Lebensdaten
1865 bis 1933
Geburtsort
Posen
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Musikkritiker ; Komponist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116568348 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ertel, Jean Paul
  • Ertel, Jean P.
  • Ertel, Paul
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Porträt(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Ertel, Jean Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116568348.html [23.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Leopold, Baumeister in Posen;
    M Louise Rudolphi;
    1895 Julie Noa;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    Nach dem ersten Klavierunterricht bei L. Brassin in Posen bildete sich E. bei Franz Liszt weiter. Früh trat er als Pianist und Orgelspieler hervor. Nach bestandenem juristischen Staatsexamen widmete er sich in Berlin ganz der Musik. Hier unterrichtete er privat und an kleineren Konservatorien. Als Musikkritiker wirkte E. zunächst am „Berliner Fremdenblatt“, an der „Deutschen Tageszeitung“ und 1897-1925 am „Berliner Lokalanzeiger“. 1897-1905 redigierte er die „Deutsche Musikerzeitung“. Für den Komponisten setzten sich bedeutende Dirigenten wie A. Nikisch, G. Mahler, F. Weingartner, Ferdinand Loewe und Richard Strauß ein, so daß E.s sinfonische Dichtungen um die Jahrhundertwende häufig im Konzertsaal erschienen. Sie bewegen sich in den Bahnen von Liszt und R. Strauß, zeigen neben impressionistischen Zügen bei thematischer Schwäche einen Hang zu äußeren Wirkungen, verbinden aber das illustrative Moment mit überlegen gemeisterter Kontrapunktik. Ein Kuriosum ist E.s Konzert für Violine allein mit einer vierstimmigen Fuge auf den 4 Saiten. Bedeutendes hat E. mit seinen an Reger gemahnenden Orgelkompositionen geschaffen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Sinfon. Dichtungen: Maria Stuart, op. 1, 1896, Der Mensch, op. 9, 1905 (mit Orgel, Präludium u. Tripelfuge), Belsazar, op. 12, Pompeji, Die nächtl. Heerschau, op. 16, 1908, Hero u. Leander, op. 20, 1909, Sinfonie Harald; Doppelfuge f. Orchester u. Orgel;
    2 Passacaglien d-moll u. c-moll f. Orgel;
    Präludium u. Doppelfuge üb. „Wachet auf“ f. Orgel;
    Streichquartett nach hebräischen Melodien, op. 14;
    10 schlichte Weisen f. Singstimme u. Klavier, op. 10;
    Balladen f. Bariton mit Orgel u. Streichquartett „Die Wallfahrt nach Kevlaar“ (H. Heine) u. „Des Sängers Fluch“ (L. Uhland); fünf Lieder d. Nacht f. Singstimme u. Orchester, 1923.

  • Literatur

    F. Stege, in: Zs. f. Musik 92. Jg., 1925, H. 1, 100. Jg., 1933, H. 3;
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Wilhelm Zentner
  • Empfohlene Zitierweise

    Zentner, Wilhelm, "Ertel, Jean Paul" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 633 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116568348.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA