Lebensdaten
1890 bis 1951
Geburtsort
Mainz(-Weisenau)
Sterbeort
Ulm
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116800011 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmitt, Otto
  • Schmidt, Otto

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Zitierweise

Schmitt, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116800011.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1841–1908), Oberlehrer in M.-W., S d. Friedrich (1804–78);
    M Wilhelmine (1861–1930), T d. N. N. Preiser (1807–89), u. d. N. N. (1825–68); 13 Geschw;
    Freiburg (Br.) 1919 Hilde (1893–1965), T d. Michael Zimmermann (1846–1907), Brauereibes. in Freiburg (Br.), u. d. Pauline Neef (1860–1935);
    1 S Rudolf (* 1922), Prof. d. Rechte in Freiburg (Br.) (s. Kürschner, Gel.-Kal. 2005), 1 T.

  • Leben

    Nach dem Abitur in Mainz 1910 studierte S. 1910-14 in Freiburg (Br.), Straßburg und Gießen Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Geschichte. In Gießen 1914 zum Dr. phil. promoviert, arbeitete er anschließend bis 1915 als Wiss. Hilfsarbeiter bei der Inventarisierung der Hess. Kunstdenkmäler (Stadt Mainz). 1915-19 war er (mit kriegsbedingter Unterbrechung 1916–17) Assistent am Kunsthistorischen Seminar der Univ. Frankfurt, wo er sich 1919 habilitierte und bis 1924 als Privatdozent, bis 1925 als ao. Professor sowie als Direktorialassistent am Städelschen Kunstinstitut tätig war. In diesem Jahr wurde er als o. Professor an die Univ. Greifswald berufen; seit 1928 war er alleiniger Herausgeber des „Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte“.

    S.s kritische Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus verhinderte 1935 seine Berufung nach Bonn; stattdessen übernahm er im selben Jahr den vakanten Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der TH Stuttgart (1938–46 gleichzeitig Lehrverpflichtung an der Akademie der bildenden Künste), den er bis zu seinem Tod innehatte. Den ihm 1946 angebotenen Lehrstuhl in Bonn sowie Berufungen nach Frankfurt und Mainz schlug S. aus, um sich für den Wiederaufbau der Stuttgarter Hochschule einzusetzen, wobei ihm sein wissenschaftliches Ansehen, aber auch seine zwischen 1943 und 1948 als Leiter der „Geisteswissenschaftlichen Abteilung“, dann als Dekan bewiesene persönliche Integrität und politische Unbescholtenheit zugute kamen. Als Rektor (1948–50) und Prorektor (1950–51) war er verantwortlich für die umfassende Reform und Erneuerung der Hochschule. Seit 1947 war S. auch Honorarprofessor in Tübingen, 1948-51 Stellv. Erster Vorsitzender des neugegründeten Deutschen Kunsthistorikerverbandes.

    S. zählt zu den wenigen methodisch vielseitigen Kunsthistorikern seiner Generation. Er veröffentlichte grundlegende Arbeiten zur Stilgeschichte der hoch- und spätmittelalterlichen Skulptur, beschäftigte sich jedoch zudem mit ikonographischen und funktionalen Fragen. Seine öffentliche Wirkung als akademischer Lehrer und Vortragsredner beruhte auf seinen unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen in Museum, Denkmalpflege und Forschung. Sein organisatorisches Talent bewies S. bei der Einrichtung|des Greifswalder kunstgeschichtlichen Seminars, beim Wiederaufbau der Univ. Stuttgart und bei Herausgabe und Redaktion des mit seinem Namen verbundenen Reallexikons.

  • Auszeichnungen

    Vors. d. Württ. Gesch.- u. Altertumsver. 1945–46; Mitgl. d. Rundfunkrates; als Delegierter d. Württ. LT 1949 Mitgl. d. Bundesverslg. z. Wahl d. ersten Bundespräs.

  • Werke

    Das Südportal d. Wormser Domes, 1919 (Diss. Gießen 1914);
    Got. Skulpturen d. Straßburger Münsters. I-II, 1924;
    Oberrhein. Plastik im ausgehenden MA, 1924;
    Got. Skulpturen d. Freiburger Münsters, I-II, 1926;
    zahlr. Aufss.;
    Hg. u. Red. d. Reallex. z. Dt. Kunstgesch. I, 1937-III, Lfg. 1/2, 1951.

  • Literatur

    Kunstgeschichtl. Studien, O. S. z. 60. Geb.tag, 1950;
    Ansprachen anläßl. d. akad. Trauerfeier f. O. S., 1951 (P);
    W. Fleischhauer, in: ZWLG 11, 1952, S. 263-64;
    H. Jantzen, in: Kunstchronik 4, 1951, S. 219-21;
    J. Baum, in: Stuttgarter Ztg. 7, 1951, S. 168;
    L. H. Heydenreich, in: Reallex. z. Dt. Kunstgesch. III, 1954 (P);
    W. Augustyn, „Freude an d. Kunst wecken“, Der Kunsthist. O. S., in: Die Univ. Stuttgart nach 1945, Gesch. – Entwicklungen – Persönlichkeiten, hg. v. N. Becker u. F. Quarthal, 2004, S. 317-24 (P);
    Metzler Kunsthist. Lex.

  • Autor/in

    Wolfgang Augustyn
  • Empfohlene Zitierweise

    Augustyn, Wolfgang, "Schmitt, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 240-241 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116800011.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA