Lebensdaten
1864 bis 1954
Geburtsort
Murowana-Goslin (Kreis Obornik, Provinz Posen)
Sterbeort
Werder/Havel. (konfessionslos)
Beruf/Funktion
sozialistischer Politiker
Konfession
konfessionslos
Normdaten
GND: 116557052 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ernst, Eugen Oswald Gustav
  • Ernst, Eugen
  • Ernst, Eugen Oswald Gustav

Orte

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Zitierweise

Ernst, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116557052.html [20.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Tischlermeister.

  • Leben

    E. erlernte nach Besuch der Volksschule von 1878-82 das Schriftsetzerhandwerk und trat 1884 dem Verband der deutschen Buchdrucker und der SPD bei. Bereits 1889 wurde er Vorsitzender und Vertrauensmann von 6 Berliner Wahlkreisen und war schließlich 1906-19 Vorsitzender der Groß-Berliner und der Preußischen Landesorganisation der SPD. In dieser Eigenschaft hatte er entscheidenden Anteil an der Durchführung der Wahlrechtsdemonstrationen in Preußen und vor allem in Berlin, bei der sich der von ihm geleitete Apparat der Vertrauensmänner in mustergültigen Organisationsleistungen bewährte. 1892 übernahm er die Stellung eines Geschäftsführers der Buchdruckerei „Vorwärts“, deren Firmenträger er war. Bis zur Gründung der Weimarer Republik bekleidete er fast ohne Unterbrechung höchste Ämter auch in der Gesamtpartei; 1900-03 und 1917-19 war er Mitglied des Parteivorstandes, 1905-17 Mitglied der Kontrollkommission. Nach der Revolution übernahm er das Preußische Ministerium des Innern, das er bis Juni 1919 leitete. Sein Versuch, nebenamtlich an Stelle E. Eichhorns das Polizeipräsidium in Berlin zu übernehmen, löste den Berliner Januaraufstand aus. Von April 1919 bis April 1920 war er Polizeipräsident in Berlin und übernahm im Mai das gleiche Amt in Breslau, wurde jedoch bereits im September 1920 zur Disposition gestellt, nachdem eine erregte Menge am 26. August die Konsulate Frankreichs und Polens in Breslau gestürmt hatte. E. war auch Mitglied der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung. Politisch ist er in späterer Zeit nicht mehr führend hervorgetreten. Nach dem 2. Weltkrieg trat er der wiedergegründeten SPD bei und 1946 zur SED über. E. gehörte zu den hervorragendsten Organisatoren seiner Partei, ohne ihren politischen Kurs maßgeblich zu bestimmen.

  • Werke

    Polizeispitzeleien u. Ausnahmegesetze 1878-1910, Ein Btr. z. Gesch. d. Bekämpfung d. Sozialdemokratie, 1911.

  • Literatur

    Wi. 1928;
    Friedrich Ebert u. s. Zeit, o. J., S. 80 (P).

  • Autor/in

    Georg Kotowski
  • Empfohlene Zitierweise

    Kotowski, Georg, "Ernst, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 628 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116557052.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA