Lebensdaten
1645 bis 1714
Beruf/Funktion
österreichischer Diplomat ; Vizekönig von Neapel
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11681098X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Martinitz, Georg Graf von
  • Martinitz, Georg Adam Graf von
  • Martinitz, Georg Graf von

Quellen(nachweise)

Porträt(nachweise)

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Martinitz, Georg Adam Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11681098X.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Maximilian Valentin (s. Gen. 1);
    M Anna Katharina Bukůvka v. Janovic;
    1) Maria Felicitas Gfn. v. Spaur, 2) Maria Josepha Gfn. v. Sternberg (1669–1747);
    5 S, 6 T, u. a. Adolf Bernhard (1680–1735), Statthalter 1712, im Bes. d. M.schen Fideikommisse 1714–35, GR 1718, Oberstallmeister d. Kaiserin Elisabeth Christine 1729, Obersthofmeister 1735, Franz Michael (1710–73), Appellationsrat, Kammergerichtsbeisitzer, Hofmeister d. Erzhzgn. Maria Magdalena, GR u. Kämmerer, im Bes. d. M.schen Fideikommisse 1735–73, Gesandter in Portugal 1736, dann in Sondermission in Brüssel.

  • Leben

    Das Studium der Rechte in Prag schloß M. 1670 mit der Disputation über eine These „in quattuor institutionum imperialium libros“ ab. 1671 war er in Siena inskribiert. In seinem Besitz befand sich das Gut Planitz (Plánice), das er in ein Fideikommiß umwandelte. 1685 übernahm er die Familien-Fideikommisse Smetschna (Smečno) und Schlan (Slaný). Seine diplomatische Karriere begann M. als österr. Gesandter in England und Portugal. Im November 1682, am Vorabend der türk. Belagerung Wiens, wurde er zum Erzbischof von Salzburg, an die ital. Höfe in Florenz, Parma und Modena, in die Stadtrepubliken Venedig, Lucca und Genua und zur röm. Kurie gesandt, um Subsidien für die Verteidigung Wiens zu erlangen. Von dieser Mission kehrte er im Oktober 1683 zurück. Von Mai 1696 bis April 1700 vertrat M. die Interessen der Kaiserin Eleonore bei Papst Innozenz XII. in Rom. Schon 1696 knüpfte er hier Kontakte zu dem Architekten Carlo Fontana und ließ den Entwurf für ein neues Prager Stadt-Palais in der Lorettogasse anfertigen. 1700-05 entstand – unter Verwendung eines schon von Maximilian Valentin begonnenen Neubaus – der repräsentative Sitz in dem für Prag außergewöhnlichen Stil des röm. Klassizismus. Nach seiner Rückkehr aus Rom wurde M. Hauptmann der kaiserl. Hartschiere, Geheimer und Konferenz-Rat, Obersthofmarschall (1703) und Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies.

    Nachdem im Span. Erbfolgekrieg die Offensive der Alliierten in Norditalien zum Erfolg geführt hatte, wurde M. als kaiserl. Bevollmächtigter mit der Würde eines Vizekönigs im Mai 1707 nach Neapel geschickt. Von Feldmarschall Daun mit 8000 Mann unterstützt, zog er durch den Kirchenstaat und nach der Eroberung Capuas am 3.7.1707 in Neapel ein. Als letzter Stützpunkt der bourbon. Herrschaft in Süditalien wurde im September die Festung Gaeta eingenommen; damit war das Hauptziel der kaiserl. Italien-Politik, die Wiedereroberung aller ehemals span. Gebiete, erreicht. Aus gesundheitlichen Gründen kehrte M. jedoch schon im Dezember 1707 nach Wien zurück. Zu seinem persönlichen Andenken ließ M. vor dem Schloß in Smetschna zwei Obelisken nach ägypt. Art aufrichten; an sein Wirken in Italien erinnert eine Inschrift in der Redemptoristen-Kirche in Neapel.

  • Literatur

    ADB 20, S. 517;
    O. Redlich, Das Werden e. Großmacht, 21942, S. 76 f.;
    P. Preiss, Italští umělci v Praze, 1986, S. 290 f. – Eigene Archivstud. im Zentralen Staatsarchiv u. im Regionalen Staatsarchiv, Prag.

  • Literatur

    zu 1-3) Riegrův Slovník naučný V, 1866, S. 146-48;
    Ottův Slovník naučný 16, 1900, S. 920 f.;
    C. Zíbrt, Bibliografie české historie I, 1900, S. 455;
    Wurzbach 17.

  • Autor/in

    Zdeněk Hojda
  • Empfohlene Zitierweise

    Hojda, Zdenek, "Martinitz, Georg Adam Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 304 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11681098X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA