Lebensdaten
1775 bis 1828
Geburtsort
Staufersbuch bei Berching (Oberpfalz)
Beruf/Funktion
bayerischer Staatsrechtler ; Verwaltungsbeamter
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116507365 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Feßmaier, Johann Georg von
  • Fessmaier, Iohann Georg
  • Feßmair, Johann Georg

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Zitierweise

Feßmaier, Johann Georg von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116507365.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Nikolaus, Bauer;
    M Apollonia Krenner;
    München 1812 Wilhelmine (* 1795), T d. Urban Maurer ( 1857), fürstprimat. Reg.dir., Oberlandesgerichtsdir. u. Domkapitelsyndikus in Regensburg; kinderlos.

  • Leben

    F. studierte in Ingolstadt, wo er in den historischen Disziplinen und den Staatswissenschaften Schüler des Prokanzlers Johann Nepomuk Mederer und des Publizisten Johann Gottfried Krenner wurde. 1799 erhielt er das Extraordinariat für deutsche Reichsgeschichte, bayerisches Staatsrecht und europäische Staatenkunde. Außerdem war er Mitglied des Cameral-Instituts und wurde Ordinarius des bayerischen Staats- und Fürstenrechts und des Privatrechts „der Erlauchten in Deutschland“, 2. Universitätsarchivar und Assessor der Juristenfakultät und des Spruchkollegiums an der nach Landshut (1800) verlegten Hochschule. 1804 ging er als wirklicher Landesdirektionsrat in den administrativen Staatsdienst, in dem er sich als Respizient der städtischen Verfassungen, Kreisrat (1808), Oberfinanzrat (1815) und Ministerialrat im Staatsministerium der Finanzen (1817) um die Gerichtsbarkeit, das Privilegienwesen, die Munizipalverfassungen verdient machte. Als akademischer Lehrer galt F. als ein von den „Vorurteilen jeden Standes freier Mann“. Der pragmatische Historiker F. verehrte neben Mederer besonders R. Zirngibl als „Veteranen unserer Geschichte“. Sein großes Vorbild aber verkörperte der Jurist Georg August Gemeiner. Wenn er sich in seinem für Kollegzwecke konzipierten Staatsrechtsgrundriß auch weithin an Kreittmayr anlehnte und dem System Roth verpflichtet war, so hat er darin immerhin bereits den Veränderungen Rechnung getragen, die die Französische Revolution auslöste. Eng war er mit Karl von Hellersberg befreundet.

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss.

  • Werke

    W u. a. Versuch e. pragmat. Staatsgesch. d. Oberpfalz, 2 Bde., München 1799 u. Landshut 1803;
    Grundriß d. baier. Staatsrechts, 1801;
    Gesch. v. Baiern, Landshut 1804;
    Stephan d. Ae., Hzg. v. Baiern, 1817.

  • Literatur

    ADB VI;
    L. Westenrieder, Gesch. d. kgl. baier. Ak. d. Wiss. II, 1807, S. 585;
    C. Prantl, Gesch. d. Ludwig-Maximilians-Univ. in Ingolstadt, Landshut, München I, 1872;
    H. Rall, Kurbayern i. d.|letzten Epoche d. alten Reichsvfg., 1952;
    P. Ruf, Schmellers Tagebücher I, 1954, Anmerkungen u. Register, 1957;
    Schärl.

  • Portraits

    Ölgem. (München, Ak. d. Wiss.). Abb. in: Geist u. Gestalt, Biogr. Btrr. z. Gesch. d. Bayer. Ak. d. Wiss. … III, 1959.

  • Autor/in

    Friedrich Merzbacher
  • Empfohlene Zitierweise

    Merzbacher, Friedrich, "Feßmaier, Johann Georg von" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 104 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116507365.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Feßmaier: Johann Georg v. F., Staatsrechtslehrer und baierischer Beamter, geb. 12. Jan. 1775 zu Stauferbuch in der Oberpfalz, 27. März 1828 zu München. F. studirte zu Amberg und Ingolstadt, wurde am 22. Mai 1797 Licentiat der Rechte, bei welcher Gelegenheit er der Facultät seine erste größere Arbeit „Versuch einer pragmatischen Staatsgeschichte der Oberpfalz“ (1799—1801 in Druck erschienen, 2 Bände) vorlegte, am 21. Mai 1799 zum außerordentlichen und am 5. Dec. 1799 an Stelle und auf Empfehlung des zum Landesdirectionsrath beförderten Karl v. Hellersberg zum ordentlichen Professor der Rechte an der Hochschule zu Ingolstadt ernannt. Er lehrte baierisches Staatsrecht und daneben auch baierische Geschichte und historische Hülfswissenschaften und verfaßte für jede dieser Materien eigene Lehrbücher. Als Hellersberg 1804 in die akademische Laufbahn zurückkehrte, wurde F. als wirklicher Landesdirectionsrath angestellt. Als Respicient der städtischen Verfassungen hatte er auch das Stadtcommissariat der Haupt- und Residenzstadt München zu versehen und fand in den verhängnißvollen Kriegsjahren mehrfach Gelegenheit, sich durch Gewandtheit und Geistesgegenwart auszuzeichnen. Am 25. August 1808 wurde er zum Kreisrath, am 14. Febr. 1815 zum Oberfinanzrath bei der Steuer- und Domänensection, am 12. März 1817 zum Rath im Finanzministerium befördert. Bis zu seiner 1826 erfolgten Quiescirung war er auch Mitglied der für gemischte Rechtsgegenstände aufgestellten Staatsrathscommission. Noch in seinen letzten Lebensjahren war er schriftstellerisch thätig und seine Arbeiten zeichnen sich durch Gewissenhaftigkeit der Forschung und Zuverlässigkeit aller Angaben vortheilhaft aus. Es seien hier noch hervorgehoben: „Grundriß des baierischen Staatsrechts“ (wegen der präcisen Mittheilungen über die ältere Litteratur für alle einzelnen Episoden und Fragen auch heute noch werthvoll), 1801; „Geschichte von Baiern“ (von K. H. v. Lang im Hermes, Jahrgang 1827, S. 34 günstig beurtheilt), 1804; „Stephan der Aeltere, Herzog in Baiern“, 1817 etc.

    • Literatur

      Neuer Nekrolog der Deutschen, Jahrgang 1828, II. Theil, S. 931; Jahrgang 1829, I. Theil, S. 10.

  • Autor/in

    Heigel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Heigel, Karl Theodor von, "Feßmaier, Johann Georg von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 727 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116507365.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA