Lebensdaten
1819 bis 1907
Geburtsort
Kopenhagen
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Tänzerin ; Ballettmeisterin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116820446 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grahn-Young, Lucina Alexia
  • Grahn, Lucile (geborene)
  • Grahn, Lucina Alexia (geborene)
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Grahn-Young, Lucile, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116820446.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V John Jensen Grahn (ca. 1787–1859), dän. Leutnant, Zollassistent;
    M Mette Christine Knudstrup (ca. 1799–1883);
    München 1856 Frdr. Young (1824–84), Hofopernsänger (Tenor), S d. Schauspielers Karl Borromäus Young; Schwäger Joseph Y. (1822–77, ⚭ Therese Mink, 1833–87, Schriftstellerin), Philanthrop, Kommissär d. k. k. Privileg, allg. wechselseitigen Brandschadenversicherungsanstalt, bes. verdient um d. österr. Feuerwehrwesen, Eduard Y. (1823–82), Genremaler, 1856-63 Zeichenlehrer Kg. Friedrichs VII. v. Dänemark, wandte sich dann in M. dem Figurenfach zu, malte bes. Darst. aus d. Leben d. Alpenbewohner (s. ADB 44; Wurzbach 59; ThB); Schwägerin Luise Y. (* 1825), Sängerin, ging nach gr. Europatournee. nach d. USA, gründete e. Opernschule in New York; Halb-B d. Ehemannes Gustav Y. (1846-n. 1910), Schriftsteller in Wien (s. Brümmer); kinderlos.

  • Leben

    In Kopenhagen erhielt G., zuerst Elevin in der Tanzschule beim Solotänzer Pierre Larcher, ihre weitere Ausbildung unter August Bournonville, dessen beste Schülerin sie war (1. Auftreten am 29.5.1829 in der Kinderrolle als „Sabi“ in: „Danina, oder Jocko, der|brasilianische Affe“, Ballett von F. Taglioni). Sie debutierte am 23.9.1834 im „Pas de deux“ in: „Die Stumme von Portici“. Bournonville arrangierte für sie Taglionis Ballett „La Sylphide“. G. wurde königliche Solotänzerin, verließ 1839 nach einer persönlichen und künstlerischen Kontroverse mit Bournonville Dänemark, ging nach Paris, Sankt Petersburg, tanzte in London, in Italien, in Brüssel und wurde ebenso bekannt und berühmt wie Marie Taglioni, Carlotta Grisi und Fanny Cerrito. Diese 4 Ballerinen tanzten in London 1845 in Her Majesty's Theatre den berühmten „Pas de Quatre“. 1848/49 war G. in Deutschland und tanzte in Dresden, Leipzig, Hamburg, Hannover, Berlin, Darmstadt und Frankfurt. Wegen des gleichzeitigen preußisch-dänischen Krieges konnte sie nicht in ihre Heimat zurück. – Ihre bekanntesten Tänze sind: „Cachucha“, „El Jaleo de Xeres“, „Fandango“, „El Ole“. Sie war hochgewachsen, schlank, hatte eine regelmäßig gebaute Figur mit schmalen Gelenken, blaue Augen und blondes Haar. Ihre Zeit bewunderte an ihr die perfekte Technik, den eleganten Stil und die lebendige Mimik. Sie beendete ihre Karriere als Tänzerin mit 35 Jahren, heiratete bald darauf und zog nach München. 1858-61 war sie Ballettmeisterin in Leipzig, 1869-75 am Hoftheater in München (Choreographie zum Tannhäuser-Bacchanal). G. vermachte ihr Vermögen (ungefähr ½ Million Mark) den notleidenden Kindern der Stadt München, die eine Straße nach ihr benannte.

  • Literatur

    A. Bournonville, Mit Theaterliv II, Kopenhagen 1865, S. 64 f., III, 3, 1878, S. 95;
    Juleroser, ebd. 1898;
    H. Brix, H. C. Andersen og hans Eventyr, ebd. 1907, S. 129;
    Personalhist. Tidsskr., 6. Rk., II, ebd. 1911, S. 285-325;
    R. Neiiendam, Omkring Teatret, ebd. 1919, S. 31-61 (L);
    ders., in: Teatret 18, ebd. 1919. S. 142 ff.;
    H. Holland, in: BJ XII, S. 122 f. (u. Tl. 1907);
    Wurzbach 59 (auch f. Ehemann u. Schwäger, L u. P-Nachweis f. G.);
    Enc. dello Spettacolo V, Rom 1958 (L, P);
    Dansk Leks. VIII (L).

  • Portraits

    Gem. v. F. Simoneau, Kostümbild v. J. Brandard (als Caterina ou la Fille Du Bandit), 1846, Stich v. G. H. Every, 1847 (Köln, Theater-Mus.);
    Zeichnung v. E. Baerentzen (Kopenhagen, Theater-Mus.);
    8 Phot. bzw. graph. Darst. (München, Theater-Mus.), u. a. 2 Zeichnungen (Rollenbilder) v. E. Young (Schwager).

  • Autor/in

    Rolf Badenhausen
  • Empfohlene Zitierweise

    Badenhausen, Rolf, "Grahn-Young, Lucile" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 734 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116820446.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA