Dates of Life
1851 bis 1941
Place of birth
Sulz am Neckar
Place of death
Giengen/Brenz
Occupation
Vogelschützerin
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 116361565 | OGND | VIAF
Alternate Names
  • Hähnle, Emilie Karoline (verheiratete!)
  • Hähnle, Emilie Karoline (geborene!)
  • Hähnle, Lina
  • more

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Hähnle, Lina, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116361565.html [21.05.2019].

CC0

  • Genealogy

    V Johannes (1801–66), Salinen-Verwalter, S d. Joh. Melchior, Klingelmüller in G., u. d. Ursula Lindenmeyer;
    M Karoline Frider. (1823–1900), T d. Gastwirts Joh. Gottlieb Rettig u. d. Regine Frider. Behr;
    Giengen 1871 Hans Hähnle (1838–1909, Vt), KR, Filzfabr., Reichstags- u. Landtagsabg. (s. BJ XIV, Tl. 1909, L);
    6 S, 2 T (1 früh †), u. a. Eugen (1873–1936), Rechtsanwalt, Mitgl. d. Reichstags (Fortschrittl. Volkspartei), Otto (* 1875), Dr. phil. nat., Vorstand d. Vereinigten Filzfabriken Giengen, Hermann (1879–1965), Ing., Ehrensenator d. Univ. Tübingen, seit 1941 Vorsitzender d. Bundes f. Vogelschutz.

  • Life

    H.s Lebenswerk begann 1898 mit der Gründung des Bundes für Vogelschutz in Stuttgart. Die Besonderheit ihrer Bestrebungen|gegenüber denen verwandter Organisationen lag im rechten Verständnis für die wirklichen Naturzusammenhänge. Nicht die Schutzforderung für einige landbewohnende Kleinvögel unter Anrufung der Gefühlsbezirke der Menschen war das Ziel. H. verkannte nicht die Rolle der Groß- und vor allem der Raub- oder Greifvögel und vergaß nicht, daß Tiere von Tieren, auch Vögel von Vögeln leben und daß eine Tierart nicht durch eine andere ausgerottet wird, solange das Gleichgewicht des Naturhaushaltes nicht vom Menschen gestört ist. Sie wies zwar vordringlich auf die Not der Vögel als der von breiten Volksschichten am meisten geschätzten Tiere hin, dachte aber viel weiter, nämlich an die Erhaltung einer unberührten Natur mit all ihren freilebenden Geschöpfen. In jener Frühzeit schwieg sie jedoch von diesen tiefsten Wünschen, weil die Vorstellungen eines heute selbstverständlichen und verstaatlichten Natur- und Landschaftsschutzes noch zu verschwommen waren. Der gesunde Menschenverstand mag der bei aller Gefühlsbetonung auch nüchtern blickenden Frau um der Werbung willen Beschränkung auf die Vogelwelt nahegelegt haben. Und der Erfolg gab ihr recht. Indem sie von der Bedrohung und Gefährdung der Vögel redete und schrieb, gewann sie die verschiedensten Freunde der Natur auch außerhalb der Ornithologie und damit die Mittel, ohne die die Marksteine der Entwicklung wie etwa die Vogelfreistätten und Banngebiete Federsee (Schutzgebiet Staudacher), Steckby (Schutzgebiet Behr), Hiddensee, Werderinseln, Mellum, Trischen, Hamburger Hallig und viele andere Vogeloasen nie erreichbar gewesen wären. Wohl waren bedeutende Schwierigkeiten, vor allem aus den Aufbauzeiten, nur durch die in der Stille geleistete finanzielle Hilfe des Ehegatten und der opferbereiten Familie zu überwinden. Ausschlaggebend war aber der ganz persönliche Einsatz. Er zeigte sich nicht nur in geschickten organisatorischen Maßnahmen sowie jahrzehntelanger, aufreibender Aufklärungs- und Vortragstätigkeit, sondern auch in der volkserzieherischen Kraft des Herzens, mit der sie vor ihre Hörer und Leser in allen Teilen Deutschlands trat. Ohne etwa bahnbrechende Werke über Vögel und Naturschutz oder andere irgendwie intellektuell geprägte, wissenschaftliche Spuren hinterlassen zu haben, lebt sie als Beispiel weiter.

  • Literature

    H. Helfer, in: J.-Hh. d. Bundes f. Vogelschutz, 1920, S. 3-6 (P);
    J. Bazlen, ebd., S. 6-9;
    Herm. Hähnle, O. Heinroth, H. Helfer, H. Klose, P. Koenig, H. Schonger, G. F. E. Schulz, H. Schwenkel, R. Wendehorst, in: Dt. Vogelwelt 66, 1941, S. 1-30 (P);
    H. Krieg, in: Naturwissenschaftl. Rdsch. 4, 1951, S. 500;
    L. Gebhardt, Die Ornithologen Mitteleuropas, 1964, S. 130.

  • Author

    Ludwig Gebhardt
  • Citation

    Gebhardt, Ludwig, "Hähnle, Lina" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 432-432 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116361565.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA