Lebensdaten
1857 bis 1940
Geburtsort
Görlitz
Sterbeort
Hannover
Beruf/Funktion
Historiker ; Archivar
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116574275 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krusch, Bruno

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Zitierweise

Krusch, Bruno, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116574275.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Hermann (1822–72), Maurermeister u. Architekt in G., S d. Bauern Joh. Gottfried in Nieder-Wiesa b. Greiffenberg (Schlesien);
    M Anna Pauline (* 1836), T d. Schneidermeisters Joh. Gottlob Schede in G. u. d. Christiane Friederike Dreßler;
    B Paul (s. 2);
    - 1888 Johanna, T d. Reg.- u. Baurats Carl Bramer in Münster;
    6 K.

  • Leben

    K. studierte seit 1876 bei W. Arndt in Leipzig, zeitweilig auch bei W. Giesebrecht in München, und wurde 1879 als Schüler Arndts mit einer bis heute maßgebenden Untersuchung über die Grundlagen frühmittelalterlicher Osterberechnung promoviert. Seit 1879 Mitarbeiter der Monumenta Germaniae Historica, trat er 1882 in den preuß. Archivdienst ein, war am Berliner Geheimen Staatsarchiv, dann nacheinander in Marburg (seit 1887), Hannover (seit 1890), Breslau (seit 1900) und Osnabrück (seit 1907) tätig; von 1910 bis zu seiner Pensionierung 1923 war er Direktor des Staatsarchivs Hannover. Als Archivar hat er umfangreiche Bestände nach ihrer Verwaltungsherkunft neu geordnet und neben manchen landesgeschichtlichen Arbeiten eine „Geschichte des Staatsarchivs zu Breslau“ (1908) verfaßt. K.s größte wissenschaftliche Leistung besteht in der kritischen Durchdringung und editorischen Bewältigung der erzählenden Quellen zur Merowingerzeit. Ausgehend von der Mitarbeit an Arndts Ausgabe der Historien Gregors von Tours ( SS rer. Merov. 1/1, 1884), hat er selbständig die kleineren Schriften Gregors (ebd. 1/2, 1885), sodann den sog. Fredegar und jüngere fränk. Chroniken (ebd. 2, 1888) sowie in MGH SS rer. Merov. 3-7 die gesamte hagiographische Literatur der Zeit herausgegeben (1896-1920), vom 5. Band an unterstützt von W. Levison. Mit diesem gemeinsam gelang ihm dann noch eine Neubearbeitung der Frankengeschichte Gregors, die teilweise postum erschien ( SS rer. Merov. 1/1, 1937-51); daneben stehen gesonderte Ausgaben der Heiligenviten des Jonas von Bobbio und Arbeos von Freising ( SS rer. Germ., 1905, 1920) sowie K.s Beteiligung an den Bänden 4 und 8 der MGH AA. Mit diesen Editionen stellte er die Erforschung der fränk. Frühzeit auf neue Grundlagen, da er, vor allem dank subtiler Kenntnis des zeitgenössischen Lateins, die vielschichtige, häufig legendenhafte Überlieferung erstmals nach Entstehungszeit und Quellenwert aufzugliedern vermochte. Viele seiner Urteile über einzelne Viten stießen zunächst auf heftigen, teilweise auch national und konfessionell bedingten Widerspruch (dem er selber mit schroffer, gelegentlich verletzender Schärfe begegnete), doch sind die wesentlichen Ergebnisse seiner Quellenkritik inzwischen Allgemeingut geworden. Weniger erfolgreich waren seine späten Arbeiten, die in ähnlicher Weise die frühen Rechtsquellen aufzuhellen suchten. K. war persönlich eigenwillig und im Umgang schwierig, doch stellt sein Schaffen einen Höhepunkt kritischer Quellenforschung nach philologisch-historischer Methode dar, zumal in der Entwicklung der Monumenta, deren Zentraldirektion K. seit 1903 angehörte. – Korr. (1921 auswärt.) Mitgl. d. Ges. d. Wiss. Göttingen (1911) u. d. Preuß. Ak. d. Wiss. (1925).

  • Werke

    Weitere W Die Lex Bajuwariorum, 1924;
    zahlr. Aufsätze, bes. in: NA, Abhh. d. Ak. Berlin u. Göttingen;
    - s. DW. -
    Teilnachlaß: Niedersächs. Hauptstaatsarchiv Hannover.

  • Literatur

    E. Heymann, in: DA 4, 1941, S. 504 ff.;
    G. Schnath, in: Nd.sächs. Jb. 17, 1940, S. 224 f.;
    W. Kienast, in: HZ 163, 1941, S. 450;
    H. Bresslau, Gesch. d. MG, 1921.

  • Portraits

    Phot. (München, Monumenta Germaniae Historica).

  • Autor/in

    Rudolf Schieffer
  • Empfohlene Zitierweise

    Schieffer, Rudolf, "Krusch, Bruno" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 146 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116574275.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA