Lebensdaten
1835 bis 1898
Geburtsort
Straßburg
Sterbeort
Genua
Beruf/Funktion
Journalist ; Politiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116819227 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schneegans, Karl August
  • S. Bruyière (Pseudonym)
  • Alsaticus (Pseudonym)
  • mehr

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Zitierweise

Schneegans, August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116819227.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus im 17. Jh. v. Kreuznach n. St. zugewanderter Fam.;
    V Gustav (1809–47 oder 1872), Kurzwarenhändler in St., S d. Johann Daniel (1778–1843), Dir. d. Waisenhauses in St.;
    M Pauline Kramp ( 1884);
    Straßburg 1862 Anna (1839–1923), T d. Friedrich Bruch (1792–1874), Dir. d. Prot. Gymn. in St., Prof. d. ev. Theol. an d. Univ. Straßburg, Rektor (s. NDB II; NDBA; BBKL), u. d. Elise Fanny Redslob (1810–89);
    4 S u. a. Gustav (* 1865), Dr. med., Chirurg in Bad Kissingen, Heinrich (s. 2), Alphons (1867–1946), Architekt, 1900-04 Stadtbaumeister in Berlin, 1904-12 Entwurfsing. b. d. Bauverw. d. Fried. Krupp AG, Essen, seit 1912 o. Prof. f. Hochbau u. Entwerfen an d. TH Dresden, Vf. v.Hdb. d. Architektur“, 4. T., 1923 (s. Professoren TU Dresden), 1 T Margarethe Koenig; Gvm d. Ehefrau|Franz Heinrich Redslob (1777–1834), Prof. d. ev. Theol. in St. (s. NDBA).

  • Leben

    S. besuchte das Prot. Gymnasium seiner Geburtsstadt und studierte hier bis zum Abschluß als Licencié ès lettres. 1857/58 war er Sekretär und Übersetzer bei der Europ. Donaukommission in Galatz (Rumänien). Danach versuchte er sich in Paris als Schriftsteller und Sprachlehrer, kam zum Journalismus, schrieb für „Le Courrier français“, „Nord“, „Le Temps“ und war seit 1862 Redakteur beim „Courrier du Bas-Rhin“ (später „Elsässer Journal“) in Straßburg. Während der Belagerung der Stadt Gemeinderat, war er zeitweilig Beigeordneter des Bürgermeisters. Im Nov. 1870 emigrierte S. in die Schweiz, wo er in Bern die Zeitung „Helvétie“ gründete. In die franz. Nationalversammlung in Bordeaux gewählt, kämpfte er 1871 erfolglos für den Verbleib des Elsaß bei Frankreich. Nachdem er sein Mandat niedergelegt hatte, übernahm er für zwei Jahre die Chefredaktion des gemäßigt liberalen „Journal de Lyon“, mußte diese Stellung jedoch wegen seiner betont antiklerikalen Haltung aufgeben. 1873 kehrte er als Chefredakteur des „Elsässer Journals“ nach Straßburg zurück. Daneben arbeitete er für verschiedene liberale dt. Blätter. 1877 wurde S. in das Oberkonsistorium der ev. Kirche von Elsaß-Lothringen gewählt. Von Jan. 1877 bis Okt. 1879 trat er als Mitglied des Reichstags für die Autonomie Elsaß-Lothringens ein: Die Einsetzung eines ksl. Statthalters und einer Regierung in Straßburg gingen maßgeblich auf sein parlamentarisches Engagement zurück. In dieser neuen Behörde war S. 1879/80 als Ministerialrat tätig, wechselte indessen bald als Konsul in Messina in den Auswärtigen Dienst. Seit 1888 vertrat er das Dt. Reich als Generalkonsul in Genua.

  • Auszeichnungen

    Komturkreuz d. ital. Kronenordens (1887).

  • Werke

    Das höhere Schulwesen in Elsaß-Lothringen, 1878;
    Die Elsässer Liga diesseits u. jenseits d. Vogesen, 1878;
    Straßburg nach d. Übergabe an Frankreich 1681-1698, 1882;
    Aus fernen Landen, 1886;
    Sicilien, Bilder aus Natur, Gesch. u. Leben, 1887;
    Romeo's Tochter, 1889;
    Kallia Kypris, Aus Alt-Syrakus, 1893; Memoiren 1835-1898, Ein Btr. z. Gesch. d. Elsasses in d. Übergangszeit, Aus d. Nachlasse hg. v. H. Schneegans, 1904 (P);|

  • Nachlaß

    Nachlaß: BA Berlin.

  • Literatur

    H. v. Poschinger, Fürst Bismarck u. d. Parl. K. A. S., in: Dt. Revue über d. gesamte nat. Leben d. Gegenwart 19, 1894, S. 129-49;
    O. Wilda, in: Nord u. Süd, Eine dt. Mschr. 20, 1896, S. 424-41;
    L. Raeppel, in: Heimatstimmen 4, 1926, S. 21-6;
    H. Ermann, ebd. 13, 1935, S. 107-12;
    H.-J. Hiery, RTwahlen im Reichsland, Ein Btr. z. Landesgesch. v. Elsaß-Lothringen u. z. Wahlgesch. d. Dt. Reiches 1871-1918, 1986, S. 464 f.;
    NDBA.

  • Autor/in

    Martin Kröger
  • Empfohlene Zitierweise

    Kröger, Martin, "Schneegans, August" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 281-282 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116819227.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA