Lebensdaten
1846 bis 1927
Geburtsort
Stibbe bei Marienwerder (Westpreußen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Maler ; Historienmaler ; Landschaftsmaler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116297115 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Koerner, Ernst

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Zitierweise

Koerner, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116297115.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst (1794–1856), Rittergutsbes., S d. Tuchhändlers Joseph Gottlob in Czarnikau u. d. Ernestine Henriette Boeck;
    M Emilie (1806–63), T d. August Kegel (1775–1842), preuß. Oberamtmann, Rittergutsbes. in Jablonowo, u. d. Johanna Pockrendt;
    Berlin 1874 Auguste (1855–99), T d. Otto Heyl (1827–79), Kaufm. u. Fabrikbes. (J. F. Heyl & Co., u. Palmkernölfabrik G. Zimmermann), u. d. Johanna Klintz;
    3 S, 1 T, u. a. Bernhard (1875–1952), Dr. iur., Reichspräsidialrat, Mitgl. d. preuß. Heroldsamts 1903–19, Gründer u. Vorsitzender d. „Dt. Roland“ in B., Hrsg. d. Dt. Geschl.Buchs (s. L), Otto (1880–1940), Senatsrat beim Reichspatentamt, Gen.sekr. d. Internat. Ges. f. Photogrammetrie, Ludwig K.- v. Gustorf (s. Gen. 2).

  • Leben

    Nach der Gymnasialzeit begann K. 1861 in Berlin bei Hermann Eschke Landschafts- und später bei C. Steffeck und G. Biermann Tiermalerei zu studieren. 1868 unternahm er erste Studienreisen nach Nordfrankreich, in den Harz und an die Ostsee. 1869, 1871, 1874 und 1876 reiste er nach Italien, wo er sich mit Vorliebe in Capri aufhielt. 1872 war er in England und Schottland. Bestimmend für sein Schaffen sollte die Begegnung mit der Kunst Ägyptens und der Welt des Islam werden, die er 1873 bei einer Studienfahrt nach Ägypten kennenlernte. In ausgedehnten Reisen durchzog er weite Teile der arabischen Halbinsel und Kleinasiens. Noch dreimal – 1878, 1887 und 1905 – ging er nach Ägypten und unternahm Streifzüge, die ihn bis nach Nubien führten. Die Verbindung europäischer und islamischer Kunst studierte er 1882 auf einer Spanienreise in der Alhambra. – K. ist, gleich seinem Berliner Kollegen Wilhelm Gentz, ein typischer Vertreter jener Ägypten- und Orientmode in der Malerei des 19. Jahrhunderts, die mit Napoleons Feldzügen beginnt und noch in Paul Klees Nillandschaften nachklingt. K.s Aquarelle und Gemälde sind detailgetreue Schilderungen fremdländischer Kunstschöpfungen und orientalischer Sitten und Gebräuche, die zu ihrer Zeit begeisterten Zuspruch fanden. Auszeichnungen und Berufungen belegen die einstige Wertschätzung des Malers: Goldmedaille Wien 1873, Medaillen anläßlich der Ausstellungen in Philadelphia 1876, Berlin 1887 und 1891 sowie in Melbourne 1888; 1894 Berufung zum Professor und 1895-99 Vorsitz des Vereins Berliner Künstler. Da die neuere Forschung die historisierende Vedutenmalerei der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts noch weitgehend ausgespart hat, erfuhr K.s Werk bis heute noch keine kritische Neubewertung.

  • Werke

    u. a. Monte Solaro auf Capri, Berliner Ak. Ausstellung, 1872;
    Suez, 1874 (Mus. Stettin);
    Die Nadel d. Kleopatra (Mus. Königsberg);
    Memnonskolosse b. Sonnenaufgang, 1879 (Mus. Breslau);
    Stanley's Ankunft an d. letzten Katarakten d. Kongo, Panoramabild f. d. „Kaiserpanorama“ d. Berliner Jubiläumsausstellung, 1886;
    Die Pyramide v. Gizeh, Morgenstimmung, Berliner Ak. Ausstellung, 1887;
    Die Ausgrabung d. Sphinx, ebd., 1888;
    Nil b. Alexandria, 1887 (Privatbes.).

  • Literatur

    A. Rosenberg, Die Berliner Malerschule 1819–79, 1879;
    R. Wrede u. H. v. Reinfels (Hrsg.), Das geistige Berlin, 1897;
    D. Sternberger, Die Freiheit in d. Wüste, in: Panorama od. Ansichten v. 19. Jh., 1938;
    E. Hubala, Das alte Ägypten u. d. bildende Kunst im 19. Jh., in: Weltkulturen u. Moderne Kunst, Ausstellungskat., München 1972, S. 36 ff.;
    ThB (W, L).

  • Portraits

    Phot. in: Dt.GB 62 u. 116.

  • Autor/in

    Florian Hufnagl
  • Empfohlene Zitierweise

    Hufnagl, Florian, "Koerner, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 379 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116297115.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA