Lebensdaten
1859 bis 1940
Geburtsort
Krotoschin (Provinz Posen)
Sterbeort
Erlangen
Beruf/Funktion
Altphilologe
Konfession
lutherische Familie
Normdaten
GND: 11658081X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kübler, Bernhard

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Zitierweise

Kübler, Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11658081X.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Otto (1827–1912), Prof., Dr. phil., seit 1863 Dir. d. Wilhelms-Gymnasiums in Berlin (s. BJ 18, Tl., L), S d. Leihamtsentrepreneurs Ernst Heinrich in Liegnitz u. d. Henriette Schubert;
    M Mathilde (1833–1908), T d. Landgerichtsrats Wilhelm Sachse (1796–1881) in Berlin u. d. Friederike Bauer;
    B Ernst (1857- n. 1931), Wirkl. Geh. Oberjustizrat, Ministerialdir. im Preuß. Justizmin., Präs. d. Preuß. Landesamts f. Fam.guter (s. Rhdb.), Wilhelm (s. 2);
    - Bielefeld 1889 Therese (1868–1919), T d. Landgerichtsdir. Emil Ferd. Dütschke (1824–93) in Bielefeld u. d. Therese Bernhardy; Gvm d. Ehefrau Gottfried Bernhardy (1800–75), Prof. d. klass. Philol. in Halle (s. ADB II): 1 S, 6 T, u. a. Ottilie ( Frdr. Bock, 1886–1964, Dir. d. Stadtbibl. Nürnberg, s. L).

  • Leben

    K.studierte seit 1876, u. a. als Schüler Mommsens, in Berlin klassische Philologie und promovierte 1881 zum Dr. phil. 1881/82 war er Hauslehrer in Sizilien, dann Lehrer am Joachimsthaler Gymnasium in Berlin. 1885/86 folgte ein Studienaufenthalt in Rom, 1889-94 unterrichtete er die Söhne des Prinzen Albrecht von Preußen, des Regenten von Braunschweig. 1894-1902 war K. Oberlehrer um Askan. Gymnasium in Berlin. 1891 habilitierte er sich in Berlin für klassische Philologie. Bald darauf wandte er sich den Quellen des röm. Rechts zu, auf Anregung Mommsens, der K. zusammen mit O. Gradenwitz und E. Th. Schulze für die Bearbeitung des „Vocabularium Iurisprudentiae Romanae“ gewann (5 Bde., 1894 ff., Bd. 3 u. 4 unvollendet). Nachdem 1900 die Juristische Fakultät der Univ. Greifswald dem Philologen die Würde eines Dr. jur. h. c. verliehen hatte, wurde K. 1901 auf ein juristisches Extraordinariat in Berlin berufen. 1912 ging er als Ordinarius für röm. und deutsches Bürgerliches Recht nach Erlangen. 1914-16 nahm er als Hauptmann der Landwehr am Weltkrieg teil. 1916/17 war K. Prorektor der Univ. Erlangen, 1934 wurde er emeritiert.

    Nach tüchtigen Abhandlungen zur klassischen Philologie und soliden Texteditionen wandte sich K. gegen Ende des letzten Jahrhunderts dem röm. Recht zu. Er veröffentlichte zahlreiche Aufsätze, in denen er vor allem dem griech. Einfluß auf die röm. Jurisprudenz nachging; daneben betätigte er sich auf dem Gebiet der juristischen Papyrologie. Weit verbreitet und (teilweise) ins Griechische übersetzt war sein Lehrbuch der „Geschichte des röm. Rechts“ (1925). Noch 5 Auflagen erlebte unter K. die von E. Seckel übernommene Edition der Institutionen des Gaius (4-81921-39). Gemeinsam mit Seckel gab K. die „Iurisprudentiae antejustinianae reliquiae“ heraus (3 Bde., 1908–27). Das bleibende Verdienst K.s, der klassische Philologie und Jurisprudenz in seltener Weise vereinigte, ist die Bearbeitung des „Vocabularium“, das er seit 1900 allein redigierte und bis zu seinem Tod weitgehend fertigstellen konnte; es erhellt die Arbeitsleistung K.s, daß es nicht möglich war, dieses bedeutsame Wörterbuch zu Ende zu führen. – Mitgl. in- u. ausländ. Ak.; Dr. iur. h. c. (Athen 1937, Thessaloniki 1939).

  • Werke

    Weiter W u. a. Hrsg.: Iuli Valeri Alexandri Polemi Res gestae Alexandri Macedonis translatae ex Aesopo graeco …, 1888;
    C. Iulius Caesar, 1893-97 (mit A. Hirt u. a.).

  • Literatur

    L. Wenger, in: ZSRG 61, 1941, S. IX-XLIV (W-Verz.);
    E. Bernecker, in: Friedrich-Alex.-Univ. Erlangen, Nekrologe 1935–40, hrsg. v. E. Stollreither, 1941, S. 69-74 (P);
    M. San Nicolò. in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1944–48, S. 146-48. - Zu Schwieger-S F. Bock:
    W. Schultheiß, in: Mitt, d. Ver. f. d. Gesch. d. Stadt Nürnberg 53, 1965, S. 1-4.

  • Portraits

    mehrere Phot. (Erlangen, Hs.abt. d. Univ.-bibl.).

  • Autor/in

    Wolfgang Leiser
  • Empfohlene Zitierweise

    Leiser, Wolfgang, "Kübler, Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 173 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11658081X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA