Lebensdaten
1867 bis 1942
Geburtsort
Günzburg
Sterbeort
Kaufbeuren (Schwaben)
Beruf/Funktion
Heimatforscher ; katholischer Geistlicher
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116700467 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Frank, Christian

Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Frank, Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116700467.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz, Glasermeister;
    M Franziska Nusser.

  • Leben

    F. studierte Theologie in Dillingen und München. Soziologische und kulturhistorische Vorlesungen von W. H. Riehl (1890/91) bestimmten ihn dazu, sich neben seiner Tätigkeit als Seelsorger – zunächst in mittel schwäbischen Gemeinden, von 1894 an in den Heilanstalten Kaufbeuren und Irsee – der heimatgeschichtlichen Forschung und der Volkstumspflege zu widmen. F. ging scharf beobachtend alle Wege nach, die das Wanderbuch seines Lehrers beschrieben hatte, und dehnte seine Fahrten noch auf andere deutsche Landschaften und Nachbarländer aus. Kurz nachdem die ersten deutschen Verbände und Zeitschriften für Volkskunde und Heimatpflege entstanden waren, gründete er 1899 in Kaufbeuren einen „Verein Heimat“ als Mittelpunkt für Sammlung und Forschung, organisierte den Aufbau eines Heimatarchivs und begann mit der Herausgabe kleinformatiger grüner Hefte, die unter dem Titel „Deutsche Gaue“ berühmt wurden.

    Diese (heute noch bestehende) Zeitschrift war darin etwas völlig Neues, daß sie in der Darstellungsform und auch im Preis auf einen möglichst breiten Leserkreis ausgerichtet und dabei doch sehr darauf bedacht war, an historischem Material nur einwandfrei Fundiertes zu bieten und in Beiträgen über lebendiges Volkstum nur unverfälscht Echtes zu berücksichtigen. F. wandte sich gegen falsche Romantik, heimatseligen Gefühlsüberschwang, folkloristisches Feinschmeckertum. „Lieber gar keine Volkskunde treiben, als geschminkte und aufgeputzte Darstellungen, Halbwahrheiten und Fantasien und Spielereien mit einer so ernsten Wissenschaft.“ Solche Forderungen waren damals ganz ungewöhnlich; sie sind heute noch, ja unter neuen Gefährdungen erst recht wieder, aktuell. Von den „Deutschen Gauen“ hat Kurat F. selbst 39 Jahrgänge und 136 Sonderhefte betreut, darin seine eigenen Forschungen, besonders zu Problemen der Frühgeschichte, über Römerstraßen, Keltenwälle, Viereckschanzen, Hochäcker, fränkische Reichskirchen und Reichshöfe, niedergelegt und einen großen, von ihm systematisch geschulten und zielbewußt gelenkten, naturgemäß nicht durchwegs gleichwertigen Mitarbeiterkreis mit zahllosen Themen der Heimat- und Volksforschung zu Wort kommen lassen. Das Gemeinschaftswerk ist zu einer Fundgrube von bleibendem Wert geworden.

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c. (Würzburg 1926), Verdienstmedaille d. Bayer. Ak. d. Wiss. f. bes. wiss. Leistungen (1937).

  • Literatur

    Dt. Gaue 40, 1943, S. 5 ff. (P), 46, 1954, S. 3 ff.;
    F. Pfister, Das Heimatwerk in Kaufbeuren, in: Hess. Bll. f. Volkskde. 25, 1926, S. 233 ff.;
    Heimatarb. u. HeimatF, = Festgabe f. Ch. F. z. 60. Geb.tag, 1927;
    R. Dertsch, Kurat F., in: Schönere Heimat 40, 1951, S. 23 f.

  • Portraits

    in: Dt. Gaue 40, 1943.

  • Autor/in

    Hans Moser
  • Empfohlene Zitierweise

    Moser, Hans, "Frank, Christian" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 340 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116700467.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA