Lebensdaten
1852 bis 1931
Geburtsort
Luxemburg
Sterbeort
Königswusterhausen bei Berlin
Beruf/Funktion
Afrikaforscher
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116699035 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • François, Kurt Karl Bruno von
  • François, Kurt von
  • François, Kurt Karl Bruno von

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Zitierweise

François, Kurt von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116699035.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bruno (* 1818, 1870), preuß. Gen.-Major (s. Priesdorff VIII, S. 242-44, P, S d. Karl (1785–1855), preuß. Gen.-Lt. (ebd. V, S. 383-87, P) (S d. August, s. Gen. 2), u. d. Betty v. Vangerow;
    M Marie (1829–1909), T d. Wilh. v. Wentzel (1791–1868), preuß. Gen.-Lt. (s. Priesdorff VI, S. 206 f.);
    Ov Gustav (1815–75), preuß. Gen.-Major (s. Priesdorff VIII, S. 244 f., P);
    Tante-v Luise s. (2);
    B Alfred (1849–1911), preuß. Gen.-Major, Afrikareisender (s. BJ 16, Tl. 1911, L), Hermann (1856–1933), Dr. phil. h. c., preuß. Gen. d. Inf. u. Ob.-befehlshaber d. 8. Armee, Mil.schriftsteller (s.|Rhdb., W, P; Nekr. z. Kürschners Lit.-Kal., 1936, L);
    Berlin 1897 Margarete Meyer (* 1880);
    2 T.

  • Leben

    Am Kriege 1870/71 nahm F. als Freiwilliger teil und wurde dann Offizier. Als H. von Wißmann vom König der Belgier den Auftrag bekam, das Kassai-Gebiet zu erforschen, schloß sich F. als Geograph dieser Expedition an. Nach Wißmanns Rückreise arbeitete er mit dem englischen Missionar Grenfell im Gebiet der Kongozuflüsse Tschuapa und Lulongo. In die Heimat zurückgekehrt, wurde er – zum Hauptmann befördert – im Generalstab beschäftigt, aber schon 1888 wieder vom Auswärtigen Amt nach Afrika gesandt, wo er die erste Reichsexpedition in Togo führte. Bis Wagadugu unter 12º N vorgedrungen, schloß er Schutzverträge mit Sultanaten des oberen Voltagebietes. 1889 wurde er Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch-Südwest-Afrika, 1891 Reichskommissar, 1893 löste er den ersten Landeshauptmann ab. Unter ihm begann die wirtschaftliche Erschließung des Landes. In der Verwaltung von Deutsch-Südwest-Afrika hatte er keine glückliche Hand. Um die Schutzherrschaft auf sichere Grundlagen zu stellen, griff er in falscher Einschätzung der Kräfteverhältnisse 1893 während momentan friedlicher Zustände den Hottentottenhäuptling H. Witbooi an, ohne ihn entscheidend schlagen zu können. Daraus entstanden länger andauernde kriegerische Auseinandersetzungen, die erst sein Nachfolger beenden konnte. 1895 nahm er als Major seinen Abschied, machte ausgedehnte Studienreisen und bemühte sich um die wissenschaftliche Erschließung von Südwest-Afrika.

  • Werke

    Reisen im südl. Congobecken, in: Mitt. d. Geogr. Ges. Hamburg, 1886, S. 338;
    Die Erforschung d. Tschuapa u. Lulongo, 1888;
    Im Innern Afrikas, 1891;
    Dt.-Südwest-Afrika, Gesch. d. Kolonisation …, 1899;
    Kriegführung in Südafrika, 1900;
    Staat u. Ges. in unseren Kolonien, 1901;
    Karten: Südl. Kongobecken, Togo, Dt.-Südwest-Afrika.

  • Literatur

    H. Schnee, Koloniallex., 1920;
    A. Neubert, Die Schutzherrschaft in Deutsch-Südwestafrika 1884–1903, Diss. Würzburg 1954 (ungedr.).

  • Portraits

    in: O. Hintrager, Südwestafrika in d. dt. Zeit, 1956

  • Autor/in

    Friedrich Wilhelm Schaafhausen
  • Empfohlene Zitierweise

    Schaafhausen, Friedrich Wilhelm, "François, Kurt von" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 333 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116699035.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA