Lebensdaten
1841 bis 1908
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Sängerin
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116458658 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lucka, Pauline
  • Lucca, Pauline
  • Lucka, Pauline
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Zitierweise

Lucca, Pauline, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116458658.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Koppelmann, seit 1834 Joseph L. (* 1801, isr., seit 1834 kath.), aus Prag, Kaufm. in W.;
    M Barbara Willer;
    Ov Samuel Benedikt Lucka (* 1803), Arzt u. Schriftsteller;
    Vt Emil Lucka (s. 2);
    - 1) Wien 1865 (⚮) Adolf v. Rhaden (1838–1911), preuß. Premierlt., Gutsbes., 2) New York 1873 Emil Matthias v. Wallhofen ( 1899), preuß. Major;
    1 T aus 1).

  • Leben

    L. erhielt ihre erste Ausbildung an der Singschule der Karlskirche bei Joseph Rupprecht. 1856 wurde sie als Chormitglied an der Hofoper aufgenommen. Sie nahm bei Otto Uffmann und Richard Lewy weiteren Unterricht und erhielt bald auch kleinere solistische Rollen. – 1859 wurde L. als Solistin nach Olmütz engagiert, wo sie als Elvira in Verdis „Ernani“ debütierte. 1860 sang sie als Gast in Prag die Valentine in Meyerbeers „Hugenotten“ und die Norma, worauf ein festes Engagement für ein Jahr erfolgte. 1861 erhielt sie auf Empfehlung von G. Meyerbeer ein Engagement auf Lebenszeit an der Berliner Hofoper. Meyerbeer selbst vermittelte der Sängerin den letzten Schliff ihrer Gesangskultur. Die Partie der Selica in seiner „Afrikanerin“, welche L. 1865 bei den Erstaufführungen in London und Berlin sang, brachte ihr einen ihrer größten Triumphe. Innerhalb kurzer Zeit wurde sie der Liebling des Berliner Publikums, eine bejubelte und vielgefeierte Primadonna, zu deren Bewunderern und Verehrern auch Kg. Wilhelm und Bismarck zählten. Gastspiele führten sie an die großen deutschen Opernhäuser, wiederholt nach London und 1868/69 nach St. Petersburg. 1872 brach sie ihren Berliner Kontrakt, unternahm eine zweijährige Amerika|tournee und kehrte 1874 in ihre Heimat zurück, wo sie fortan – neben europaweiten Gastspielen – vorwiegend an der Wiener Hofoper wirkte, als deren Ehrenmitglied sie sich 1889 von der Bühne verabschiedete. Zeitgenössische Berichte rühmen vor allem L.s überragende Bühnenpräsenz. Diese war gewiß eine der Ursachen ihrer außergewöhnlichen Erfolge, die sie ihrer dramatisch wie lyrisch ausdrucksstarken Stimme (Umfang g – c’’’) und ihrer rollendeckenden, nuancenreichen, dem Realismus nahestehenden Darstellungskunst verdankte. L.s Repertoire umfaßte etwa 60 Partien des deutschen, ital. und franz. Fachs. Sie galt als beste Carmen ihrer Zeit und feierte große Erfolge vor allem als Marguerite, Selica, Leonora, Zerline, Cherubino, Elisabeth, Pamina und Agathe.

  • Werke

    Wie ich Sängerin wurde, in: An d. schönen Blauen Donau 3, 1888, S. 7 f., wieder u. d. T.: Wie P. L. Sängerin wurde, in: Neue Berliner Musikztg. 42, 1888, S. 16 f.

  • Literatur

    La Mara, Musikal. Studienköpfe V, 1882, S. 325-46;
    R. Wallaschek, Das k. k. Hofoperntheater, Die Theater Wiens, IV, 1909 (P);
    A. Jansen-Mara u. D. Weiße-Zehrer, Die Wiener Nachtigall, Der Lebensweg d. P. L., 1935 (P);
    K. Honolka, Die großen Primadonnen, Vom Barock b. z. Gegenwart, 1982;
    Wurzbach 16;
    BJ 13 (Tl.);
    Kosch, Theater-Lex.;
    The New Grove XI;
    Riemann;
    Enc. Jud.;
    ÖBL.

  • Portraits

    Ölgem., als Carmen (Wien, Nat.bibl., Theaterslg.);
    Lith. v. J. Kriehuber, 1862;
    v. F. Würbel;
    v. Prokoph, 1860 (alle Wien, Nat.bibl., u. Hist. Mus. d. Stadt Wien).

  • Autor/in

    Martha Handlos
  • Empfohlene Zitierweise

    Handlos, Martha, "Lucca, Pauline" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 272 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116458658.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA