Lebensdaten
1827 bis 1871
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Tetschen/Elbe
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116336234 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eckardt, Ludwig

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Eckardt, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116336234.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Fam. Ende 18. Jh. aus Hamburg nach Wien eingewandert;
    V Joseph ( 1849);
    M Caroline Robér;
    1858 Ernestine Volmar.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Wiener Piaristengymnasiums studierte E. einige Semester an der Wiener Universität. Schon als 19jähriger geriet er wegen einiger auf den polnischen Freiheitskampf gedichteten Lieder mit der Polizei in Konflikt. Als maßgeblich Beteiligter, unter anderem als Schriftleiter der revolutionären Blätter „Das junge Österreich“ und „Die rothe Mütze“, 1848 zur Flucht aus Wien, 1849 aus ähnlichen Gründen zur Flucht aus Dresden gezwungen, ließ er sich in der Schweiz nieder. Nach der Promotion über Goethes Tasso (Zürich 1852) habilitierte er sich 1853 in Bern. Seine wiederholten Versuche, zur Förderung einer schweizerischen Nationalliteratur eine Schriftstellervereinigung und ein Nationaltheater zu gründen, machten den allzu betriebsamen Fremdling bei G. Keller verdächtig, seine kirchenfeindliche Haltung ihn obendrein im Lande so mißliebig, daß er 1862 nach Berlin übersiedelte. 1864 zog er nach Karlsruhe und kehrte, dort wieder wegen Freisinnigkeit des Landes verwiesen, 1867 nach Wien heim. Auf einer Vortragsreise fand der Ruhelose ein frühzeitiges Ende. – Unter seinen in allen literarischen Formen abgefaßten Arbeiten sind der autobiographische und weltanschaulich aufschlußreiche Roman „Niklas Manuel“ (1862) und die Erläuterungen zu Schillers Werken (1856–59), ferner seine „Wandervorträge“ (1868) hervorzuheben. Beachtung verdient E. vor allem auch als früher Typ des hellhörigen, geistvollen und wendigen Journalisten.

  • Literatur

    Y. v. Arnold, L. E., 1867; Neue Freie Presse v. 2.2.1871;
    Bll. f. lit. Unterhaltung, 1871, S. 174 f.;
    H. Reschauer u. M. Smets, Das J. 1848, 2. Bd., 1872, S. 130, 324, 538;
    A. v. Helfert, Die Wiener Journalistik im J. 1848, 1877;
    E. Ermatinger, in: Krisen u. Probleme, 1928, S. 240-58;
    Wurzbach III;
    Brümmer (W); Kosch, Lit.-Lex. (W).

  • Autor/in

    Kurt Vancsa
  • Empfohlene Zitierweise

    Vancsa, Kurt, "Eckardt, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 282 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116336234.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA