• Genealogie

    V Friedrich Wilhelm, Ing.;
    M Luise Schroers;
    1923 Melanie ( 1978), T d. Erich Klein; 1 Adoptiv-T.

  • Leben

    K., der vom Vater für den Ingenieurberuf begeistert worden war, studierte Maschinenbau an der TH Berlin. Namentlich in Slabys Vorlesungen wurde ihm klar, daß zwischen Elektrotechnik und Maschinenbau noch mannigfaltige Probleme zu lösen waren, um die neue Technik zur wirtschaftlichen Reife zu entwickeln und die Industrie zur großzügigen Anwendung elektrischer Antriebe zu bewegen. Nach seinem Studienabschluß, 1894, trat K. in Berlin bei Siemens & Halske in das „Büro für Kraftübertragung“ ein. Sein Ideenreichtum wurde dort sehr geschätzt, und er erlebte eine glanzvolle Laufbahn: 1897 war er bereits Abteilungsleiter, 1898 Prokurist, 1905 stellvertretendes Vorstandsmitglied der neugegründeten Siemens-Schukkertwerke GmbH, die aus der Zusammenlegung der Fertigungsbetriebe der ehemaligen Firma Schuckert mit den Starkstromabteilungen von Siemens & Halske 1903 entstanden waren. Die Jahrhundertwende brachte den großen Durchbruch der Elektrotechnik, auch für die Erfordernisse der Schwerindustrie. K. war auf diesem Gebiet einer der erfolgreichsten Konstrukteure. Die Schachtfördermaschine der Zeche Zollern II bei Dortmund (1903) und der erste Doppel-Walzenstraßen-Motor für die Georgsmarienhütte bei Osnabrück (1907) waren die Höhepunkte seines Ingenieurschaffens. K. hat stets auch die Wirtschaftlichkeit seiner Arbeiten in Betracht gezogen, ein Faktor, der damals in Deutschland noch unzureichend berücksichtigt wurde.

    K. übernahm 1907 die Leitung der neuen Siemens Brothers Dynamo Works in Stafford in Mittelengland. Hier bewährte er sich auch als Manager: unter seiner Leitung kam die bereits 1858 gegründete englische Filiale, die einst auf dem Schwachstromsektor und namentlich in der Seekabelei hervorragende Leistungen erbracht hatte, aus einer Phase der Flaute wieder heraus. Aber der Ausbruch des 1. Weltkrieges beendete die Aufwärtsentwicklung. K. wurde von den Engländern interniert. 1919 wieder nach Berlin-Siemensstadt zurückgekehrt, übernahm er zunächst die Leitung der Zentral-Werksverwaltung der Siemens-Schuckertwerke, 1921 dann den Vorstandsvorsitz dieser wichtigsten Tochterfirma des Hauses Siemens. 18 Jahre lang hat K. nun die Direktiven für die Starkstromtechnik bei Siemens gegeben. Besonders die Abteilung Industrie unter Leitung von R. Bingel, der später K.s Nachfolger wurde, entfaltete sich durch die vielseitige Einführung des Elektromotors in der Wirtschaft zu großer Bedeutung. Mit seinem 1925 im Anschluß an eine Studienreise nach den USA erschienenen Buch „Das wirtschaftliche Amerika“ hat K. der deutschen Technik Wege gewiesen, die amerikanischen Erfahrungen zu nutzen. In großen Fachverbänden und technisch-wissenschaftlichen Vereinen, so im VDE (Elektrotechniker) 1926/27, im VDI (Ingenieure) 1929/31 und im RKW (damals: Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit) 1930/31 hat K. den Vorsitz geführt; 1930 war er Vorsitzender der in Berlin abgehaltenen Wirtschaftskonferenz.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (Berlin 1920).

  • Werke

    Weitere W Zahlr. wiss. Zss.aufsätze (München, Werner-v.-Siemens-Inst.).

  • Literatur

    Siemens-Mitt., H. 2, Febr. 1952, S. 10 f.;
    G. Siemens, Der Weg d. Elektrotechnik, Gesch. d. Hauses Siemens, 1961, II, S. 49 ff. (P S. 112);
    K. Pentzlin (Hrsg.), Meister d. Rationalisierung, 1963, S. 466 ff.;
    S. v. Weiher u. H. Goetzeler, Weg u. Wirken d. Siemens-Werke im Fortschritt d. Elektrotechnik 1947–72, 1972, S. 65;
    Rhdb. (P);
    Wi. 1935.

  • Portraits

    Phot. im Bildarchiv d. Werner-v.-Siemens-Inst. München.

  • Autor/in

    Sigfrid von Weiher
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiher, Sigfrid von, "Köttgen, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 413 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11630216X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA