Lebensdaten
1854 bis 1930
Geburtsort
Köln
Sterbeort
Bad Godesberg
Beruf/Funktion
Regierungspräsident in Düsseldorf
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116574739 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kruse, Francis

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Kruse, Francis, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116574739.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1815–1902), Erzieher in London, Gymnasiallehrer in Minden, 1847 Redakteur b. d. Köln. Ztg., seit 1855 Chefredakteur, 1872-84 Leiter d. Berliner Redaktion d. Köln. Ztg., eifriger Propagandist v. Bismarcks Pol., schrieb 16 Dramen meist hist. Inhalts (s. W, L), S d. Andreas Theodor ( 1873), Vorsitzender d. Tuchhändlergilde in Stralsund, Mitgl. d. preuß. Abgeordnetenhauses (Werk: „Sundische Studien“, 1851-55 s. ADB 17), u. d. Frieder. Glaser;
    M Luise (1822–1904), T d. preuß. Gen.-Lt. Friedrich Wilhelm Menckhoff (1789–1866, s. Priesdorff VI, S. 95, P) u. d. Maria Friederike Schmidts;
    Ov Karl (1828–1915), Provinzialschulrat v. Westpreußen (s. DBJ I, Tl.);
    - Berg.-Gladbach 1881 Margarete ( 1917), T d. Richard Zanders (1826–70), Papierfabr. in Berg.-Gladbach, u. d. Maria Johanny Abhoë;
    2 S, 6 T, u. a. Werner, Museumsdir. in Mülheim (Ruhr).

  • Leben

    K. studierte seit 1872 Jurisprudenz in Berlin, Heidelberg, Leipzig und Göttingen, wo er promoviert wurde. Auslandsreisen führten ihn durch ganz Europa. 1876 legte er die Prüfung zum Gerichtsreferendar ab, der die Anstellung am Stadt- und Kammergericht in Berlin folgte. Nach der Prüfung zum Gerichtsassessor (1881) war er 1882 als Regierungsassessor bei der Verwaltung der direkten Steuern in Berlin tätig. Dann übernahm er beim Landratsamt Altena eine Stellung, die ihn nicht ausfüllte. 1891 wurde er zur kommissarischen Beschäftigung ins Ministerium des Innern berufen (nach vier Monaten Ernennung zum Geh. Regierungsrat und Vortragenden Rat, 1896 zum Geh. Oberregierungsrat). Auf Vorschlag seines Ministers v. Hammerstein wurde er 1901 Regierungspräsident in Bromberg, 1903 in Minden. Sein erfolgreiches Wirken wurde mit der Ernennung zum Regierungspräsidenten in Düsseldorf (1909), einer ungleich verantwortungsvolleren und arbeitsreicheren Stellung, honoriert. Diese Tätigkeit entsprach ganz seinen Fähigkeiten. Seine Ehe, die ihn mit der rhein. Industrie in Berührung brachte, gab ihm zugleich den finanziellen Rückhalt für seine repräsentativen Verpflichtungen. Während 10 Jahren hat er sich in dem volk- und industriereichsten Bezirk Preußens durch Besonnenheit und Umsicht bewährt und wie keiner seiner Amtsvorgänger dem Bezirk sein Gepräge gegeben. Große Verdienste erwarb er sich im Bereich der Wohnungsfürsorge und auf wirtschaftlichem Gebiet in der einheitlichen Elektrizitätsversorgung des größten Teils des Bezirks, die schließlich von Industrie- und Kommunalverbänden gemeinsam in gemischtwirtschaftlicher Form durchgeführt wurde. Von K. stammt auch die Idee zur Gründung eines sich nur der Erforschung der Kohle widmenden Instituts der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft mit Sitz in Mülheim/Ruhr. Die Jahre während des 1. Weltkriegs bildeten den Höhepunkt seiner Lebensarbeit. In der Spannung von starker Industriekonzentrierung und dadurch bedingter schwieriger Lebensmittelversorgung erwies er sich als ein weitsichtiger, unbürokratischer Organisator. Gänzlich von der Monarchie geprägt, empfand er es als „ein Ding der Unmöglichkeit“, unter einer Republik weiter zu dienen. Zum 30.9.1919 wurde ihm der Abschied bewilligt. Seinen Lebensabend verbrachte er in Bad Godesberg, wo er sich vor allem den Aufgaben des Rhein. Verkehrsverbandes widmete.

  • Werke

    Vergangenes u. Gebliebenes, Lebenserinnerungen e. preuß. Beamten, 1967. -
    Zu V Heinrich: Nekr. z. Kürschners Literatur Kalender 1901-35; Nachlaß:
    Univ.bibl. Düsseldorf u. Archiv Stralsund.

  • Literatur

    E. Hoffmann, Dr. F. K., 1937 (P);
    ders., in: Rhein.-Westfäl. Wirtsch.biogrr. II, 1937, S. 363-80 (P);
    E. Sandow, Aus d. Gesch. d. Regierung Detmold, Festschr. z. Einweihung d. neuen Reg.-gebäudes, 1961, S. 63-67;
    D. Wegmann, Die leitenden staatl. Verwaltungsbeamten d. Prov. Westfalen 1815-1918, 1969, S. 299 f.;
    G. Knopp, Die preuß. Verwaltung d. Reg.bez. Düsseldorf 1899-1919, 1974, S. 58-61 u. ö. (P);
    Th. Gey, Die preuß. Verwaltung d. Reg.bez. Bromberg 1871-1920, 1976, S. 39 f. - Zu V Heinrich: K. Buchheim, in: Pommer. Lb. I, 1934, S. 162-75 (L, P)
    ;
    BJ VII (W, L).

  • Autor/in

    Gisbert Knopp
  • Empfohlene Zitierweise

    Knopp, Gisbert, "Kruse, Francis" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 148 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116574739.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA