Lebensdaten
1775 bis 1831
Geburtsort
Weimar
Sterbeort
Rudolstadt
Beruf/Funktion
Hofkapellmeister
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116332662 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eberwein, Traugott Maximilian
  • Eberwein, Max
  • Eberwein, Maximilian
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Zitierweise

Eberwein, Traugott Maximilian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116332662.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Karl s. (1);
    1800 Katharina, T des Kaufm. Bianchi in Rudolstadt;
    2 S.

  • Leben

    E. wurde vom Vater in „fast allen gangbaren“ Instrumenten ausgebildet. Bereits 1782 Violinist in der Hofkapelle, wurde er 1791 in den „löblichen Gesellenstand der Instrumentalisten“ aufgenommen. Seine weitere Ausbildung ermöglichte ihm der Herzog von Weimar bei F. L. A. Kunze (Theorie) in Frankfurt/Main und E. Schick (Violine) in Mainz. Hier soll er in die Revolutionsarmee Custines gepreßt worden sein, der er sich aber bald durch die Flucht wieder entziehen konnte. 1796 am Hofe zu Homburg und ein Jahr später durch Protektion seines Onkels Christian Hofmusiker des Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, nahm er weiteren Kontrapunktunterricht bei dem Bachschüler Johann Chrstn. Kittel in Erfurt und – auf einer Italienreise (1803/04) – bei Fenaroli in Neapel. In Rom schrieb er seine Quartette op. 1 und suchte während eines Aufenthalts in Wien die Bekanntschaft Beethovens und Antonio Salieris, die er auf einer zweiten Reise nach Wien und Ungarn erneuerte. Seit 1809 unterstand ihm die Rudolstädter Kapelle, deren Witwen- und Waisenkonzerte er begründete. 1810 wurde er Kammermusiker, aber erst 1817 als Kapellmeister bestätigt. Wie sein Bruder Karl stand E. in freundschaftlichem Verhältnis zu Goethe, dem er Musik zu zwei Singspielen schrieb. Seine Verdienste um die Musikpflege in Rudolstadt waren bedeutend und haben nachhaltig weitergewirkt.

  • Werke

    u. a. Sinfonien; Konzerte f. Klarinette, op. 65, o.J.;
    Variations pour la Flute avec acc. de l'orch., op. 2, 1807;
    Concertante pour Hautbois, Cor et Basson, op. 47, 1820;
    Opern u. Singspiele, darunter Claudine v. Villa Bella, 1815;
    Jahrmarkt zu Plundersweilern, 1818;
    Ferdusi, 1821;
    Das goldene Netz, 1827;
    Ouvertüren u. a. zu „Macbeth“, op. 105, 1828;
    Zwischenaktsmusiken;
    Kantaten zum Pfingstfest, 1821, Erntefest, 1823, Reformationsfest;
    Oratorium Die Apotheose d. Alciden (unvollendet); zahlr. Lieder zu Kommers- u. Chorliederbüchern, u. a. „Hier sind wir versammelt“, „Mich ergreift“.

  • Literatur

    zum Gesamtartikel: ADB V; G. W. Fink, Leben u. Werk T. M. E.s, in: Neue Zs. f. Musik, 1834, S 187 ff.;
    M. Ziegert, K. E. u. Goethe, in: Berr. d. Freien Dt. Hochstifts zu Frankfurt/M., 3. Jg., 1886/87;
    W. Bode, Die Tonkunst in Goethes Leben, 2 Bde., 1912;
    E. u. Lobe, Goethes Schauspieler u. Musiker, hrsg. v. dems., 1912;
    Goethes Briefwechsel mit Zelter, hrsg. v. M. Hecker, 1913-18;
    Goethes Briefwechsel mit M. v. Willemer, hrsg. v. dems., 111936;
    H. J. Moser, Goethe u. d. Musik, 1949 (P); G. Kraft, in: MGG III, Sp. 1059-65 (W, L, P).

  • Autor/in

    Horst Heussner
  • Empfohlene Zitierweise

    Heussner, Horst, "Eberwein, Traugott Maximilian" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 260 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116332662.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Eberwein: Traugott Maximilian E., geb. zu Weimar 27. Oct. 1775, als Capellmeister zu Rudolstadt 2. Dec. 1831, Sohn des Hof-, Stadt- und Landmusikus Alexander Bartholomäus E. und Bruder des vorigen. Er empfing seine erste wissenschaftliche Bildung auf dem Gymnasium in Weimar und genoß den ersten musikalischen Unterricht bei seinem Vater. Schon frühzeitig zeigte er außerordentliches Talent zur Musik, was dadurch bewiesen wird, daß er, erst sieben Jahre alt, als Violinspieler schon in der Capelle verwendet werden konnte. 1791 wurde er nach damaliger Sitte in den „löblichen Gesellenstand der Instrumentalisten“ aufgenommen. Neben dem Bestreben, mit fast allen musikalischen Instrumenten praktisch sich vertraut zu machen, versuchte er sich frühzeitig in der Composition. 1792 studirte er in Frankfurt a. M. bei Kunze Theorie der Tonkunst und nahm bei dem Violinspieler Schick in Mainz Unterricht. Von hier aus besuchte er den Hof in Homburg v. d. H., wo sein Oheim angestellt war und wo ihn der Fürst Ludwig Friedrich II. von Schwarzburg-Rudolstadt kennen lernte. Von diesem nach Rudolstadt eingeladen wurde er hier 1797 als Hofmusikus angestellt, ward 1810 Kammermusikus und 1817 wirklicher Capellmeister, nachdem ihm schon vorher die Leitung der Capelle übertragen worden war. Sein Lieblingsinstrument blieb die Violine. Vorher im J. 1803 und 1804 hatte er Reisen durch Baiern, Tirol nach Neapel gemacht, in letzterer Stadt auch noch Unterricht bei Fenaroli genommen. Kleinere Reisen nach Berlin und Wien brachten ihn in persönliche Verbindung mit Hummel, Dussek, Zelter, Beethoven und Salieri. Als Director der Capelle hat er viel zur Bildung des musikalischen Sinnes und Geschmacks in Rudolstadt beigetragen und war im Stande, eine Menge der gediegensten, sowol geistlicher als weltlicher musikalischer Meisterwerke zur Aufführung zu bringen. In späteren Jahren namentlich beschäftigte er sich meistens mit Compositionen, denen ein poetischer Geist nicht abzusprechen ist; aber auch für andere Zweige des wissenschaftlichen Lebens zeigte er stets reges Interesse. Seine Compositionen, an Zahl über 100, lassen sich eintheilen in solche, welche er für die Kirche schrieb (worunter mit Auszeichnung zu nennen seine große Messe As-dur, Op. 87, 1824, Cantaten, Psalmen u. a. m.), und für das Theater (unter denen neben der Oper „Piedro und Elvira“, das „Befreite Jerusalem“ etc. über 100 Entracte), wozu noch eine große Anzahl Lieder hinzukommen und Compositionen, welche theils einzeln, theils in Heften gedruckt erschienen, sowol für das ganze Orchester als für einzelne Instrumente (Violine, Clarinette, Oboe), sowie Duetten, Terzetten und Quartetten für verschiedene Instrumente. Außerdem lieferte er vermöge seines außerordentlich kritischen Talentes fast zu allen damals bedeutenden musikalischen Zeitungen Beiträge.

    • Literatur

      Neuer Nekrolog IX. 2. S. 106 ff.; Schilling's Universallexikon der Tonkunst; Leipziger Allgemeine musikalische Zeitung 1834, S. 157; Einladungsschrift zur Schulprüfung in Rudolstadt vom J. 1832, 2. St.

  • Autor/in

    Anemüller.
  • Empfohlene Zitierweise

    Anemüller, Ernst, "Eberwein, Traugott Maximilian" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 589 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116332662.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA