Lebensdaten
1811 bis 1903
Beruf/Funktion
Museumsdirektor ; Altertumsforscher
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116570377 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hefner, Jakob Heinrich von (Beiname Alteneck seit 1856)
  • Hefner-Alteneck, Jakob Heinrich von
  • Hefner, Jakob Heinrich von (Beiname Alteneck seit 1856)
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Hefner-Alteneck, Jakob Heinrich von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116570377.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Ignaz Heinr. (bayer. Adel 1813, 1756-1846), ghzgl. frankfurt., dann bayer. Staatsrat;
    M Margarete (1771–1825), Erbin u. letzte Inhaberin d. Göbhardschen Verlagsbuchhandlung, d. seit ca. 1740-1822 in Bamberg mit e. Filiale in Würzburg bestand, T d. Tobias Göbhard ( 1794), unter dem d. Verlag e. bedeutende Stellung erreichte, hier erschienen viele Univ.schrr. aus Bamberg u. Würzburg wie auch Hegels „Phänomenol. d. Geistes“ (s. L), u. d. Maria Phil. Elling;
    Groß-Om Heinr. Göbhard (1742–1816), letzter Abt v. Bronnbach b. Wertheim;
    Om Jos. Anton Göbhard ( 1813), Buchhändler;
    - 1837 Elise (1818–87), T d. Anton Pauli, bayer. GR, u. d. Philippine Carol. Eleonore Freiin v. Hagen;
    3 S, u. a. Friedrich (s. 1); nicht verwandt Otto Titan v. H. (1827-70), Heraldiker u. Genealoge, Hrsg. v. Siebmachers Wappenbuch, 1854 ff. (s. 22./23. J.ber. d. hist. Ver. f. Oberbayern, 1872 (W); ThB).

  • Leben

    H. erhielt Privatunterricht. Das gastfreundliche, von vielen Prominenten besuchte väterliche Haus (von Dalberg als „Musentempel“ gerühmt) spendete reiche Anregung. Bedeutende zeichnerische Begabung, deren Entfaltung durch den Verlust des rechten Armes kaum behindert wurde, leidenschaftliches Interesse an der bildenden Kunst der Vergangenheit, vorzüglich des deutschen Mittelalters, bestimmen die durch keinerlei Sorgen äußerer Art beschatteten Entwicklungs- und Reifejahre. Um für den Dilettanten (im besten, Goetheschen Sinne des Wortes) einen Beruf zu finden, erwirbt der Vater die Teilhaberschaft an einer Porzellanfabrik bei Aschaffenburg, deren künstlerische Leitung H. übernimmt. 1833 läßt sich H. für den Zeichenunterricht in der Gewerbeschule Aschaffenburg gewinnen. Bald bekannt und geschätzt dank seiner die „altdeutsche“ Kunst erschließenden kulturgeschichtlich-antiquarischen Bildpublikationen, siedelt er, um ein breiteres Tätigkeitsfeld zu gewinnen, 1852 nach München über und wird hier schon im gleichen Jahre Konservator der Königlichen Vereinigten Sammlungen, 1861 Konservator des Königlichen Handzeichnungs- und Kupferstichkabinetts, das seiner verständigen Verwaltung viel verdankt. 1868 wird er General-Konservator der Kunstdenkmale und Altertümer Bayerns und Direktor des (1858 gegründeten) Bayerischen Nationalmuseums, dem H. schon zuvor in den Jahren des ersten Direktors, Karl Maria von Aretins, wertvolle Dienste durch glückliche Erwerbungen (wie der Reiderschen Sammlung in Bamberg) geleistet hatte. Ohne die Stellung und Funktion des General-Konservators aufzugeben (die personelle Vereinigung der beiden Ämter erhielt sich bis 1908), verwaltete er das Museum bis zu seiner Emeritierung, 1885.

    Die Bedeutung H.s beruht vor allem in seinen antiquarischen Werken, deren heute noch schätzbarer, ja zunehmender Wert weniger im Text als im Bild, der klaren und genauen Zeichnung, liegt. Diese Folio-Werke waren vor allem für Künstler und Kunsthandwerker, als Anleitungen, Mustersammlungen, gedacht. Die kunstpädagogische Tendenz charakterisierte auch die Bestrebungen des Museumsmannes, der das von ihm übernommene, noch in statu nascendi befindliche und den Stempel der Gründungsidee (eines „Wittelsbacher Museums“) tragende Haus an der Maximilianstraße in weit stärkerem Maße als sein Vorgänger sachlich-fachlich als „Lehranstalt zur Bildung des Geschmacks und Vorbilder-Sammlung für Gewerbetreibende“ ausrichtete. Sein Eifer galt insbesondere den einzelnen Zweigen des Kunsthandwerks gewidmeten Spezialsammlungen (Keramik, Glas, Eisen und so weiter), die er auch schon in Katalogen (seit 1877) zu bearbeiten begann und die auch heute noch wesentliche Sektoren des Nationalmuseums sind. Als Erwerber hatte er dank seiner ausgezeichneten Kennerschaft eine glückliche Hand, eine bedeutende Zahl bester Kunstwerke des Museums geht ihm|zu Dank. Er erwarb sich auch selbst, in den Jahren vor seiner Beamtung, eine ansehnliche kulturgeschichtliche Sammlung. – H. war ein reinblütiger Vertreter des Historismus des 19. Jahrhunderts, der sich doch von vielen anderen durch eine verhältnismäßig freie, kaum je puristische Haltung in der Bewertung der überlieferten Stilzeugnisse unterschied.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss.

  • Werke

    u. a. Trachten d. christl. MA nach gleichzeitigen Kunstdenkmalen, 3 Bde., 1840-54, 21879-89;
    Kunstwerke u. Gerätschaften d. MA u. d. Renaissance, 10 Bde., 1847-62;
    Eisenwerke od. Ornamentik d. Schmiedekunst, 1861–70, 1885-87;
    Entwürfe dt. Meister f. Prachtrüstungen d. Könige v. Frankreich, 1865, 21889;
    Die Kunstkammer S. K. H. d. Fürsten Karl Anton v. Hohenzollern, 1866;
    Lebens-Erinnerungen, 1899.

  • Literatur

    H. P(allmann), J. H. v. H.-A., Zum 90. Geb.tag, in: Beil. z. Allg. Ztg. München, 1901, Nr. 113;
    Frankfurter Ztg., 1903, Nr. 140, 2. Morgenbl.;
    Nekr., in: SB d. philos.-philol. u. d. hist. Kl. d. Ak. d. Wiss. zu München, Jg. 1904, S. 274-76;
    R. v. Piloty, in: Ll. aus Franken I, 1919, S. 168-83 (L);
    Städt. Heimatmus. München, J. H. v. H.-A., Ausstellung z. 40. Todestag, 1943;
    H. Holland, in: BJ VIII, S. 269-78 (W, L, u. Tl. 1903, L). - Zu Göbhard: H. H. Jäck, Denkschr. üb. d. Jubelfest d. Buchdruckerkunst z. Bamberg, 1840, S. 35 f.;
    Alt-Bamberg, hrsg. v. A. Schuster, 5. Jg., 1902, S. 168-73.

  • Portraits

    Phot. in: Geist u. Gestalt, Biogr. Btrr. z. Gesch. d. Bayer. Ak. d. Wiss. III, 1959, Nr. 120;
    Zeichnung v. K. Vogel v. Vogelstein (Dresden, Kupf.-kab.);
    dass. v. W. Hensel (Berlin, Nat.gal.).

  • Autor/in

    Alexander Freiherr von Reitzenstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Reitzenstein, Alexander Freiherr von, "Hefner-Alteneck, Jakob Heinrich von" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 204 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116570377.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA