Lebensdaten
1865 bis 1951
Geburtsort
Hohenhausen (Kreis Thorn)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Internist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116415312 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brauer, August Ludolf
  • Brauer, Ludolf
  • Brauer, Ludolph
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Brauer, Ludolph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116415312.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August (1840–1926), Kaufmann in Bremen, Gutsbesitzer in Hohenhausen, S des August Wilhelm Ludolf, Reeder in Bremen, und der Charlotte Boyes;
    M Josephine Chopard (1842–73), aus New Orleans (USA);
    Bonn 1897 Julie (1877–1945), T des Heinrich Fritsch (1844–1915), Professor der Gynäkologie in Bonn;
    3 S, 2 T.

  • Leben

    B. studierte Medizin in Bonn, Marburg, München und Freiburg (Breisgau) und wurde hier 1882 promoviert („Über die Elephantiasis congenita“). Er war Assistent bei W. H. Erb in Heidelberg, wo er sich 1897 habilitierte („Über den Einfluß von Quecksilber auf das Nervensystem des Kaninchens“). 1902 wurde er Direktor der Medizinischen Poliklinik Marburg, 1903 Ordinarius und Direktor der Medizinischen Klinik Marburg, 1911 Direktor des Krankenhauses Eppendorf, 1919 ordentlicher Professor an der Universität Hamburg (1934 emeritiert). 1914 bis 1918 wirkte er als beratender Internist|in Polen, Palästina und in der Türkei. B. gründete ein Forschungsinstitut für Verschleiß- und Aufbraucherkrankungen. Seit 1947 war er Direktor des Tuberkulose-Forschungsinstitutes in München.

    Seine Hauptforschungsgebiete waren: Nerven- und Leberkrankheiten, Infektionskrankheiten (namentlich Ruhr), Diätetik (1. Diätschule), Herz- und insbesondere Lungenkrankheiten (Tbc.). Er galt als maßgeblicher Arzt auf dem Gebiet der Herz- und Lungenchirurgie und Begründer der Lungen- und Herzfunktionsdiagnostik. B. prägte in der Tuberkulosebehandlung erstmalig den Begriff „Kollapstherapie“ und ist wissenschaftlicher Begründer des „Pneumothorax“. Gemeinsam mit P. L. Friedrich führte er die „paravertebrale subscapuläre Thorakoplastik“ erstmalig aus. Er entwickelte die Überdruckatmung zur künstlichen Beatmung in der Lungen- und Herzchirurgie. Auch die „Cardiolysis“ (= Mobilisierung der Verwachsung zwischen Herz und Brustbein) geht auf ihn zurück (Archiv für klinische Chirurgie 71, 1903, Münchner Medizinische Wochenschrift, 1909, Nr. 39, Medizinische Überseehefte 1, 1914, Nr. 1). In diesem Rahmen führte er maßgebliche Untersuchungen über die Funktion des Herzbeutels durch. - Als „vita maxima“ definierte B. die Leistungsgrenze von Herz, Lungen und Muskulatur und trennte klinisch und funktionell gemeinsam mit H. W. Knipping die „respiratorische Insuffizienz“ (als Sonderform die „Pneumonose“ = Gaswechselstörung in der Lunge) von der „Arbeitsinsuffizienz des Herzens“ und schuf so die Basis der modernen Herz-Lungenfunktionsdiagnostik. B. ist der Hauptförderer der „Forschungsinstitute“, Begründer und Herausgeber der Zeitschrift „B.s Beiträge zur Klinik der Tuberkulose“ (seit 1906). - Dr. h. c. Cordoba, Shanghai, Bonn, Ehrenprofessor Istanbul, Inhaber der Goethemedaille 1944.

  • Werke

    Weitere W Üb. chronisch-adhäsive Mediastino-Perikarditis u. deren Behandlung, in: Münchner Med. Wschr. 25, 1902, Nr. 49;
    Die Druckverhältnisse im Thorax, in: Festschr. z. 25jähr. Bestehen d. Eppendorfer Krankenhauses, 1914;
    Die Herzchirurgie u. Berücksichtigung d. physiol. Fragestellungen, in: L. B. u. Firchner, Hdb. d. normalen u. pathol. Physiol., Bd. 7/2, 1920;
    Herzbeutelfunktion u. Herzbeutelerkrankung unter Berücksichtigung d. Rückwirkungen auf d. physiol. Funktion, ebenda;
    Einführung in d. Spirogr. u. Ergometrie, in: Btrr. z. Klinik d. Tuberkulose 94, 1940, S. 504;
    s a. Kürschner, Gel.-Kal. 1926, 1928/29, 1940/41, 1950 (W).

  • Literatur

    H. W. Knipping, L. B., in: Dt. Med. Wschr. 77, 1952;
    Fischer I, (W).

  • Portraits

    in: Zs. f. ärztl. Fortbildung 37, 1940, S. 403;
    Med. Klinik, 1952, S. 225;
    Behringwerke-Mitt., H. 27, 1953, S. 9.

  • Autor/in

    Hugo Wilhelm Knipping u. Helmut Venrath
  • Empfohlene Zitierweise

    Knipping, Hugo Wilhelm; Venrath, Helmut, "Brauer, Ludolph" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 540 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116415312.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA