• Genealogie

    V Joh. Jul. Heinr. (1843–1902), Elbschiffer;
    M Cath. Sophie Dor. Suer (1858–1930);
    Gmm phantasievolle plattdt. Erzählerin;
    Hamburg 1904 Mathilde Walburga (1878–1943), T d. Max Ernst, Buchdrucker in München, u. d. Louise Rehnitz;
    2 T.

  • Leben

    G. besuchte das Hamburger Lehrerseminar 1892-98 und war bis zum Tode im hamburger Schuldienst tätig. Er dichtete schon auf dem Seminar, meist hochdeutsch, wandte sich aber bald ausschließlich dem Plattdeutschen zu. Als Lyriker reifte er durch Beziehungen zu den Dichtern R. Dehmel, Ottomar Enking, Otto Ernst, Gustav Falke, Ludwig Hinrichsen, Detlev von Liliencron, Fritz Stavenhagen, Robert Walter sowie zu Malern, Bildhauern, Rezitatoren und Sängern. Als Lebensaufgabe galt ihm die Schaffung einer plattdeutschen Schriftsprache für Dichtung und Vortrag sowie einer einheitlichen Schreibung (Orthographie), in der sich alle Mundarten des Plattdeutschen literarisch darstellen ließen. Um diesen Bestrebungen eine größere Resonanz zu verschaffen, gründete er 1904 den „Saxnotbund“, aus dem 1906 die „Nedderdüütsh Sellshopp“ hervorging. Die bis in die feinsten Einzelheiten ausgeklügelte Schreibung stand seinen Erfolgen, auch als Lyriker, im Wege; er wurde heftig befehdet. Von einer plattdeutschen Schriftsprache erhoffte er einen Brückenschlag zu den andern germanischen Völkern, vor allem den Holländern, Flamen und Skandinaviern. – G.s Lyrik umspannt die ganze Weite menschlicher Seelenregungen und steigt in der Gedankenlyrik auf bis in die Höhe des Philosophischen und Religiösen.

  • Werke

    Görnriek [Kinderreich], 1902, 21922;
    Upkwalm [aufquellendes Wasser], 1921;
    Ein nien Klank, 1928 (Gediente u. Melodien v. G.);
    O Seel vull Lengen [voll Sehnsucht], 1938 (Auswahl aus G.s Dichtung);
    – ferner Slgg. alter plattdt. Volkslieder, in kleinen Hh. erschienen. – Über d. Problem d. plattdt. Schriftsprache in: Von neddersassich Oort un Arbeit, 1923/24, S. 16-31. – Nachlaß (Univ. Hamburg), darin 3 ungedr. Lyrikbde. Nëibrouk [neu erschlossenes Land], Ankersteed u. Dat Spëigel [der Spiegel].

  • Literatur

    G. Trenkelbach, R. G., in: Die Neue Lit. 35, 1934, S. 556-60 (P, S. 560 f. Bibliogr.);
    Th. Westerich, R. G. u. s. Werk, in: Quickborn 31, 1938.

  • Portraits

    Kopfrelief am Grabdenkmal (Hamburg-Ohlsdorf, nd.dt. Ehrenfriedhof);
    Ölgem. v. R. Schäfer (Hamburg, im Bes. d. Künstlers).

  • Autor/in

    Hermann Quistorf
  • Empfohlene Zitierweise

    Quistorf, Hermann, "Garbe, Robert" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 70 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11642012X.html#ndbcontent

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