• Genealogie

    V Mathias (* 1829), Rentmeister auf Schloß W.;
    M Luise (* 1838), T d. Joh. Chrstn. Leop. Rotering aus Bad Ems u. d. Magdalene Hausmann aus Köln; 10 Geschw.

  • Leben

    F. studierte 1883-90 in Rom Philosophie und Theologie (1889 Priesterweihe). 1890-92 wirkte er als Spiritual und Religionslehrer in Telgte (Westfalen). 1892 trat er in den Jesuitenorden ein, setzte 1893 in England seine biblischen und orientalischen Studien fort, war 1895 zur weiteren Ausbildung in Ägypten und Palästina und studierte 1896-99 an den Universitäten Berlin und München. 1901-07 war er Professor für neutestamentliche Exegese in Innsbruck und gründete dort das biblische Seminar. 1908 wurde er als Professor für Exegese des Neuen Testaments an die Gregoriana nach Rom berufen und zum Leiter des neugegründeten höheren Kurses für Bibelstudium und von Piux X. zum Konsultor der päpstlichen Bibelkommission ernannt. Seiner Leitung verdankt das päpstliche Bibelinstitut ein Heim und eine Bibliothek mit einer palästinologischen Sammlung. Neben der administrativen und akademischen Tätigkeit fällt in diese Zeit auch der Höhepunkt seines literarischen Schaffens. Im Auftrage des Papstes war er 1911 und 1913 wieder in Palästina, um die Errichtung einer Zweiganstalt des Bibelinstitutes vorzubereiten. Nach einer Unterbrechung während des 1. Weltkriegs, er lebte damals in der Schweiz, war er 1919-29 wieder am Bibelinstitut in Rom als Professor der Exegese und Geschichte des Neuen Testaments tätig. Im Herbst 1929 kam er als Akademikerseelsorger und deutscher Prediger nach Prag und im Sommer 1930 als Seelsorger und Kongregationspräses für Jung- und Altakademiker nach Wien. Als Exeget, akademischer Lehrer und Leiter des päpstlichen Bibelinstitutes, besonders aber durch sein literarisches Schaffen genoß er Weltruf. Er hinterließ 234 Abhandlungen und Rezensionen in verschiedenen Zeitschriften (Biblica, Verbum Domini, Zeitschrift für katholische Theologie, Stimmen aus Maria Laach, Civiltà Cattolica und andere), 197 Artikel im Lexicon Biblicum, 42 selbständige Bücher und Broschüren.

  • Werke

    W u. a. Streifzüge durch d. bibl. Flora, in: Bibl. Studie V, 1, 1900;
    Die Parabeln d. Herrn im Evangelium, 1902, 41927 (engl. 1915, ital. 1924);
    Die Wunder d. Herrn, 1903, 21907;
    Der Kampf um d. Wahrheit d. hl. Schrift seit 25 J., 1905;
    Ausgew. Reden u. Gespräche d. Herrn, 1905;
    Geheimnisse d. Lebens Jesu, 1906;
    Thesaurus precum ad usum privatum theologorum, 1906, 31921;
    Wiss. Arbb., Btrr. z. Methodik d. ak. Studiums, 1908, 31926 (ital. 1909, poln. 1910, franz. 1911, lat. 1924);
    Kath. Weltanschauung u. freie Wiss., 1908;
    Die rel. Gefahren d. Gegenwart, 1908;
    De evangeliis, Rom 1909;
    Quaestiones Paulinae, ebd. 1910;
    Jerusalem, topographiae urbis sacrae compendium, ebd. 1911;
    Die Irrtumslosigkeit d. Bibel vor d. Forum d. Wiss., 1916;
    Moderne Bibelfragen, 1917;
    Das Licht d. Welt, 21919 (engl. 1926);
    Literae Encyclicae SSDN Benedicti XV. in Natali MD S. Hieronymi scholis theologicis accomodatae, Rom 1920;
    Tu es Petrus, ebd. 1920;
    Enchiridion Biblicum: Docomenta ecclesiastica Sacram Scripturam spectantia auctoritate Pont. Comm. de Re Biblica edita, ebd. 1927;
    Sein letztes Werk, ein Leben Jesu in 2 Bde. ist e. Torso v. 190 S. geblieben.

  • Literatur

    Kirchl. Mitt. d. kath. dt. Gem. in Rom, hrsg. v. d. dt. Nat.kirche d. Anima, Dez. 1930 (IV) (P);
    J. Linder, P. L. F. SJ, z. frommen Gedenken, in: Dt. Auslandsseelsorge, 1931, H. 1;
    Biblica 11, 1930, S. 369 ff.;
    L. Koch, Jesuitenlex., 1934, Sp. 562;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Rudolf Till
  • Empfohlene Zitierweise

    Till, Rudolf, "Fonck, Leopold" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 289 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116647019.html#ndbcontent

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