Lebensdaten
1875 bis 1940
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
lutherische Familie
Normdaten
GND: 116362324 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hänel, Erich Anton
  • Haenel, Erich Anton
  • Hänel, Erich
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Zitierweise

Hänel, Erich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116362324.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1843–92), Dr. med., Augenarzt in D.;
    M Louise (1849–1922), T d. Musikdir. Carl Linger (1810–62) u. d. Wilhelmine Komoll;
    Ov Albert (s. 1);
    B Hans (1874–1942), Nervenarzt (s. Fischer);|- 1901 Alice (1873–1961), T d. Juweliers Joachim Wendt (1830–1917) in. Adelaide/Australien u. d. Johanna Ohlmeyer;
    2 T.

  • Leben

    H. studierte Kunstgeschichte in Freiburg im Breisgau, München, Heidelberg und Leipzig, wo er 1898 promovierte. Nach Dresden zurückgekehrt, war er zwei Jahre C. Gurlitts Assistent an der Technischen Hochschule, unternahm 1900_01 eine Weltreise, begann 1903 am Historischen Museum in Dresden seine Museumslaufbahn, wurde 1913 Direktor dieser Sammlung, die er achtundzwanzig Jahre leitete, und 1924 Direktor des Grünen Gewölbes, betreute das Residenzschloß und wurde 1937, beziehungsweise 1938 Direktor des Münzkabinetts und des Physikalisch-Mathematischen Salons. 1913 bis 1928 lehrte er als Professor an der Akademie der bildenden Künste, deren Bibliothek er seit 1908 verwaltete, wirkte als Mitglied des Denkmalrates, im Vorstand des Sächsischen Kunstvereins, gehörte seit 1934 der Sächsischen Kommission für Geschichte an und drei Jahrzehnte als Mitglied, zuletzt als Ehrenmitglied, dem Verein für Historische Waffenkunde (seit 1938 als 1. Vorsitzender).

    Anfangs der Architektur zugewandt, widmete sich H. nach dem für ihn entscheidenden Eintritt in das Historische Museum, Deutschlands bedeutendste Waffensammlung, der damals noch jungen Waffenforschung. 1907-32 gab er die Zeitschrift für Historische Waffen- und Kostümkunde (ZHWK) heraus und gewann in diesen Jahren das Ansehen eines Waffenhistorikers von internationalem Ruf. Das Historische Museum verwandelte er aus einer veralteten Trophäenschau in einen historisch gegliederten, formal und farbig feinfühlig abgestimmten Museumsorganismus und stellte es in den Brennpunkt der Waffenforschung. Auch lenkte er das Interesse auf die Gruppe der höfischen Festkleider und bezog die Kostümkunde in den Aufgabenbereich der ZHWK ein. Durch eine umfangreiche Ausstellungstätigkeit brachte er bedeutende Kulturausschnitte und das Wirken historischer Persönlichkeiten zur Anschauung. In der 1933 im Dresdner Schloß von ihm durchgeführten Ausstellung „August der Starke und seine Zeit“ trat die umfassende Kulturleistung dieses Mäzens eindrucksvoll in Erscheinung. Bei den unter H.s Leitung 1936 und 1937 veranstalteten „Turnierspielen“ im historischen Stallhof vermittelten die sachkundige Handhabung verschiedener Waffen, die historische Nachgestaltung höfischer Feste und die Zeitkostüme ein glanzvolles Abbild der einst in Dresden gepflegten ritterlichen Übungen. Fern jedem Spezialistentum, vielmehr mit der universalen Bildung des 19. Jahrhunderts ausgestattet, musikalisch und selbst musizierend, war er auch dem Theater und Musikleben seiner Stadt eng verbunden.

    Der gepflegte Stil seiner Aufsätze, die ebenso geistreichen wie brillanten Formulierungen seiner Feuilletons, seine Beredsamkeit, sein Ideenreichtum und Organisationstalent wurden auf allen Gebieten des kulturellen Lebens ständig in Anspruch genommen. Durch diesen Einsatz seiner zugleich historisch geschulten wie künstlerisch begabten Persönlichkeit hat er Sachsens, insbesondere Dresdens Kultur sowohl der Wissenschaft wie auch weiten Kreisen interessierter Laien in allen ihren Ausstrahlungen lebendig erhalten und der sächsischen Kulturleistung weit über die Landesgrenzen hinaus, vertiefte Kenntnis und gesteigerte Wertung eingetragen.

  • Werke

    Spätgotik u. Renaissance, 1898 (Diss.);
    Das Einzelwohnhaus d. Neuzeit, 1907;
    Die Wohnung d. Neuzeit, 1908 (beide mit H. Tscharmann);
    Der sächs. Kurfürsten Turnierbücher, 1910;
    Alte Waffen, 1913, 21920;
    Das Mietwohnhaus d. Neuzeit, 1913;
    Das Kleinwohnhaus d. Neuzeit, 1913 (beide mit H. Tscharmann);
    Kostbare Waffen aus d. Dresdner Rüstkammer, 1923;
    Das alte Dresden, 1925, 31941 (mit E. Kalkschmidt);
    Gefäße u. Bildwerke aus Elfenbein …, in: Jean Louis Sponsel, Das Grüne Gewölbe zu Dresden, 4. Bd., 1932;
    Der alte Stallhof in Dresden, 1937;
    Dom u. Burg zu Meißen, 1938. - Bolzenkasten u. Armbrust d. Kf. August im Hist. Mus. zu Dresden, in: Mitt. aus d. sächs. Kunstslgg. 1, 1910;
    Hofkleider Johann Georgs I. im Hist. Mus. zu Dresden, ebd. 2, 1911;
    Das Schwert Konrads v. Winterstetten, ebd. 3, 1912;
    Die Drahtziehbank d. Kf. August im Musée de Cluny zu Paris, ebd. 5, 1914;
    Das Gonzagaschwert d. Dresdner Rüstkammer, ebd. 7, 1916;
    Zur ältesten Gesch. d. Dresdner Rüstkammer, in: Zs. f. hist. Waffen- u. Kostümkde. 7, 1915-17, 8, 1918-20;
    Waffen u. Kleidung d. Kf. Moritz v. Sachsen am 9.7.1553, ebd. NF 1, 1923-25;
    Der Orden d. Hosenbandes u. d. Dresdner Hof, ebd. NF 6, 1937-39.

  • Literatur

    P. Post, in: Zs. f. hist. Waffen- u. Kostümkde. NF 7, 1940-42, S. 126 (P);
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Kohlezeichnung v. Hahn, 1910 (im Bes. d. Töchter in Adelaide/Australien).

  • Autor/in

    Erna von Watzdorf
  • Empfohlene Zitierweise

    Watzdorf, Erna von, "Hänel, Erich" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 441 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116362324.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA