• Genealogie

    V Friedrich (1816–94), Lehrer, S d. Lehrers Joh. Ulrich u. d. Marie Christine Biber;
    M Rosine (1821–93), T d. Privatiers Kaspar Dischinger in Nördlingen u. d. Sophie Barbara Härdle;
    B Karl (1853–1920), Dekan in Gunzenhausen, Gottlob (1857–1934), Prof. d. Missionswiss. in Halle (s. RGG2);
    - 1881 Emilie (1860–1917), T d. Pfarrers Wilh. Bullemer u. d. Mathilde Jörns;
    4 S (2 ⚔), 4 T, u. a. Mathilde ( Otto Bauernfeind, * 1889, Prof. d. Theol. [NT]);
    N Johannes (* 1893), klass. Philol., Vf. v. Der Vegetarismus in d. Antike, 1935.

  • Leben

    Von seinen Eltern her war H. dem bayerischen Luthertum Löhescher Prägung verbunden. Nach dem 1869 begonnenen fünfjährigem Studium der Theologie und klassischen Philologie in Erlangen (Dr. phil.1884), Tübingen und Leipzig wurde er 1875 Gymnasiallehrer in Nördlingen, 1886 in Erlangen, von wo ihn Dorpat 1891 zum ordentlichen Professor für Kirchengeschichte berief. 1892 wurde er in der Nachfolge Schlatters als Neutestamentier an die damals von H. Cremer geprägte Greifswalder theologische Fakultät berufen, an der er bis zu seiner Emeritierung 1921 wirkte. Als akademischer Lehrer wenig erfolgreich, als Forscher ein Mann der Einzelbeobachtung und des gelehrten Details, liegen H.s bleibende Leistungen in Editionen aus Patristik und Reformationsgeschichte. Kirchlich wollte er bewußter Lutheraner in konfessionellem Sinne sein. In der neutestamentlichen Wissenschaft ebenso wie in seiner dogmatischen Einstellung vertrat er einen traditionell konservativen Standpunkt, den er dann auch 1911 als eines der beiden akademisch-theologischen Mitglieder des Spruchkollegiums gegen den Kölner Pfarrer Jatho praktizierte. Daß seine Teildefinition des Verhältnisses Jesu zu Gott als Glaube und Einheit des Wollens ihn faktisch in die Nähe der von ihm bekämpften modernen Positionen rückte, ist ihm nicht bewußt geworden.|

  • Auszeichnungen

    Lic. theol. h. c. (Erlangen 1891), D. theol. (Dorpat 1894), 1900/01 Rektor, Geh. Konsistorialrat (1908), 1912-24 nebenamtl. Mitgl. d. Konsistoriums in Stettin.

  • Werke

    u. a. De versionibus past. Hermae latinis, 1884;
    Leben u. Werke d. Bischofs Primasius v. Hadrumetum, Schulprogr. Erlangen 1887;
    Die lat. Apokalypse d. alten afrikan. Kirche, 1891;
    Der Glaube Jesu Christi u. d. christl. Glaube, 1891;
    Zur Vorgesch. d. apostol. Glaubensbekenntnisses, 1893;
    Probleme d. Matthäus Ev., 1910;
    Trinitar. Glaube u. Christusbekenntnis, 1920;
    Johanneische Stud., 1928;
    zahlr. Aufsätze in 2 Sammelbänden auf d. Univ.bibl. Greifswald. - Hrsg.: Ref.geschichtl. Ed. b. R. Hermann, s. L;
    Grundlinien d. Theol. J. Ch. K. v. Hofmanns in s. eigenen Darst., 1910;
    Victorini ep. Petaviensis opera, 1916.

  • Literatur

    H.fragen, in: Wiecker Bote, Ak. Mschr. I, 7, 1914;
    O. Kanehl, Neue H.fragen, ebd. I, 8/9;
    H. W. Beyer, in: Bll. f. KG Pommerns 1, 1928, S. 65-68;
    Allg. Ev. Luth. Kirchenztg. 61, 1928, S. 1116;
    R. Stupperich, Vom bibl. Wort z. theol. Erkenntnis, H. Cremers Briefe an A. Schlatter usw., 1954, S. 64 f.;
    R. Hermann, in: Weimar. Lutherausg., Dt. Bibel 9, II, 1955, S. XI-XIII;
    RGG. - Eigene Archivstud.

  • Portraits

    Phot. (Greifswald, Univ.bibl.).

  • Autor/in

    Ernst Kähler
  • Empfohlene Zitierweise

    Kähler, Ernst, "Haußleiter, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 129 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116548967.html#ndbcontent

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