Lebensdaten
1870 bis 1945
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Jersey City (USA)
Beruf/Funktion
Physiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116340223 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Korn, Arthur

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Zitierweise

Korn, Arthur, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116340223.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Moritz, Dr. med., Sanitätsrat, Augenarzt;
    M Malwine Schottlaender;
    B Erich (* 1868), Dr. phil., Bühnenschriftsteller;
    - 1) Meta ( 1920), T d. Rentiers Korn in B., 2) Elisabeth, T d. Sanitätsrats Dr. Friedlaender in B.;
    1 S.

  • Leben

    Bereits als 15jähriger studierte K. in Freiburg, dann seit 1886 in Leipzig Physik und Mathematik. Dort wurde er als Schüler von C. Neumann und G. Wiedemann 1890 mit einer Arbeit aus der mathematischen Physik zum Dr. philosophiaepromoviert. Danach setzte K. seine Studien in Paris (bei Henri Poincaré), in London, Berlin (1891) und Würzburg fort. 1895 habilitierte er sich an der TH München für Physik, wo er 1903 außerordentlicher Professor wurde, dieses Lehramt aber 1908 wieder niederlegte. 1914 übernahm er eine ordentliche Honorarprofessur an der TH Berlin, die er 25 Jahre lang innehatte. – Nach anfänglichen mathematischen Forschungen erhielt K. 1907 den „Prix Vaillant“ von der Académie Française für eine hervorragende Arbeit aus dem Gebiet der Elektrizitätslehre. Weit bekannt wurde K. durch sensationelle Erfolge auf dem Gebiet der elektrischen Bildübertragung. Mit Hilfe von Selen, später mit lichtelektrischen Zellen, gelang es ihm, Photographien auf große Entfernungen zu übermitteln, zunächst 1904 auf einer Schleifenleitung München – Nürnberg – München, sodann 1907 zwischen München und Berlin, Berlin und Paris sowie Berlin und London. 1917 wurde K.s Bildtelegraphie auch zwischen Berlin und Konstantinopel experimentell eingesetzt. 1923 gelangen, unter Anwendung der Erkenntnisse der Funktechnik, auch drahtlose Bildtelegraphie-Versuche K.s zwischen Rom und Bar Harbour/USA. In Zusammenarbeit mit der C. Lorenz AG hat K. sein drahtloses System so vervollkommnet, daß es 1928 von der deutschen Polizei zum praktischen Einsatz im Kampf gegen Verbrecher, namentlich zur Übermittlung von Steckbriefen und Fingerabdrücken, übernommen wurde.

    Auch auf dem Gebiet des Fernsehens hat K. – der hier zunächst skeptisch war – in den frühen 30er Jahren mit dem Industriellen G. Seibt neue Entwicklungen angestrebt, die aber nicht mehr realisiert wurden: Aus rassischen Gründen verfolgt, wanderte er kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges über Mexiko nach den USA aus.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (Breslau 1930).

  • Werke

    u. a. Eine Theorie d. Gravitation u. d. elektr. Erscheinungen auf Grundlage d. Hydrodynamik, 1892;
    Lehrb. d. Potentialtheorie, I/II, 1899 f.;
    Hdb. d. Phototelegraphie u. Telautographie, 1911 (mit B. Glatzel);
    Hydrodynam. Fernkräfte v. C. A. Bjerknes, 1915 (mit K. Bjerknes);
    Bildtelegraphie, 1923;
    Bildrundfunk, 1926 (mit E. Nesper);
    Bildtelegraphie im Dienste d. Polizei, 1927;
    Elektr. Fernsehen, 1930.

  • Literatur

    A. Neuburger, Erfinder u. Erfindungen, 21925, S. 143 f. (P);
    50 J. Lorenz 1880-1930, 1931 (P);
    P. G. Violet, in: Funktechnik, 1948, S. 46;
    Brockhaus-Enz. X, 171970, S. 512;
    Rhdb. (P);
    Pogg. IV-VII a.

  • Autor/in

    Sigfrid von Weiher
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiher, Sigfrid von, "Korn, Arthur" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 588 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116340223.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA