Lebensdaten
1889 bis 1964
Geburtsort
Frankenthal (Pfalz)
Sterbeort
Galenberg (Eifel)
Beruf/Funktion
Mediziner
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116810904 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Martini, Paul

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Zitierweise

Martini, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116810904.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Juristenfam.;
    V Paul (1855–1937), Landgerichtspräs. in München, S d. Notars Ludwig (1812–74) in Dürkheim u. d. Catharina Freyseng;
    M Anna (1862–1950). T d. Landrichters Franz Bauer (1830–1911) in Landau u. d. Anna Claudine Brechter;
    München 1914 Tilde (1890–1977), T d. Bankiers Wilhelm Schuler (1850–1922) in München u. d. Mathilde Rüdiger;
    2 S, 5 T.

  • Leben

    M. studierte Medizin in München und Kiel, besonders gefördert von Otto Frank und Friedrich v. Müller, bei dem er 1913 promovierte. Im 1. Weltkrieg war er Truppenarzt (Mil.-Sanitäts-Orden II. Kl.), dann Assistent und Oberarzt an der 2. Medizinischen Klinik in München (1922 Habilitation, 1926 apl. Professor). 1928 übernahm er die Leitung der Medizinischen Klinik am St. Hedwig-Krankenhaus in Berlin. 1932 erhielt er den Ruf als Chef der Medizinischen Klinik in Bonn. Sein wissenschaftliches Interesse galt zunächst der Aufklärung der physikalischen Bedingungen der Auskultation und Perkussion, basierend auf den Untersuchungen Otto Franks über „erzwungene und gekoppelte Schwingungen“. Sie führten zur Entwicklung des „Stethoskops nach Martini“, wobei Holzart, Länge und lichte Weite genau definiert waren. „Die unmittelbare Krankenuntersuchung“ (1926, 31950 mit E. Weite) war zu seiner Zeit ein vielgebrauchter Leitfaden für Studenten. In den großen Kliniken von Berlin und Bonn fand er günstige Arbeitsbedingungen für die klinische Pharmakologie. Seine Forschungen schlugen sich nieder in seinem Buch „Methodenlehre der therapeutisch-klinischen Forschung“ (1932, 41968 mit G. Oberhoffer u. E. Weite), in dem seine und seiner Schüler Ergebnisse zusammengefaßt sind. Sein Einsatz für Menschen in Not, seien es poln. Geiseln, farbige franz. Kriegsgefangene oder jüdische Mitbürger unter dem Nationalsozialismus, war ihm in gleicher Weise selbstverständlich wie sein Eintreten für eine bessere Nahrungszuteilung für die Bevölkerung durch die amerikan. Besatzung. S. J.|Thannhauser apostrophierte ihn als „das Gewissen der deutschen Medizin“. 1953/54 war er Rektor der Univ. Bonn|

  • Auszeichnungen

    Paracelsus-Medaille d. dt. Ärzteschaft (1957), Friedrichv.-Müller-Plakette (1958), Ehrenmitgl. d. Dt. Ges. f. Innere Med. u. d. Rudolph Virchow Medical Society in New York, Mitgl. d. Leopoldina (1959); Gr. Bundesverdienstkreuz mit Stern (1959); Dr. med. h. c. (München 1964).

  • Werke

    Weitere W u. a. Die unmittelbare Krankenuntersuchung, 1926, 31950 (mit E. Welte);
    Friedrich v. Müller (Nekr.), in: Dt. Archiv f. klin. Med. 188, 1942, H. 5;
    Einseitigkeit u. Mitte in d. Med. (Rektoratsrede), 1954;
    Über d. eth. u. log. Voraussetzungen d. therapeut. Forschung, in: Ciba-Symposium 6, 1958, S. 90-93;
    Wunder. Sünde u. Krankheit, in: Arzt u. Christ, 1960, S. 71-76;
    Friedrich v. Müller, in: Die Gr. Deutschen IV, 1957, S. 463-74;
    Voraussetzungen z. Hochschulreform, in: Stimmen d. Zeit, 1964, S. 190-203.

  • Literatur

    S. J. Thannhauser, in: Dt. Med. Wschr. 84, 1959, S. 154 f.;
    F. Grosse-Brockhoff. ebd. 89, 1964, S. 2300-05 (P);
    A. W. v. Eiff, in: Fortschritte d. Med. 82, 1964, S. 238;
    A. Heymer u. H. Frhr. v. Kreß, in: Btrr. z. Gesch. d. Univ. Bonn 19, 1966;
    E. Weite, in: Bonner Gelehrte, Btrr. z. Gesch. d. Wiss. in Bonn (Medizin) (im Druck).

  • Portraits

    Bronzebüste v. G. Marcks, 1959 (im Bes. d. Fam. u. v. E. Welte), Abb. b. Grosse-Brockhoff, s. L.

  • Autor/in

    Edi Welte
  • Empfohlene Zitierweise

    Welte, Edi, "Martini, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 300 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116810904.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA