• Genealogie

    V Landgerichtspräs. in Stargard u. K.;
    M Luise Keßler; ledig.

  • Leben

    Nach Besuch des Lehrerinnenseminars in Elbing 1881-83 war H. mehrere Jahre Erzieherin, dann lebte sie bei ihrer Familie in Stargard, später in Berlin. Die feuilletonistisch verarbeiteten Eindrücke ihrer vielen Reisen, vor allem nach England, Frankreich und Italien, aber auch in den Vorderen Orient, erschienen in der Magdeburger Zeitung. 1891 begann H. mit Prosaarbeiten – Gedichte schrieb sie, „solange sie denken konnte“. In rascher Folge erschienen, nahezu Jahr um Jahr, Romane, Novellen, Erzählungen, Jugendbücher. Die Titel sind typisch für die Trivialliteratur der Jahrhundertwende: „Erkämpft“ (1893), „Und hätten der Liebe nicht“ (1900), „Frau Maja“ (1909). Der Bereich ihrer Thematik ist von dem Geschmack der bürgerlichen Gesellschaft des ausgehenden Jahrhunderts geprägt: Schicksalsromane von häuslichem Glück und Leid, zumeist angesiedelt in den ihr vertrauten ostpreußischen Verhältnissen, werden durch einen bescheidenen Ansatz von Sozialkritik verbrämt. Wie sehr H. dem Zeitgeschmack verpflichtet war, zeigen ihre Romane aus der Nachkriegszeit: „Die Präsidentin“ (1919) bezieht ihre Spannung aus der Verknüpfung von sentimentaler Familiengeschichte mit stilisierter Tagespolitik. H. hatte, weil sie die Konventionen und Illusionen ihrer Gesellschaft geschickt beschrieb, ein sehr breites Publikum.

  • Werke

    Weitere W Sommervögel, 1895;
    Meine Gummimännchen, 1896;
    Dr. Eisenbart, 1897 (Roman);
    Stille Helden, 1898 (Roman);
    Im Kaleidoskop, 1898;
    Im Wunderland Italien, 1902;
    Engelchen u. Bengelchen, 1903;
    Tönerne Füße, 1904;
    Siebenschläfer, 1904 (Roman);
    Irdische u. himml. Liebe, 1905 (Roman);
    Rahel. Baldbereit, 1906 (Novellen);
    Vom Rain d. Lebens, 1907 (Gedichte);
    Anno dazumal, 1910;
    Die hl. Riza, 1911;
    Der blonde Schopf u. s. Freier, 1913;
    Erbsünde, 1914;
    Gottesurteil, 1915;
    Schlumski, 1916 (Erz.);
    Alltag 1916;
    Das trautste Marjellchen, 1918;
    Die goldene Otti, 1918;
    Glück ohne Ruh, 1919;
    Alas, e. Eisbaugesch., Ein Knabenbuch, 1919;
    Lydia, 1919;
    Himmelgarten, 1922;
    Die Kinder Thors, 1922;
    Das brennende Herz, 1922 (Skizze);
    Leiden u. Träumen, 1922 (Novelle);
    Seines Herren Sohn, 1924;
    Die kleine Stadt, 1927;
    Neue Kinder alter Erde, 1933 (ostpreuß. Heimatroman);
    Das unschuldige Blut, 1937;
    Das liebe Leben, 1937;
    Der Liebling d. Götter, 1938.

  • Literatur

    Preuß. Ztg. v. 2.6.1939;
    Altpreuß. Biogr.;
    Kosch, Lit.-Lex.

  • Autor/in

    Gertraude Wilhelm
  • Empfohlene Zitierweise

    Wilhelm, Gertraude, "Harder, Agnes" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 664 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116473908.html#ndbcontent

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