Lebensdaten
1725 bis 1806
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11648392X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Harper, Adolf Friedrich
  • Harper, A. F.

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Zitierweise

Harper, Adolf Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11648392X.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1688–1746), Miniaturmaler u. Freskant, preuß. Kabinettsmaler, S d. Jacob ( 1739), Kaufm., dann Postmeister in Stockholm, u. d. Anna Pohl;
    M Maria Barbara (vor 1700-1729), T d. Joh. Gg. Wolfgang (1664–1744), aus Augsburg, preuß. Hofkupferstecher (s. ThB), u. d. Barbara Lommer;
    Stief-M Dor. Elisabeth ( 1771), T d. preuß. Münzmeisters Joh. George Neubauer;
    B d. Stief-M Ernst Frdr. Neubauer (1705–48), Prof. d. griech. u. oriental. Sprachen in Gießen (s. ADB 23);
    - N. N.

  • Leben

    Nach Lehrjahren bei seinem Vater unternahm H. Studienreisen nach Frankreich und nach Italien, wo er, 1752-56 in Rom weilend, bei dem Landschaftsmaler R. Wilson seine Ausbildung fortsetzte und daneben engere Beziehungen zu Winckelmann aufnahm. Im Herbst 1756 trat er in die Dienste Herzog Karl Eugens von Württemberg. Zunächst bei dessen Residenzbauwesen beschäftigt, wirkte er|von 1759 an vornehmlich als Hofmaler und bald danach 1761-94 als Lehrer und Professor für Landschaftsmalerei an der seit 1770 mit der Hohen Karlsschule vereinigten Académie des Arts. Nach Nicolas Guibals Tod übernahm er dazu noch 1784 die Direktion der Galerie. 1797 pensioniert, siedelte H. wieder nach Berlin über. – Vor allem als Landschaftsmaler, daneben aber auch als Maler von Blumen- und Fruchtstücken sowie einigen Bildnissen, zu denen noch Arbeiten für Theater-Dekorationen kamen, ist H. hervorgetreten. Obwohl erstaunlich fruchtbar und in seinen Landschaften eine neue klassische Auffassung vertretend, gehört doch H. als Künstler in eine mittelmäßige Kategorie. Dafür erfreute er sich dank seiner menschlich hervorragenden Eigenschaften gerade als Lehrer besonderer Wertschätzung, die im Briefwechsel mit seinem Schüler Johann Heinrich Dannecker deutlich zum Ausdruck kommt. Wesentliches verdanken ihm auch der Landschaftsmaler Joseph Anton Koch wie der Historien- und Bildnismaler Philipp Friedrich Hetsch.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Ak. d. Künste Berlin (1783).

  • Werke

    Landschaftsgem. u. Veduten in Karlsruhe, Staatl. Kunsthalle, Frankfurt/M., Goethe-Mus., u. in d. Schlössern Ludwigsburg, Monrepos u. Eybach;
    Zeichnungen u. Gouachen in Berlin, Kupf.-kab., Florenz, Uffizien, Stuttgart, Württ. Landesmus. u. Staatsgal.

  • Literatur

    ADB X;
    W. Fleischhauer, Das Bildnis in Württemberg 1760-1860, 1939, S. 55;
    M. Schefold, A. F. H. u. s. Landschaften im Ludwigsburger Schloß, in: Hie gut Württemberg 2, 1951, H. 10, S. 76-78 (mit 3 Abb.);
    ders., Alte Ansichten aus Württemberg, 1956, S. 64, Abb. 87;
    Kat. Dt. Meister 1540-1800 aus d. Staatl. Kunsthalle Karlsruhe, 1962, Nr. 39 mit Abb.;
    Schloßmus. Ludwigsburg, Amtl. Führer, bearb. v. W. Fleischhauer, 1963, S. 14, 18, 20, 23 f., 33;
    ThB (L).

  • Portraits

    Ölgem. v. A. Pesne, um 1745 (angebl. H. mit s. jungen Frau in Pilgertracht, ehem. Potsdam, Neues Palais), Abb. b. Antoine Pesne, mit Btrr. v. E. Berckenhagen u. a., 1958, Abb. 190;
    v. A. D. Therbusch, um 1761 (Stuttgart, Württ. Landesmus.) (gestochen v. C. J. Schlotterbeck 1783, Abb. in: Kat. d. Ausstellung Die Hohe Carlsschule, Württ. Landesmus., 1959/60, Abb. 36);
    v. Ph. F. Hetsch, 1794.

  • Autor/in

    Ekhart Berckenhagen
  • Empfohlene Zitierweise

    Berckenhagen, Ekhart, "Harper, Adolf Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 693 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11648392X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Harper: Adolf Friedrich H., Landschaftsmaler, geb. am 17. October 1725 in Berlin, gest. daselbst am 23. Juni 1806, war der Sohn und Schüler des im J. 1746 zu Potsdam verstorbenen preußischen Kabinetsmalers Johann H., eines geborenen Schweden aus Stockholm. Nach des Vaters Tode besuchte er Frankreich und Italien, wo er die Unterweisung Richard Wilson's genoß und reiche Studien nach der Natur sammelte. Im J. 1756 kam er in herzoglich württembergische Dienste; zuerst beim Residenzbauwesen verwendet, wurde er im J. 1759 zum Hofmaler und im J. 1761 zum Professor an der vom Herzog Karl in jenem Jahre errichteten Académie des Arts ernannt, welche später mit der hohen Karlsschule verbunden wurde. Im J. 1784 wurde er auch zum Galleriedirector bestellt. Vom J. 1798 an verlebte er, in den Ruhestand versetzt, seine letzten Lebensjahre in seiner Vaterstadt Berlin. H. gehörte zu den Künstlern, welche wie alle vom Herzog Karl verwendeten jungen Männer (vgl. d. Art. Reinh. Ferd. Heinr. Fischer und Nic. Guibal) durch die Menge der überhasteten Aufgaben in der Kunst unter dem blieben, was sie zu leisten versprochen hatten, oder von erreichten Stufen wieder zurückkamen. Er, den Goethe einen geborenen Landschafter nennt, mußte außer seinen Landschaften auch Blumen- und Früchtestücke, Surports, Theater- und andere Decorationen „schockweise“ malen und daneben den „Premier Peintre“ Guibal im Malen der Luft, Blumen etc. bei seinen Plafonds unterstützen. Hiedurch bekam, wie er das selbst später fühlte und offen beklagte, seine Kunstübung etwas Mechanisch-conventionelles und namentlich seine Farbe etwas Hartes. Doch zeigen seine Landschaften, welche in den würtembergischen Schlössern noch zahlreich erhalten sind, großen Reichthum der Motive, gefällige Zusammenstellung und eine durch die Sicherheit ihrer einfachen Mittel immer noch lehrreiche Farbentechnik besonders bei der Behandlung der Luft und der Hintergründe. Man sieht, daß er in Rom noch an den Quellen der besten Tradition geschöpft hatte. Als Lehrer an den Kunstanstalten Herzog Karls nahm H. bei der Heranbildung der vielen tüchtigen Künstler, die daraus hervorgingen, neben Guibal seinen redlichen Antheil.

    • Literatur

      Vgl. außer den Künstlerlex. Wagner, Gesch. d. hohen Karlsschule 2, S. 194 u. ö.; Bertuch u. Kraus, Journal des Luxus und der Moden, Jahrg. 1793; Goethe, Schweizerreise im J. 1797.

  • Autor/in

    A. Wintterlin.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wintterlin, August, "Harper, Adolf Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 617 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11648392X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA