Lebensdaten
1857 bis 1917
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Königstein (Taunus)
Beruf/Funktion
Archäologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116808640 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Graef, Franz Botho
  • Gräf, Botho
  • Graef, Botho
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Zitierweise

Graef, Botho, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116808640.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1821–95), Maler (Historien- u. Wandmalereien; erfolgreicher Porträtist) (s. ThB; Altpreuß. Biogr.), S d. Oberlandger.sekr. Joh. Aug. Ferd. in Königsberg/Pr. u. d. Aug. Rebekka Frieder. Schröder;
    M Franziska Bertha (1824–93), T d. Wilh. Adolph Liebreich, Zahnarzt in Königsberg/Pr., u. d. Bertha Simon;
    Om Richard Liebreich (1830–1917), Augenarzt in Paris u. London, Hrsg. v. „Atlas d. Ophthalmoskopie“ (1863, 31885), Oskar L. (1839–1908), Prof. d. Pharmazie in B. (beide s. BLÄ);
    Schw Sabine (1864–1942, Reinhold Lepsius, 1857-1922 [S d. Ägyptologen Richard L., 1884]), Sabine u. Reinhold Lepsius waren beide Porträtmaler u. Jünger Stefan Georges (s. L).

  • Leben

    G. studierte in Greifswald bei Wilamowitz und in Berlin, wo er bei C. Robert promovierte (De Bacchi Expeditione Indica, 1886). Nach Reisen im Süden 1889 Privatdozent an der Berliner Universität, wurde er 1904 als außerordentlicher Professor für Archäologie und Neuere Kunstgeschichte nach Jena berufen. – G., der eigentlich Künstler werden wollte, ist einer gründlichen und strengen altertumswissenschaftlichen Ausbildung nicht aus dem Wege gegangen. Sein Interesse galt vor allem der künstlerischen Form und ihrer Geschichte bei den Griechen. Von seinen vielen kleinen Aufsätzen, die fast alle in den Schriften des Deutschen Archäologischen Instituts erschienen, sind die meisten einem Thema der griechischen Plastik oder der Vasenmalerei gewidmet. Unter ihnen sind noch nicht überholt eine Studie über den Herakles des Skopas (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Römische Abteilung, 1889) und eine über ein Bildnis des Antiochos Soter (Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts, 1902). Das Deutsche Archäologische Institut, dessen Zentraldirektion G. seit 1914 in seiner Eigenschaft als Vertreter der Archäologie in Jena|angehörte, beauftragte ihn mit der Herausgabe des monumentalen Werkes, das die bei den Ausgrabungen auf der Akropolis in Athen gefundenen Vasen und Vasenscherben zusammenfassen sollte. G. erlebte noch das Erscheinen der ersten Hefte (seit 1909) des Werkes, das erst 1933 von E. Langlotz abgeschlossen wurde. Mit Hilfe seiner an der griechischen Kunst gewonnenen und geschulten Wertbegriffe setzte G. sich auch mit der zeitgenössischen Kunst auseinander (Hodlers und Hofmanns Wandbilder in der Universität Jena, 1910). Mit Stefan George stand er in Verbindung. Er darf als ein hervorragender und charakteristischer Vertreter der deutschen Archäologie aus der blühenden Zeit ihrer Entwicklung gelten, deren Exponent A. Furtwängler ist.

  • Literatur

    F. Noack, in: Archäolog. Anz., Beibl. z. Jb. d. Dt. Archäolog. Inst., 1917, S. 45 ff.;
    P. Wolters, in: Die antiken Vasen v. d. Akropolis I, 4, 1925, S. IV ff.;
    DBJ II (Tl. 1917, L). - Zu R. u. S. Lepsius: ThB;
    P. Landmann, Stefan George u. s. Kreis, e. Bibliogr., 1960.

  • Autor/in

    Friedrich Matz
  • Empfohlene Zitierweise

    Matz, Friedrich, "Graef, Botho" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 708 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116808640.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA