler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11687239X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meixner, Karl Wilhelm

Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Meixner, Karl Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11687239X.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich, Sänger (Bassist), u. a. tätig in Köln und Berlin;
    (⚮) N. N.

  • Leben

    M., der schon als Kind unter Ringelhardt in Köln auf der Bühne stand, erhielt seine Schulbildung in Berlin im Gymnasium zum Grauen Kloster und im Collège Français und sollte nach dem Willen seines Vaters Jura studieren. Er wandte sich aber, als sein Vater das Berliner Engagement verließ, ganz dem Theater zu und debütierte am 16.2.1837 in einer Nebenrolle bei der reisenden Theatergruppe von Th. Müller, genannt „Franzosenmüller“, in Lüneburg. M. spielte bei dieser Truppe auch bereits „ältere Charaktere“ wie den Wurm in Schillers „Kabale und Liebe“. Schon nach kurzer Zeit wurde er für Chargenrollen an das Hoftheater in Detmold engagiert und trat dort auch als Sänger auf (u. a. Matteo in Aubers „Fra Diavolo“ und Komtur in Mozarts „Don Giovanni“). Zum 1.5.1839 verpflichtete ihn Theaterdirektor Charles Maurice an das kleine Steinstraßer-Theater in Hamburg, wo er in sein eigentliches Rollenfach der Bonvivants und jugendlich komischen Charaktere wechselte. Besonderen Erfolg hatte er als Bonjour in K. v. Holteis „Wienern in Paris“, den er an die hundertmal spielte. 1843 folgte er Maurice an dessen neuerbautes Thaliatheater, von wo er aber bereits 1844 für drei Jahre an das Leipziger Stadttheater ging, das damals zu den führenden Bühnen des deutschen Sprachraums zählte. Hier gelang M. in der Rolle des Abbé von der Sauce in H. Laubes Lustspiel „Rococco“ der Durchbruch zum Charakterkomiker. Nach erfolgreichen Gastspielen am Hoftheater in Dresden 1845 und am Hoftheater in Berlin im Juli 1846 nahm er ein Angebot des Hoftheaters in Stuttgart an; hier wurde er bald zum Publikumsliebling. Nach der 1848 aus politischen Gründen erfolgten Schließung des Hoftheaters gastierte er in Bremen, Leipzig und im März 1850 „auf Engagement“ am Hofburgtheater in Wien, dessen erste Einladung er 1845, an Leipzig gebunden, abgelehnt hatte. Bereits nach seinem zweiten Auftreten wurde M. vom damaligen Burgtheaterdirektor H. Laube engagiert und erhielt schon am 15.9.1851 sein Dekret als k. k. Hofschauspieler. Der glänzende Charakterkomiker zählte zu den angesehensten Mitgliedern des Burgtheaters, wo er bis zu seinem Tod in etwa 300 Rollen auftrat. M. war ein Meister der Maske und der Verwandlung, allerdings kein „Naturkomiker“; seine realistische Charakterkomik „wurzelte in der Reflexion“ (L. Speidel), und daher lagen ihm auch beißender Witz und scharfe Ironie, wobei ihm seine ausgezeichnete Sprachtechnik sehr zustatten kam.

  • Literatur

    Dt. Bühnen-Alm. 1876, 1878, S. 104, 1888, S. 235 f., 1889, S. 259 ff.;
    Gettke's Bühnenalm., 1889, S. 96;
    H. Laube, Das Burgtheater, 21891;
    ders., Theaterkritiken u. dramaturg. Aufsätze, hrsg. v. A. Weilen, in: Schrr. d. Ges. f. Theatergesch. 7/8, 1906;
    P. Schlenther. Theater im 19. Jh., ebd. 40, 1930;
    L. Speidel, Schauspieler, 1911;
    J. Stern u. R. Lothar, 50 J. Hoftheater, Bd. 3.1897;
    H. Bahr, Wiener Theater, 1899;
    L. Eisenberg, Gr. Biogr. Bühnenlex. d. Dt. Bühne, 1903;
    R. Tyrolt, Allerlei v. Theater u. Kunst, 1909;
    ders., Theater u. Schauspieler. 1927;
    Burgtheater 1776-1976, Aufführungen u. Besetzungen v. 200 J., 2 Bde., o. J.;
    Kosch, Theaterlex.;
    Wurzbach 17.

  • Portraits

    Gem. v. J. Fux, Wien, Ehrengal. d. Burgtheaters.

  • Autor/in

    Edith Marktl
  • Empfohlene Zitierweise

    Marktl, Edith, "Meixner, Karl Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 736 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11687239X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA