Lebensdaten
1799 bis 1859
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
österreichischer Diplomat
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116639598 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Colloredo-Waldsee, Franz de Paula Graf von

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Zitierweise

Colloredo-Waldsee, Franz de Paula Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116639598.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz s. (3);
    1847 Severina, T des Arthur Gf. Potocki-Pilawa u. der Sophie Gfn. Branicka, verw. Gfn. Sobanska;
    1 T, N Rosine (1815–74), Großmutter väterlicherseits des österr.-ungarischen Außenministers Ottokar Gf. Czernin v. u. zu Chudenitz ( 1932 [s. NDB III]).

  • Leben

    Kaiser Franz war C.s Pate. Zunächst kaiserlicher Offizier, wurde er 1820 Gesandtschaftsattaché in London und 1824 österreichischer Gesandter am dänischen Hof. Nun quittierte er seinen Offiziersrang und wandte sich ausschließlich der diplomatischen Laufbahn zu. Nachdem er Gesandter in Dresden und München gewesen war, wurde er 1843 Botschafter in Sankt Petersburg. 1848 schickte ihn Metternich nach Frankfurt, um das Präsidium des Deutschen Bundestages zu übernehmen und „zu retten, was an dem unglücklichen Deutschland zu retten ist“ (Srbik). Er vermochte die Entwicklung nicht aufzuhalten. 1852-56 vertrat C. als Gesandter Österreich am Hof von Saint James und anschließend bis 1859 am Heiligen Stuhl. Nach dem Waffenstillstand von Villafranca im Juli 1859 wurde er als Gesandter Österreichs zu den Friedensverhandlungen nach Zürich delegiert. Dort hat er aus einer diplomatisch ungünstigen Situation heraus und gesundheitlich wohl auch schon behindert Österreichs Interessen dennoch nach besten Kräften verteidigt, bis ihn knapp vor Ende der Verhandlungen ein Schlaganfall hinwegraffte.

  • Literatur

    ADB IV;
    H. v. Srbik, Metternich, 2 Bde., 1925: W. Deutsch, Villafranca, Zürich u. d. geplante Kongreß v. Paris, Diss. Wien 1933 (ungedr.).

  • Autor/in

    Johann Christoph Allmayer-Beck
  • Empfohlene Zitierweise

    Allmayer-Beck, Johann Christoph, "Colloredo-Waldsee, Franz de Paula Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 327 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116639598.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Colloredo-Waldsee: Franz C., Reichsgraf, geb. zu Wien 29. Oct. 1799, in Zürich 26. Oct. 1859, Sohn des im J. 1806 verstorbenen Staats-, Conferenz- und Cabinetsministers des Kaisers Franz I., Franz de Paula, Grafen C. Nach des Vaters frühzeitigem Tode sorgte Kaiser Franz für den jungen Sohn. Der letztere trat frühzeitig in die Armee, schlug aber bald die diplomatische Laufbahn ein. Im J. 1823 ging er als Gesandtschaftssecretär nach Stockholm; 1825 kam er nach Kopenhagen, 1830 als Gesandter an den sächsischen Höfen nach Dresden, 1837 nach München. Im J. 1843 wurde er zum Botschafter an den russischen Hof gesendet, jedoch von dort schon im J. 1847 auf sein Ansuchen abberufen. Bei dem Ausbruche der deutschen Bewegung im J. 1848 erhielt er die Mission als Bundespräsidial-Gesandter nach Frankfurt a. M., in welcher Eigenschaft er während der Dauer des Fünfziger-Ausschusses eine rein passive Rolle zu spielen bemüssigt war, wurde jedoch schon im Mai 1848 von Herrn v. Schmerling abgelöst. Unter dem Ministerium Schwarzenberg ging er wieder als Gesandter nach London und verblieb daselbst mit kurzer Unterbrechung bis zum J. 1856, wo er als Botschafter nach Rom versetzt wurde. Nach dem Abschlusse des Präliminarfriedens von Villafranca erhielt C., offenbar im Interesse des Papstes und der oberitalienischen Herzogthümer dazu auserwählt, den Auftrag, den Definitivfrieden auf der Conferenz in Zürich zu unterhandeln. Noch vor Beendigung der Verhandlungen erlag C. daselbst einem wiederholten Schlaganfalle. Mit ihm stieg der letzte Sproße der alten Familie Colloredo-Waldsee ins Grab.

    • Literatur

      Crollalanza l. c.

  • Autor/in

    v. Sommaruga.
  • Empfohlene Zitierweise

    Sommaruga, Franz Freiherr von, "Colloredo-Waldsee, Franz de Paula Graf von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 415-416 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116639598.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA