• Genealogie

    V Heinr. Chrstn. (1813–91), Kaufm. in H., S d. Ackermanns Joh. Gg. Andreas in Northeim u. d. Elisabeth Bertram;
    M Josiana Maria (1816–78), T d. Branntweinbrenners Jes Peter Thomsen in Flensburg u. d. Sophia Cath. Hartwig;
    um 1890 Charlotte ( 1928), T d. Kaufm. Kühne in Magdeburg; kinderlos.

  • Leben

    H. studierte Mathematik und Physik in Freiburg, Würzburg und Straßburg (hier 1880 Promotion). Nach dem Staatsexamen (1881) unterrichtete er an der Höheren Schule und wurde 1901 Gymnasialprofessor in Neuhaldensleben, trat aber schon 1910 aus Gesundheitsgründen in den Ruhestand. 1923 erhielt H. an der Universität Jena die venia legendi für das Fachgebiet Hydrogeographie, wurde 1931 zum Honorarprofessor ernannt und las bis 1936. – Um sich der Geographie, der „Leidenschaft seiner Jugend“ (s. Lebenserinnerungen), zu widmen, ließ sich H. 1894 aus dem Schuldienst beurlauben und hörte in Halle geographische Vorlesungen. W. Ule, damals junger Dozent, wurde für ihn richtungweisend. 1895 erschien H. erste seenkundliche Arbeit „Tiefen- und Temperaturverhältnisse einiger Seen des Lechgebietes“ (Petermanns Geographische Mitteilungen 41), und seither war H. messend und forschend bemüht, Daten zur Morphometrie und Physik der Seen zu sammeln. Zahlreiche Seen im In- und Ausland lotete er selbst aus, und seine Ergebnisse sind bis heute für viele Seen die einzige morphometrische Grundlage. Die „Grundzüge einer vergleichenden Seenkunde“ (1923) sind eine anschauliche Darstellung, die noch heute zu den besten Lehrbüchern der Seenkunde zu rechnen ist. Ein Ziel hat offenbar H. besonders interessiert: ein Inventar der Seen der Erde mit allen erreichbaren Daten zu erstellen, um dann im geographischen Vergleich eine geographische Seenkunde zu bearbeiten. Die „Morphometrie der europäischen Seen (Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 1903/04) und schließlich die Monographie „Die Seen der Erde“ (Petermanns Geographische Mitteilungen, Ergänzungs-H. 185, 1922) mit einem Nachtrag (Internationale Revue der gesamten Hydrobiologe und Hydrographie 35, 1937) sind bis heute Standardwerke zur Morphometrie der Seen. Lag auch der Schwerpunkt der Forschungen H. in der Seenkunde, so hat er doch mehrere Veröffentlichungen der allgemeinen Hydrologie und Wasserwirtschaft gewidmet und dabei den praktischen Wert der Gewässerkunde und die Beziehungen zwischen Mensch und Wasserwirtschaft herausgestellt.

  • Werke

    Weitere W u. a. Btrr. z. Kenntnis d. pomm. Seen, 1901;
    Das Wasser im Wirtsch.leben d. Menschen, 1911;
    Der gegenwärtige Stand d. Seenforschung, 1912;
    Abseits d. Heerstraßen, 1913;
    Das Süßwasser d. Erde, 1914;
    Moderne Aufgaben d. geogr. Seenforschung, 1914;
    Methoden d. Seenforschung, 1921;
    Grundlagen d. Wasserwirtsch., 1921;
    Der Jahreswasserhaushalt d. Erde, 1934;
    Mein Leben, 1936 (P).

  • Literatur

    E. Fels, in: Petermanns Geogr. Mitt. 85, 1939, S. 61-63.

  • Autor/in

    Reiner Keller
  • Empfohlene Zitierweise

    Keller, Reiner, "Halbfaß, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 535 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116404809.html#ndbcontent

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