Lebensdaten
1826 bis 1905
Beruf/Funktion
bayerischer Politiker ; Kabinettssekretär
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116319267 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eisenhart, August (bis 1871)
  • Eisenhart, August Ritter von
  • Eisenhart, August (bis 1871)
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Zitierweise

Eisenhart, August Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116319267.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ignaz (1790–1864) aus Laupheim, bayerischer Oberappellationsgerichtsrat;
    M Elise Weininger (1800–82) aus Oberelchingen b. Neu-Ulm;
    Miesbach 1857 Louise v. Kobell s. (2);
    K.

  • Leben

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaft in München und Heidelberg trat E. in den bayerischen Justizdienst. Anfang 1870 wurde er, wohl auf Betreiben des Ministers Johann von Lutz, zum Kabinettssekretär ernannt. Die wachsende Menschenscheu Ludwigs II, dessen monatelange Abwesenheit von der Hauptstadt, machten E. zum einzigen Bindeglied zwischen dem König und der Außenwelt, auch zu den Ministern. Dauernd mußte er bemüht sein um einen vermittelnden Ausgleich zwischen dem König und der Öffentlichkeit, dabei war dieser durchaus nicht lenkbar nach dem Willen seiner Berater. E., der Typus des pflichteifrigen Beamten und nüchternen Juristen, stand der Welt seines Königs fern. Aufgeklärtes Denken verband sich mit juristisch-doktrinärem Staatsbewußtsein und einem starken monarchischen Gefühl. Von zaghaftem Wesen, eine wenig profilierte Persönlichkeit, hat er auch in keiner Weise versucht, seine Position für eine eigene Politik mit besonderen Zielen auszunützen. Nie hat er selbständig Entscheidungen herbeigeführt, sondern vorsichtig im täglichen Umgang mit dem König im Sinne von Lutz, unter dessen Einfluß er stand, gewirkt für Stärkung der Staatsautorität nach innen und kleindeutsche Reichsgesinnung nach außen, so 1870 für die Anerkennung des Bündnisfalles und die Mobilisierung der bayerischen Armee, so auch für die Zustimmung zum Kaisertum des preußischen Königs. Ebenso war er darum bemüht, daß Ludwig II. im Kirchenstreit schwieg und sich schließlich im entscheidenden Augenblick immer wieder hinter Lutz und sein Ministerium stellte. Im Mai 1876 enthob Ludwig II. unter kränkenden Umständen E. seines Postens. Mit Fleiß, Pflichttreue und unter Aufopferung seiner Gesundheit hat E. versucht, das Versagen der Staatsspitze vor der Öffentlichkeit zu verbergen und einen geregelten Fortgang der Staatsgeschäfte gesichert.

  • Werke

    u. a. zahlr. Art. üb. Persönlichkeiten a. d. Rechtsgesch. in d. ADB; Dr. Joh. Frhr. v. Lutz, in: Jberr. d. hist. Ver. f. Oberbayern, 52./53. Jg., 1891, S. 137 ff.

  • Literatur

    L. v. Kobell, Unter d. ersten vier Königen Bayerns, 2 Bde., 1894;
    dies., Kg. Ludwig II u. Fürst Bismarck im J. 1870, 1899;
    G. v. Böhm, Ludwig II Kg. v. Bayern, 1922, passim;
    M. Doeberl, Bayern u. d. Bismarcksche Reichsgründung, 1925, S. 31, 33;
    W. v. Rummel, Ludwig II, d. Kg. u. s. Kabinettchef, 21930 (üb. Ziegler, Nachfolger E.s);
    A. Mensi-Klarbach, Elis. Ney u. A. v. E., in: Der Heimgarten, Wschr. d. Bayer. Staatsztg., 9. Jg., Nr. 50 v. 12.12.1931;
    F. v. Rummel, Das Ministerium Lutz u. s. Gegner 1871-82, 1935, passim;
    W. Richter, Ludwig II Kg. v. Bayern, 31950;
    Schärl.

  • Autor/in

    Jürgen Gebhardt
  • Empfohlene Zitierweise

    Gebhardt, Jürgen, "Eisenhart, August Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 413 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116319267.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA