Lebensdaten
1859 bis 1917
Geburtsort
Ennetbühl (Schweiz)
Sterbeort
Bern
Beruf/Funktion
Zoologe
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 116703873 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Goeldi, Emil August
  • Göldi, Emil August
  • Goeldi, Emil August
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Zitierweise

Göldi, Emil August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116703873.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johs. (1833–1901), Reallehrer in Heiden u. Neuhausen, S d. Ulrich (1808–74) u. d. Barbara Engler;
    M Anna Marg. Kunz (1837–63);
    Rio de Janeiro 1889 Adeline (1869–1953), T d. Kaufm. Eugen Meyer, aus d. Schweiz, u. d. Marcolina Pereira Vianna;
    4 S, 3 T, u. a. Oswaldo (1895–1961), Zeichner u. Graveur in Rio de Janeiro, einer d. Pioniere d. modernen Graphik in Brasilien (bes. Farbholzschnitt) (s. Vollmer V, L).

  • Leben

    G. gelangte nach Studien an der zoologischen Meeresstation Neapel in den Schülerkreis von O. Hortwig und E. Haeckel in Leipzig und Jena und wurde Assistent und Mitarbeiter Haeckels (Promotion 1883). Als Professor und Vizedirektor an das Museu nacional in Rio de Janeiro berufen, wurde er durch den brasilianischen Kaiser Dom Pedro II. gefördert. Nach dessen Sturz (1889) zog sich G. auf die Besitzung seines Schwiegervaters im Orgelgebirge zurück, wo er sich ganz der faunistischen Erschließung der Region widmete und große Berühmtheit erlangte. 1894 zum Direktor des später nach ihm benannten Museu Goeldi in Parà ernannt, machte er dieses Institut zum Zentrum der wissenschaftlichen Amazonasforschung und verhalf ihm durch seine großen wissenschaftlichen Sammlungen zu Weltruhm. Das Boletim do Museu Goeldi mit vielen Faunenlisten und Erstbeschreibungen von Tierarten (darunter zahlreiche Neuentdeckungen von G.) ist auch heute eine der wichtigsten Quellen zur Kenntnis des Amazonasgebietes. Maßgebend beteiligte sich G. auch an der Erforschung der Mosquitos, die damals als Überträger von Tropenkrankheiten erkannt wurden. ― 1905 in die Schweiz zurückgekehrt, seit 1908 Professor an der Universität Bern, setzte G. seine Arbeiten über die Tierwelt Brasiliens fort, beteiligte sich auch an der Erforschung der schweizerischen Lokalfauna und wandte sich zunehmend anderen Gebieten, der Verhaltensforschung, der Entwicklungsgeschichte der Tiere und der damals aufkommenden Genetik, zu. Im Gesamtwerk G.s (über 230 Publikationen), das sich, typisch für die Jahrhundertwende, durch große Vielfalt und Originalität auszeichnet, bleibt von überragender Bedeutung sein Beitrag an der Erforschung Brasiliens.

  • Werke

    u. a. Os mamminferos do Brazil, Rio de Janeiro 1893, 21903;
    Lacertilios-Lagartos do Brazil, in: Boletim do Museu Paraense, Parà 1902, III, S. 499-560;
    As Aves do Brazil, 2 Bde., Rio de Janeiro 1894/1900;
    Os mosquitos no Parà, Parà 1905 (= Memorias do Museu Goeldi IV);
    Der Ameisenstaat …, 1911;
    Die sanitar.-pathol. Bedeutung d. Insekten …, 1913;
    Die Tierwelt d. Schweiz, 1914.

  • Literatur

    R. Burckhardt, in: Die Schweiz, 1899 (P);
    Th. Studer, in: Verhh. d. schweizer, naturforsch. Ges. 99, 1917, Nekrologe u. Biogrr. verst. Mitgl., S. 36-59 (vollst. W-Verz., P);
    Auktionskat. v. Buchhandlung Kuhn, Bern, 1927;
    Z. Vaz, in: Boletim Biologico 2 (Neue Serie), 1, hrsg. v. Clube Zool. do Brasil, São Paulo 1934, S. 3-16;
    H. F. de Almeida Camargo, in: Ciência e cultura 3, ebd. 1951, S. 61-68 (W, L);
    DBJ II (Tl. 1917, W, L);
    HBLS;
    CSP.

  • Autor/in

    Vinzenz Ziswiler
  • Empfohlene Zitierweise

    Ziswiler, Vinzenz, "Göldi, Emil August" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 515 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116703873.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA