• Genealogie

    V Franz, Schmied, dann Landwirt in H., S d. Hufschmieds Franz;
    M Theresia Wallum;
    Bodenbach 1889 Emma, T d. Oberforstmeisters Wilh. Funke in Bodenbach;
    1 T.

  • Leben

    H. beschloß das Studium am Polytechnikum Wien 1876 mit der Prüfung für das Lehramt der Naturgeschichte und Chemie. 1874-78 war er Assistent des Zoologen und Botanikers A. Kornhuber; aus dieser Zeit stammen Studien über die Hochalpenflora und Strauchflechten. 1878 als Lehrer an der deutschen Staatsrealschule Pilsen angestellt, wurde er schon 1880 als Professor der Naturgeschichte an die Höhere landwirtschaftliche Lehranstalt Tetschen-Liebwerd berufen, und nach deren Erhebung zur Landwirtschaftlichen Akademie wurde er dort 1900 ordentlicher Professor für Mineralogie, Geologie und Pedologie. 1914 trat er in den Ruhestand und arbeitete nun im Mineralogisch-petrographischen Institut der Universität Wien. 1919-21 hielt er an der Wiener Hochschule für Bodenkultur nochmals Vorlesungen.

    In Tetschen wandte sich H. der intensiven geologischen Durchforschung des Böhmischen Mittelgebirges zu. Während eines Studienurlaubs 1886/87 vertiefte er sich bei F. Zirkel in Leipzig in die moderne Gesteinsmikroskopie und promovierte hier 1887 zum Dr. phil. 1892 beantragte er bei der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen die geologische Kartierung des Böhmischen Mittelgebirges im Maßstab 1:25 000. Von insgesamt 21 Blättern dieser Karte, die das Gebiet zwischen Brüx und Graber-Kosel sowie Herrnskretschen und Leitmeritz umfaßt, bearbeitete er 15 allein und 3 mit Mitarbeitern. Eine Übersichtskarte im Maßstab 1:100 000 mit Erläuterungen (1926), ein geologischer Führer und ein mineralogisches Sammelwerk schlossen diese geologische Aufnahmearbeit ab. – H.s petrographische Studien wiesen die Vielfalt der tertiären Eruptivgesteine des Mittelgebirges aus und ermöglichten F. Becke 1903 die Unterscheidung der pazifischen und atlantischen Gesteinssippen. Schon 1908 erkannte H, daß vier Eruptionsphasen im Neogen zu trennen waren. 1925 beschrieb er magmatische Entmischungserscheinungen (camptonitische Fazies in Basalten um Blasenräume herum), 1922 berechnete er Stoff und Masse der tertiären Eruptiva, und 1936 erklärte er die Bildung vulkanischer Gangspalten. Wichtig wurden seine Arbeiten über den Sonnenbrand der Basalte (1920 und 1938), über die Pyropvorkommen (1916 und 1926), über gespanntes Grundwasser in der nordböhm. Kreide (1908 und 1912) sowie über die Nachwirkungen des tertiären Vulkanismus und artesische Brunnen (1931). Seit 1901 setzte er sich nachhaltig für den Schutz geologischer Naturdenkmale in Böhmen ein.|

  • Auszeichnungen

    F. Cornu benannte 1905 ein Mineral H. zu Ehren Hibschit. Korrespondent d. Geolog. Reichsanstalt Wien (1880), silberne Leibnizmedaille d. Preuß. Ak. d. Wiss. (1913), Mitgl. d. Ak. d. Wiss. in Wien (1917), Ehrenbürger v. Tetschen (1925), Dr.-Ing. E. h. (TH Dresden 1930, TH Prag 1931).

  • Werke

    Weitere W u. a. Geol. f. Land- u. Forstwirte, 1885;
    Normenbl. f. natürl. Gesteine, 1925;
    Das|Granatenbergel b. Meronitz, 1926;
    Erdgesch. d. Bez. [Aussig], in: Heimatkde. d. Bez. Aussig, 1927, S. 61-114;
    Geolog. Führer durch d. böhm. Mittelgebirge, 1930;
    Die Minerale d. böhm. Mittelgebirges, 1934.

  • Literatur

    H. Michel, in: Firgenwald, Vj.schr. f. Geol. u. Erdkde. d. Sudetenländer 12, 1939/40 (W, P);
    ders., in: Zs. f. Kristallogr., R.B, Mineralog.-petrogr. Mitt. 53, 1941;
    A. Himmelbauer, in: Alm. Ak. d. Wiss. Wien 91, 1941;
    Pogg. III-VIIa.

  • Autor/in

    Walther Fischer
  • Empfohlene Zitierweise

    Fischer, Walther, "Hibsch, Josef Emanuel" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 104 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116796359.html#ndbcontent

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