Lebensdaten
1870 bis 1935
Geburtsort
Hersfeld
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Zellforscherin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116531207 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Erdmann, Anna Maria Rhoda
  • Erdmann, Rhoda
  • Erdmann, Anna Maria Rhoda
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Erdmann, Rhoda, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116531207.html [25.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich, Dr. phil., Oberlehrer, aus Arztfamilie;
    M Anna Maria, T des Christian Heldmann, Arzt, Abg. in der Frankfurter Nationalversammlung; ledig.

  • Leben

    Nach längerer Tätigkeit als Volksschullehrerin studierte E. an den Universitäten Zürich, Marburg, München und Berlin, wo sie 1909 ihr Staatsexamen in Mathematik, Physik, Zoologie und Botanik ablegte. In München bei R. Hertwig promoviert, arbeitete sie 5 Jahre am Robert-Koch-Institut in Berlin. An der Yale-Universität in New Haven (USA) entstanden die meisten ihrer Arbeiten aus dem Gebiet der Protozoologie, auch fand sie eine aktive Immunisierungsmöglichkeit gegen die Hühnerpest. Entscheidend wurde für sie die Beschäftigung mit der Gewebezüchtung (Explantation) bei Harrison, dem Leiter des Osborn-Laboratoriums. 1915 wurde sie Lecturer für Biologie an der Yale-Universität und Associate der Abteilung für tierische Pathologie des Rockefeller-Institutes (Princeton). Früh erkannte sie den Wert der experimentellen Zellforschung, für die in Deutschland Studienmöglichkeiten fehlten. Dank Unterstützung, besonders durch J. Orth, konnte sie 1919 eine Abteilung für experimentelle Zellforschung am Krebsinstitut der Charité Berlin einrichten. Hier entstanden zahlreiche Arbeiten über das Verhalten normaler und pathologischer Gewebe in vitro. 1920 an der Philosophischen Fakultät habilitiert, erhielt sie einen Lehrauftrag für experimentelle Gewebsforschung, besonders Gewebezüchtung. Umhabilitiert an die Medizinische Fakultät, wurde sie 1924 außerordentliche Professorin und 1929 Vorstand des Institutes für experimentelle Zellforschung an der Universität Berlin, der ersten Lehr- und Forschungsstätte für diese wichtige biologische Disziplin in Deutschland. In selten umfassender Weise hatte E. Einblick in die Probleme der Wissenschaften, die mit ihrem Fachgebiet in Berührung kamen. Der Diskussion dieser Probleme diente die von ihr begründete internationale Zeitschrift „Archiv für experimentelle Zellforschung besonders Gewebezüchtung (Explantation) “, deren Schriftleitung sie als eine ihrer wichtigsten Aufgaben ansah.

  • Literatur

    P. Caffier, in: Archiv f. experimentelle ZellF 18, 1936, S. 127-36 (vollst. W-Verz.); E. Hagen, ebd., S. 1 f. (P); Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Dietrich Egner
  • Empfohlene Zitierweise

    Egner, Dietrich, "Erdmann, Rhoda" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 573 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116531207.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA