Lebensdaten
1776 bis 1852
Geburtsort
Elberfeld
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
reformierter Theologe
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 116382066 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ehrenberg, Friedrich

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Zitierweise

Ehrenberg, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116382066.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Röttger ( 1813/19), Kaufm. in Mülheim/Ruhr;
    M Elisabeth, T des Uhrmachers Abraham Enderlin in Straßburg;
    1) Berlin 1813 Hermine (1793–1817), T des Joh. Frdr. v. Koenen (1766–1810), preußischer Genauditeur, Vizepräsident des Kammergerichts in Berlin, 2) Berlin 1819 Wilh. Sophie Jul. Luise, T des Gg. Christian v. Heydebreck (1765–1828), Oberpräsident von Brandenburg;
    2 S aus 1), 1 T aus 2).

  • Leben

    Zu den evangelischen Theologen, die zu Anfang des 19. Jahrhunderts das kirchliche Leben Berlins und der preußischen Landeskirche entscheidend beeinflußt haben, gehört der Berliner Hof- und Domprediger E., „unter den damaligen Domgeistlichen der wohl unbestritten bedeutendste, ein Mann von fester, durchgebildeter Überzeugung und bestimmtem Ton“. – Nach der Betreuung von Pfarrämtern an den westfälischen reformierten Gemeinden Plettenberg (1798–1803) und Iserlohn (1803–06) kam er in Berlin auf den Platz, auf dem er sein Lebenswerk gestalten sollte. Als Prediger wandte er sich, durchaus Kind seiner Zeit, mit einem von Sentimentalität nicht freien Pathos an seine Hörer, sonderlich die des weiblichen Geschlechtes. Unter seinen zahlreichen religiös-popularphilosophischen Arbeiten fand den weitesten Anklang sein „Andachtsbuch für Gebildete aus dem weiblichen Geschlecht“ (1816, 72 Bände, 1856). Als Kirchenpolitiker hat er in den Tagen Friedrich Wilhelms III. eine entscheidende Rolle gespielt in den kirchlichen Auseinandersetzungen, die sich um eine Union der beiden evangelischen Kirchen, die Agendenfrage und die kirchliche Verfassungsfrage drehten. Für die Union hat er sich eingesetzt, jedoch unter Wahrung seiner reformierten Überzeugungen. In der Agendenfrage hat er seine Bedenken klar und entschieden, wenn auch vergeblich angemeldet, als der König ihre Benutzung am Dom befahl. Für die Neuordnung der Verfassung erarbeitete er den „Entwurf einer Kirchen-Ordnung“, die 1818 den Synoden zur Beratung vorgelegt wurde und die auch insofern weittragende Folgen hatte, als sie den ersten Anstoß gab zu dem entschlossenen Widerstand des Breslauer Archidiakonus und Professors J. G. Scheibel und daraus folgend zu der Bildung einer von der Preußischen Landeskirche unabhängigen „Evangelisch-lutherischen Kirche in Preußen“. – E.s Wirken fand durchaus die Anerkennung seines Königs. Er berief ihn 1817 als Nachfolger von Bischof F. S. G. Sack in das Kultusministerium, beförderte ihn 1822 zum Oberhofprediger, 1834 zum Wirklichen Oberkonsistorialrat und Vortragenden Rat im Kultusministerium, zeichnete ihn durch hohe Orden aus und ernannte ihn zum Domherrn von Brandenburg. Nach der Gründung des Evangelischen Oberkirchenrates in Berlin 1850 durch Friedrich Wilhelm IV. ernannte ihn dieser zu dessen Ehrenmitglied. Die ihm 1831 angetragene Generalsuperintendentur für Ostpreußen hat er abgeschlagen. – D. theol. (1817).

  • Werke

    Weitere W u. a. mehrere Predigtslgg., daneben Einzelpredigten aus versch. Anlässen bei Hof (Tod, Konfirmation, Vermählung); Der Entwurf e. Kirchen-Ordnung, in: Jb. d. prot. Kirchen- u. Schulwesens v. u. f. Schlesien, hrsg. v. J. Ch. Gaß, 1818, S. 219 ff. u. b. Scheibel II, S. 5-16 (s. L); popularphilosophisch:
    Reden an Gebildete a. d. weibl. Geschl., 2 Bde., 1804, 51854;
    Euphranor, üb. d. Liebe, 2 Bde., 1805/06, 21809;
    Für Frohe u. Trauernde…, 31835; weitere W b. Winer (s. L).

  • Literatur

    ADB V;
    J. G. Scheibel, Actenmäßige Gesch. d. neuesten Unternehmung e. Union zw. d. ref. u. luth. Kirche, 2 Bde., 1834, bes. I, S. 59-63;
    G. B. Winer, Hdb. d. theol. Lit., 2 Bde., 31838/40 (W);
    H. Th. Wangemann, Die Kirchl. Cabinets-Pol. d. Kg. Frdr. Wilh. III., 1884, S. 105, 114 f., 121 f., 155;
    E. Förster, Die Entstehung d. Preuß. Landeskirche unter d. Regierung Kg. Frdr. Wilh. III., 2 Bde., 1905/07, I, S. 257, II, S. 451-67, 141 f., 250 f.;
    G. Söhngen, Hundert J. Ev. Oberkirchenrat d. Altpreuß. Union, 1850-1950, 1950;
    Meusel, Gel. Teutschland I, V;
    RGG, PRE. – Qu.: Präsidialakten d. Ev. Oberkirchenrats, Berlin.

  • Autor/in

    Walter Hollweg
  • Empfohlene Zitierweise

    Hollweg, Walter, "Ehrenberg, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 350 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116382066.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Ehrenberg: Friedrich E., evangel. Theolog und Erbauungsschriftsteller, geb. 6. Decbr. 1776 in Elberfeld, 9. Decbr. 1852 in Berlin. Erst Prediger in Plettenberg und Iserlohn, ward er 1807 nach Berlin berufen, 1817 Doctor theol., 1834 Oberconsistorialrath, Hof- und Domprediger daselbst, ein geachteter Kirchenmann, beliebter Prediger und Schriftsteller, Verfasser zahlreicher Predigten und Casualreden und mehrerer vielverbreiteter und besonders beim weiblichen Geschlechte beliebter Erbauungsschriften, z. B. „Blätter dem Genius der Weib' lichkeit gewidmet", 1809; „Reden an gebildete Menschen", 1802 ff.; „Handbuch für ästhetische, moralische und religiöse Bildung"; „Stunden der Andacht, Frohen und Trauernden gewidmet"; „Andachtsbuch für Gebildete des weiblichen Geschlechts“, 6. Aufl. 1844; 7. Aufl. 1856; „Reden an Gebildete aus dem weiblichen Geschlecht“, 5. Aufl. 1854 etc. Auch gab er heraus das „Glaubensbekenntniß Sr. kgl. Hoh. des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen (nachherigen Königs Friedrich Wilhelm IV.) nebst der Confirmationshandlung und den Lebensgrundsätzen desselben“, 4. Aufl. Berlin 1861; eine Grabrede für den Minister Stein 1840, Gedächtnißpredigt auf König Friedrich Wilhelm III., Predigt bei der Eröffnung des vereinigten Landtages, Berlin 1847 u. A. — N. Nkrol. XXX.(1852) S. 815 ff. Goedeke, Grundr. III. S. 92.

  • Autor/in

    Wagenmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wagenmann, Julius August, "Ehrenberg, Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 711 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116382066.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA